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Schalkes Metzelder war "im Fußball immer ein Exot"

24.12.2012 | 13:44 Uhr
Schalkes Metzelder war "im Fußball immer ein Exot"
Zwei Halterner auf Schalke: Benedikt Höwedes (l.) und Christoph Metzelder.Foto: REUTERS

Gelsenkirchen.   Macher beim TuS Haltern, Vorstand seiner eigenen Stiftung, Buchautor – man muss sich nicht um ihn sorgen, falls er seine Fußballschuhe im Sommer an den Nagel hängen sollte. Auch wenn Christoph Metzelder in der laufenden Saison auf Schalke eher unterbeschäftigt ist, abseits des Platzes ist er es mit Sicherheit nicht. Ein Interview.

Vielleicht fällt es Christoph Metzelder auch wegen seiner vielfältigen Interessen leicht, seine Profilaufbahn ohne falsche Sentimentalität Revue passieren zu lassen. „Ich bin jetzt an einem Zeitpunkt meiner Karriere angekommen, an dem man zurückblicken kann und muss“, sagt Metzelder. Die Kollegen von RevierSport nahmen ihn beim Wort und wagten zugleich einen Vorausblick.

Christoph Metzelder, wie fing das mit Ihnen und Schalke an?

Christoph Metzelder: Genau genommen schon in der B-Jugend. Damals bin ich gemeinsam mit Sergio Pinto aus Haltern zum Probetraining gekommen und wurde ebenso wie er genommen.

Warum haben Sie den Verein nach nur einem Jahr wieder verlassen?

Metzelder: Es war ein Schritt aus dem gewohnten Umfeld in eine Mannschaft, die mehr Qualität hatte und in der jeder um seinen Platz kämpfen musste. Damit bin ich nicht so klargekommen. Ich war damals noch ein feiner Mittelfeldspieler. Sobald etwas Härte reinkam, war ich nicht mehr zu sehen. Ich konnte auf Schalke einfach nicht überzeugen.

Hatten Sie den Traum vom Profifußball damals schon aufgegeben?

Metzelder: Ich war ein Talent. Aber es war nicht ersichtlich, dass ich mal Profi werden würde. In diesen Dimensionen hatte ich gar nicht gedacht. Es war eine andere Zeit. Heute haben die jungen Spieler in den Leistungszentren den Beruf des Fußballers schon sehr genau vor Augen. Dort werden sie da hingeführt. Bei mir war es nicht die eine Option, die ich unbedingt machen muss.

Ab welchem Zeitpunkt war der Fußball die einzige Option für Sie?

Christoph Metzelder (l.) kennte das Revierderby in beiden Trikots.Foto: dapd

Metzelder: Selbst in meinem ersten Seniorenjahr bei Preußen Münster war es noch nicht so. Wir haben als Semi-Profis in der dritten Liga gespielt und in der Rückrunde kamen die ersten Angebote größerer Vereine. Aber sie alle stellten mir die selbe Option in Aussicht: „Wir nehmen dich in den Profikader auf, aber wahrscheinlich wirst du nur bei den Amateuren spielen.“

Die Prognose sollte sich nach Ihrem Wechsel zu Borussia Dortmund als falsch entpuppen.

Metzelder: Im Juni habe ich meinen Abiball gefeiert, im August bin ich im Westfalenstadion gegen Hansa Rostock angetreten. Was in diesen zwei Monaten passiert ist, war wirklich unbegreiflich. So hatte sich auch die Variante erledigt, dass ich statt dem Fußball ein Studium beginne.

Wie haben Sie es erlebt, dass es in den folgenden Jahren steil bergauf für Sie ging?

Metzelder: Das war die schönste Zeit. Ich hatte so eine Goldgräber-Mentalität: Ich war jung, gesund, Deutscher Meister, Vizeweltmeister und es kamen Angebote von den größten Vereinen in Europa. Nach oben hin gab es offensichtlich keine Grenze.

Die Grenze war schließlich Ihre Verletzung im Oktober 2002.

Metzelder: Ich hatte immer wieder Achillessehnenprobleme. Beim Warmmachen hatte ich Schmerzen, aber wenn ich warm war, ging es. So habe ich das immer ein bisschen mit mir rumgeschleppt, bis ich mich irgendwann habe untersuchen lassen. Dort gab es die Diagnose, die zu einer Operation führte. Und so begann eine Leidenszeit, die zwei Jahre andauerte.

Haben Sie zu wenig auf Ihren Körper gehört?

Metzelder: Die Problematik auf dem Niveau ist immer, für sich selber zu entscheiden, inwieweit man Schmerz tolerieren kann und ab wann es gefährlich wird. Ich habe es ein halbes Jahr toleriert. Natürlich kann man sagen, dass ich mich früher hätte untersuchen lassen sollen. Aber ich habe auf die Zähne beißen wollen und habe die Gefahr dabei nicht erkannt.

Wie sind Sie damit umgegangen, nach Jahren des Aufstiegs erstmals langfristig auszufallen?

Metzelder: Ich war 22 und stand kurz vor dem Karriereende, das muss man so realistisch sehen. In einer Situation haben wir über eine weitere Operation diskutiert. Ich glaube, das wäre dann auch das Ende gewesen. Ich bin 21 Monate ausgefallen und es hätte auch nicht länger dauern dürfen.

  1. Seite 1: Schalkes Metzelder war "im Fußball immer ein Exot"
    Seite 2: Metzelder war "noch nicht bereit, mit dem Fußball abzuschließen"
    Seite 3: Metzleder wird "Schalke definitiv verlassen"

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Kommentare
27.12.2012
00:17
Schalkes Metzelder war
von Salvus | #10

Ich halte diesen Metzelder für einen kranken Menschen.
Man schaue sich das von ihm "gesponserte" """"Kunstwerk"""" in der Borbecker Fußgängerzone an!
Ein Kriegerdenkmal, mit zerschossenenen Extremitäten gehört auf den Friedhof!

26.12.2012
23:09
Lieber_nicht
von 85punkte | #9

also wer nicht mal den Namen des aktuellen Doublesieger richtig schreiben kann, der ist entweder nicht ernst zu nehmen oder ist hasserfüllt.
Für dich ist beides zutreffend.
Schon der Begriff Söldner ist sowas von daneben, denn in Schalke und beim BVB spielen fast ausschliesslich Söldner ohne Spieler, die du Söldner nennst, bekommen beide Vereine zumindestens keine BL taugliche Mannschaft zusammen.
Also träum weiter

26.12.2012
13:01
Schalkes Metzelder war
von altererlerjunge1919 | #8

immer ein Kämpfer. Leider gibt es solche Spieler, die was im Kopp haben und alles für ihren Verein geben, bald nicht mehr.

1 Antwort
Schalkes Metzelder ist
von Lieber_nicht | #8-1

nur ein Söldner, der als BXBler Schalke mit selbst produzierten T-Shirts beleidigt hat. Aber so was wissen einige Zeitungsleser anscheinend nicht oder es ist ihnen egal :-(((

26.12.2012
12:14
Metze und Raul
von blauweissesblut | #7

Metze ist Profi. Er scheint sich im Verein nicht zu 100% wohl zu fühlen, warum auch immer, aber er hat sich immer professionell verhalten und sich voll reingehängt. Seine Leistungen waren schwankend, wie bei vielen anderen auch, aber zumindest hat er im Gegensatz zu manch anderen nie Lustlosigkeit oder fehlendes Engagement an den Tag gelegt. Er ist eine gefestigte Persönlichkeit. Von seiner professionellen Einstellung könnten sich einige junge Spieler eine gehörige Scheibe abschneiden. Darüber hinaus hat er mit Sicherheit einen großen Anteil daran, dass wir für 2 Jahre das Vergnügen haben durften, Raul in unseren Reihen zu sehen. Allein dafür gebührt ihm Dank.

1 Antwort
Schalkes Metzelder hat
von Lieber_nicht | #7-1

von WFM ein solch hohes Garantiegehalt zugestanden bekommen, dass er über allem steht. Wenn ich so viel Geld bekomme, egal, ob ich spiele oder nicht, dann wäre mir auch alles egal; dann widme ich mich evtl auch lieber einem Fernstudium. Kohle kommt doch trotzdem, egal ob ich auf dem Platz stehe, auf der Bank oder auf der Tribüne sitze.

Ansonsten kann man Spanisch-Dolmetscher erheblich günstiger engagieren !!!

26.12.2012
10:06
100 Meter in gefühlten 42 Sekunden
von Fair_geht_vor | #6

Metzelder ist einer der langsamsten Spieler der Bundesliga. Für seine Verletzungsanfälligkeit kann er nichts. Dennoch ist er nie in diesem Verein angekommen. Wie bei Huntelaar und Farfan geht es auch ihm darum den Verein meistmöglich Kohle zu entlocken. Im Gegensatz zu Huntelaar und Farfan sendet er aber keine Bekennerschreiben. Er wird nie dieses Wappen küssen, solche unerträglichen Verlogenheiten von sich geben. Dieser Verein scheint seinen Spielern mehr als andere ausgeliefert zu sein.

Andere Vereine haben dieses durchschaut, hüten sich vor einer Verpflichtung derer. Hub Stevens bietet man wohl einen neuen Job an. Ob dieser Schachzug clever ist, um die Gemüter zu beruhigen, wird sich zeigen. Huntelaars plötzliches Bekenntnis, garniert mit weiteren Millionen, wurde von Herrn Schüssler trefflich beschrieben.

Eines steht fest: Im Gegensatz zu manch anderen Spielern des Vereins, ein Heuchler ist Metzelder nicht. Den Einkauf jedoch würde man nicht noch einmal tätigen.

26.12.2012
09:06
Zu schade um aufzuhören
von Bahnschalker | #5

Interessantes Interview. Das Fenster auf Seite Zwei hat sich allerdings erledigt. Benni ist fit. Und mit der Feier in Berlin gibt es leider nix. Grund noch ein Jahr bei S04 dranzuhängen.

Zwar glaubt er selber nicht dran: Aber ich würde eine Vertragsverlängerung begrüßen. Metzelder ist einer der wenigen Führungsspieler in unserer Mannschaft.

1 Antwort
Schalkes Metzelder war
von Salvus | #5-1

Benny? Ist das der von der Olsenbande?

25.12.2012
22:23
Schalkes Metzelder war
von conzon09 | #4

Und VERRÄTER!!!

25.12.2012
11:34
Llieber Nicht 1
von 85punkte | #3

was schreibst du denn zu Euren Volkshelden, Libuda,Abramczik,Assauer,Rüssmann,Jens Lehmann oder zu Steffen Freund, oder Ingo Anderbrügge, Andreas Möller.
Aus meiner Sicht haben alle diese Spieler sportlich alles für beide Vereine gegeben, genau wie C. Metzelder.
Möglicherweise war C.M. gesundheitlich nicht fit, aber wenn er gespielt hat, hat er alles gegeben.
Was mich an deinem Artikel besonders stört ist der Begriff Zecke im Zusammenhang mit dem BVB, Zecken sind Parasiten und träfe dann auf alle oben genannten Personen zu, auch auf das größte Idol von Schalke 04 Ernst Kuzorra, der hat den BVB mal trainiert.
Dir und vielen anderen auf beiden seiten täte ein wenig Respekt vor anderen (anderen Vereinen) sicherlich ganz gut.
Auch Denken ist da sehr hilfreich.

2 Antworten
Schalkes Metzelder war
von Lieber_nicht | #3-1

Ich sag nur Goslar (Freundschaftsspiel in der Vorbereitung): Brot statt Möller !!!!!!!!!!!!!!!!! Und an das Spiel danach in Kopenhagen (Stadioneinweihung Brondby) wird sich die "Zecke" Möller sein Leben lang erinnern :-))

Schalkes Metzelder war
von Lieber_nicht | #3-2

Ein großer Teil davon waren absolut nur Söldner (Freund, Lehmann, Möller,...) Ausnehmen muß man Uli Bittcher, der gegen seinen ausdrücklichen Willen an den BXB verscherbelt wurde. Rüssmann und Abramczik mußten ebenfalls das Schalker Konto ausgleichen, damit Schalke nicht pleite ging. Und über Libuda brauchen wir nun überhaupt nicht zu reden. Wo saß er bis zum Lebensende auf der Tribüne ?? Ja, klar in der Wellblechdachhütte .. muah !!!!

25.12.2012
10:34
Schalkes Metzelder war
von ResidentEvil | #2

U L T R A S R A U S !!!!!!!!!!!!!!

24.12.2012
14:32
Schalkes Metzelder war
von Lieber_nicht | #1

WFM hatte vor die Zecke als "ruhenden Pol" in der Abwehr zu installieren, an der sich ein Benni orientieren sollte. Aber das ist komplett schief gelaufe, weil CM noch langsamer als Bordon war, den WFM deswegen zuvor aussortiert hatte. Klar ist CM still, denn er bekommt ein Riesengarantiegehalt egal, ob er spielt oder auf der tribüne sitzt. Für die Millionen kann kann CM auch die Schwielen am Arxxx hinnehmen. Aber ich warne HH, CM via verspätetem Raul-Abschied auch ein "Abschiedsspiel"durch die Hintertür zu gewähren. Dann werden seine Flops Obasi, Marica und Barnetta erst recht ein Thema !!!!

Die T-Shirts sind unvergessen, umso schlimmer, dass die Blauen, Dich mit Millionen von Euros zuscheißen :-(((

2 Antworten
Die Blauen und Geld?
von renibert | #1-1

Das halte ich für ein Gerücht, aber der übleren Sorte. Die Kassen sind gähnend leer.

Schalkes Metzelder war
von Rudi1953 | #1-2

Da schreibt leider nur "von Lieber_nicht" zum Thema Metzelder und dann auch nur so einen Schwachsinn. Dem Metzelder immer noch die Sache mit den T-Shirts vorzuwerfen, zeugt von Irrungen im Hirn. Wir sollten endlich einmal damit aufhören, den Spielern, die schon einmal beim großen Rivalen gespielt haben, ihre Vergangenheit vorzuwerfen. Man sollte lieber postiv erwähnen, dass Metzelder, obwohl er es in den drei Jahren nicht zum absoluten Stammspieler geschafft hat, sich auf Schalke immer voll eingesetzt hat und in den wenigen Spielen immer seinen Mann gestanden hat. Ich halte Metzelder für einen außergewöhnlichen Menschen, der den Schalkern sicherlich gut getan hat und würde mir wünschen, dass er vielleicht einmal den Horst Held ablösen kann.

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