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Schalkes Manager Horst Heldt verteidigt Benedikt Höwedes

30.07.2012 | 21:26 Uhr
Horst Heldt bricht eine Lanze für Kapitän Benedikt Höwedes.Foto: Dirk Bauer, WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.  So ganz kann sich auch Horst Heldt nicht dem olympischen Geist entziehen: Schalkes Manager überlegt, in den nächsten Tagen mal für einen Kurztrip nach London zu fliegen, um sich dort Sportarten wie Badminton, Tischtennis oder Rudern anzusehen. Im Interview erklärt er, warum der Klub nicht groß eingekauft hat, es sich aber auch leisten kann, Stars nicht verkaufen zu müssen.

Herr Heldt, können Sie sich vorstellen, was auf Schalke los wäre, wenn Sie sich einen Transfer von Rafael van der Vaart geleistet hätten? Dann wäre der Trubel viel größer – die Erwartungshaltung aber auch.

Horst Heldt: Oh ja. Aber wir sind ganz froh, dass es im Moment bei uns ziemlich ruhig ist. Eine Verpflichtung von van der Vaart wäre für uns nicht machbar und auch nicht sinnvoll gewesen.

Wenn ein Verein wie Schalke sich auf dem Transfermarkt so zurückhält, drängt sich die Frage auf: Wollten Sie nicht mehr tun, oder konnten sie es nicht?

Heldt: Wir haben uns gemeinsam mit dem Aufsichtsrat dafür entschieden, ein wichtiges Augenmerk auf die Konsolidierung zu legen. Es ist unsere Verantwortung, den Verein so aufzustellen, dass es ihm auch in zehn Jahren noch gut geht. Außerdem nehmen wir ständig Geld in die Hand, um uns besser aufzustellen. Das fängt ja schon mit der Vertragsverlängerung von Jefferson Farfan an. Nachdem Jeff zwischendurch schon fast weg zu sein schien, ist er für uns wie ein Neuzugang. Und jetzt wollen wir unbedingt mit Klaas-Jan Huntelaar verlängern. Wir spielen mit ihm diese Saison und gehen dabei auch das Risiko ein, dass uns so ein wertvoller Spieler in einem Jahr ablösefrei verlassen könnte. Vor ein paar Jahren hätte es bei Schalke wahrscheinlich noch geheißen: Wenn er den Vertrag jetzt nicht verlängert, müssen wir ihn eben verkaufen. Das müssen wir nicht mehr tun, diese Freiheit haben wir uns erarbeitet. Deswegen interessiert uns auch das Werben des AC Mailand um Kyriakos Papadopoulos nicht.

Gespräche mit Huntelaar laufen

Wie weit sind Sie denn derzeit bei Huntelaar?

Heldt: Wir haben uns am vergangenen Wochenende mit ihm und mit seinem Berater zusammengesetzt und die Gespräche fortgeführt, die wir vor der EM begonnen hatten.

Und wie geht es jetzt weiter?

Heldt: Wir werden uns demnächst wieder treffen und dann noch konkreter über die Vertragsinhalte sprechen. Klar ist, dass sich Klaas-Jan hier ausgesprochen wohl fühlt, aber wenn er noch Zeit braucht für seine Entscheidung, dann geben wir ihm die. Für uns ist es wichtig, dass er aus Überzeugung verlängert. Wir als Verein können ihm sehr vieles bieten.

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Hat Huntelaar Bedenken wegen der bisherigen Transferpolitik Bedenken geäußert, da er mit Schalke ja um Titel spielen will?

Heldt: Überhaupt nicht. Sein Ziel ist es, dass Schalke vorwärts kommt, und das ist positiv, denn das wollen wir auch.

Frage nach Kapitän noch unbeantwortet

Wird Huntelaar der neue Schalke-Kapitän?

Heldt: Die Entscheidung, wer in der kommenden Saison der Kapitän ist, wird der Trainer treffen. Stand jetzt ist aber Benedikt Höwedes unser Kapitän. Er hat diese Aufgabe bei unserem großen Verein sehr gut gemacht. Abgesehen davon genügt es ohnehin nicht, wenn nur der Kapitän Verantwortung übernimmt. Das müssen viele Spieler tun, ob mit oder ohne Binde.

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Warum wird überhaupt über den Kapitän diskutiert? Sie könnten sagen: Wir haben mit Höwedes einen deutschen Nationalspieler. Der ist Kapitän, und der will und wird es auch bleiben.

Heldt: Bene hat zwar eine durchwachsene Saison hinter sich, das war jedoch hauptsächlich durch Verletzungen bedingt. Er hat einen einwandfreien Charakter. Jetzt geht es darum, gemeinsam zu ergründen, wie es für ihn in der kommenden Saison wieder besser laufen kann.

Ist sein Stammplatz in Gefahr?

Heldt: Wer Benedikt Höwedes hier auf Schalke in Frage stellt, versteht den Mythos dieses Vereins nicht. Wir stellen Eigengewächse mit großem Potenzial nicht in Frage, nur weil eine Saison nicht optimal gelaufen ist. Bene ist hier nicht wegzudenken. Dass er in einem Konkurrenzkampf steht, ist doch selbstverständlich – das trifft auf unsere Torhüter oder Mittelfeldspieler doch genauso zu. Trotzdem ist und bleibt er eine Führungsfigur.

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Kommentare
03.08.2012
08:14
Schalkes Manager Horst Heldt verteidigt Benedikt Höwedes
von Polschalker | #20

#18
Oh jehh.........da sach ich nur: Owned!

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Schalkes Manager Horst Heldt verteidigt Benedikt Höwedes
Schalkes Manager Horst Heldt verteidigt Benedikt Höwedes
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/s04/schalkes-manager-horst-heldt-verteidigt-benedikt-hoewedes-id6934304.html
2012-07-30 21:26
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