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Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig

09.07.2013 | 18:23 Uhr
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
Der Ärger zahlreicher Schalke-Mitglieder über viagogo endlud sich auf der Jahreshauptversammlung. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Essen.  Fußball-Bundesligist Schalke 04 hat seinen erst seit dem 1. Juli geltenden Vertrag mit der Ticketbörse viagogo mit sofortiger Wirkung gekündigt. Es seien festgelegte Spielregeln in dem bei vielen Fans ohnehin umstrittenen Kontrakt nicht eingehalten worden. Ein Kommentar.

Wer allein die Zahlen betrachtete, konnte die ganze Aufregung durchaus für übertrieben halten: In dem Vertrag des FC Schalke 04 mit dem Unternehmen viagogo war festgelegt worden, dass die Online-Ticketbörse pro Saison zehnmal 300 Eintrittskarten für nicht ausverkaufte Heimspiele mit einem Preisaufschlag von maximal hundert Prozent anbieten durfte. Es ging also um nur 3000 von mehr als einer Million Karten. Für diese über drei Jahre gestreckte Erlaubnis waren den Schalkern 3,6 Millionen Euro zugesichert worden. Kein schlechter Deal, sollte man meinen.

FC Schalke 04
Schalke 04 kündigt Vertrag zur Freude der viaNOgo-Aktivisten

Weil die Online-Ticketbörse viagogo bereits mehrfach gegen die Spielregeln verstoßen haben soll, hat der FC Schalke 04 den Vertrag fristlos gekündigt. Die viaNOgo-Aktivisten rund um den Verein freuen sich. Es bleiben aber offene Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt.

Und doch hatte sich die Klubführung reichlich verrechnet. Denn sie unterschätzte die emotionale Wucht dieses Pakts, den nicht wenige Fans als einen teuflischen ansahen, weil sie die Legalisierung des Schwarzmarktes befürchteten. Schalke darf fast alles – nur nicht seine Seele verkaufen. Und so erlebten Vorstand und Aufsichtsrat eine Jahreshauptversammlung mit Zank und Zoff. Am Ende stand immerhin das Versprechen, penibel darauf zu achten, ob das Schweizer Unternehmen die Vereinbarungen auch exakt befolgt.

Viagogo-Vertrag überdauerte gerade mal eine Woche

Der Verein hat Wort gehalten, der Vertrag überdauerte gerade mal eine Woche. Der FC Schalke 04 erkannte Verfehlungen von viagogo, kündigte und kann froh darüber sein, dass er das leidige Thema auf diese Weise los geworden ist. Auch wenn der Schnitt finanziell schmerzhaft gewesen sein sollte: Im Sinne der Vereinshygiene war er nötig. Man darf allerdings schon den Kopf darüber schütteln, dass die Klubchefs erst einen internen Aufstand brauchten, um das zu erkennen.

Peter Müller

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Kommentare
10.07.2013
10:19
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
von mythos_1904 | #10

Ich war immer wieder auf ViaNoGo auf der Suche nach Karten. Die dort angebotenen Karten waren allesamt für deutlich mehr als nur 100% Aufschlag angeboten worden. Ob von ViaNoGo selbst oder durch dritte, ist mir dabei nicht bekannt. Momentan werden dort z.B noch Stehplatzkarten gegen den FCB in Block Q für über 700 € angeboten. Der Normalpreis in der Kategorie liegt bei knapp über 50 €. Wir reden hier also nicht von 100% Aufschlag. Alleine die Buchungsgebühr für 2 dieser Karten liegt beim fast vierfachen Preis des herkömmlichen Tickets.

10.07.2013
09:21
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
von Ralf74 | #9

Der Pöbel siegt! Bis dahin...

4 Antworten
Wenn man Anhänger einer...
von PaulPanter | #9-1

...GmbH & Co. KGaA ist, dann kann man offenbar neidisch werden,
was bei echten Vereinen noch alles an Mitsprache möglich ist, gelle.

@Paulchen Panther
von Ralf74 | #9-2

Mitspracherecht bei "echten Vereinen"......na fein wer es denn glaubt.
Deine Vermutung was meine Anhängerschaft angeht.......daneben gegriffen...
Bis dahin...

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #9-3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

@9-2
von PaulPanter | #9-4

Wat denn nun? Die Vereinsmitglieder haben maßgeblich zur raschen Kündigung beigetragen, was Sie einerseits als "der Pöbel siegt" beschreiben, andererseits jetzt wieder als Aberglaube darstellen? DER Schwurbel ist sicherlich einzigartig.

Was die Anhängerschaft angeht, es wird wohl dringend Zeit, dass Sie zu RB Leipzig, Leverkusen oder Wolfsburg wechseln, da hat jeweils ein Konzern das sagen und wird durch aktive Anhänger, die ihre Rechte wahrnehmen ("Pöbel" in Ihrer Diktion) nicht behelligt.

10.07.2013
08:45
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
von Vatta | #8

ich als Dortmunder sage: Gut gemacht Schalke Fans!!!

Wehret den Anfängen!!

10.07.2013
06:33
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
von alpine | #7

Einiges verstehe ich nicht.
Viagogo darf pro Jahr 3000 Tickets zu maximal 100 Prozent aufschlag verkaufen.
Über 3 Jahre sind das 9000 Karten.
Schalke soll 3,6 Millionen Euro dafür erhalten?
Was für Karten werden da verkauft damit beide Seiten verdienen können?
Stehplatzkarten wohl kaum, oder?

1 Antwort
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
von Asi_Erich | #7-1

ViaNOgo hätte Schalke die 3.000 Karten pro Saison zum Nennwert abgenommen. Die 1,2 Mio. EUR wären zusätzlich als Sponsoring-Leistung (für Bandenwerbung etc.) geflossen.

Man, bin ich froh, dass ich in diesen Sätzen Konjunktive benutzen durfte!!!

10.07.2013
06:15
Nachricht an die Mobs, Internet-Soziopathen, Chaoten, Randalierer, Störenfriede, Krawallmacher usw.
von Friedebrecht | #6

Interview mit schalke04.de - Alexander Jobst (Auszüge)

(…)
Ist die Kündigung auch eine Folge der turbulent verlaufenen Jahreshauptversammlung?
Nein. (…)

(…) Ich habe nicht nur an diesem Tag alle Mitglieder ausreden lassen. Ich habe sie auf der JHV nicht mit Sprechchören unterbrochen oder niedergepfiffen. So etwas gehört nicht auf eine JHV. Von gegenseitiger Achtung war da leider nicht viel zu spüren. (…)

Es ging aber noch weiter unter die Gürtellinie …
Ich musste mich in den vergangenen Monaten in sozialen Netzwerken auf übelste Weise beschimpfen lassen. Obendrein verleumdete man mich, ich würde mich an Sponsorenverträgen persönlich bereichern! (…)

Was bedeutet das für die Zukunft?
(…) Mit Personen, die mich öffentlich beleidigt und verunglimpft haben, werde ich ganz sicher nicht mehr den Dialog suchen oder deren Äußerungen Bedeutung beimessen.
(…)

http://www.schalke04.de/de/aktuell/news/130709_jobst/page/196010-213-.html

2 Antworten
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
von ichliebekoenigsblau | #6-1

Wenn an den Zitate
irgendwas falsch / negativ sein sollte bitte um AUfklärung

Oder sollte das nur ! eine Bestätigung des Nicht-Anstandes sein ?

Es war doch auch zu lesen, dass man zu dem Zeitpunkt bereits den Vertrag und die
Einhaltung prüfte ( ein sogen. schwebendes Verfahren ) .
Und das ist ja wohl nicht der Fall gewesen ! Ansonsten würde ein Herr Tönnies nicht
das Risiko eines Prozesses eingehen :

Glückauf

Worin soll denn nun die Nachricht bestehen?
von PaulPanter | #6-2

Auf der von Dir offensichtlich nicht besuchten Jahreshauptversammlung
wurde es auch schonmal laut, aber Mobs, Internet-Soziopathen, Chaoten,
Randalierer, Störenfriede, Krawallmacher gab es keine.

10.07.2013
05:52
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
von WAZ-Leser54 | #5

Schalke schließt einen Vertrag ab, der mal knapp eine Woche Bestand hat. Das ist ein absoluter Rekord. Weil sie Rücksicht auf die Fans genommen haben sind sie für mich schon jetzt der Meister der Herzen.

1 Antwort
Jawohl Waz-Leser
von Ralf74 | #5-1

das mit dem Meister der Herzen kennt ihr ja zu genüge. Bis dahin...

09.07.2013
23:20
Schalkes Korrektur im Fall viagogo war nötig
von klase | #4

Auch in diesem Fall scheinn einige Fans etwas blauäugig zu sein. Zwischen dem was geagt wird, und dem was geschrieben steht klaffen oft Welten. In der jüngeren Vergangenheit gab es ja einige unterschiedliche Auffasssungen über Vertragsinhalte. Was zu erwartten war, wird vermutlich noch zu rechtlichen Steitigkeiten führen und kann im Zweifel ganz schön teuer werden.http://www.reviersport.de/238779-schalke-viagogo-beteuert-seine-unschuld.html

2 Antworten
Wenn es teuer werden sollte...
von PaulPanter | #4-1

...so wäre das sehr zu bedauern, aber inhaltlich und vereinspolitisch stimmt
bei der Kündigung die Richtung.

Schalkes Korrektur im Fall viagogo war nötig
von knutknutsen | #4-2

klase ist Bochumer und immer noch pissed wegen Goretzka. So what?

09.07.2013
22:42
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
von Supporter1904 | #3

Dass Schalke jetzt den Vertrag nicht einfach weiterlaufen lässt und kündigt und so auf die Millionen von Viagogo letztendlich verzichtet macht mich auch etwas stolz als Schalker. Denn die massiven Proteste u.a. auf der Jahreshauptversammlung des eingetragenen Vereins Schalke 04 (ja, Schalke ist eben noch keine Aktiengesellschaft und schon gar keine börsennotierte KGaA nach Handelsrecht!) haben nicht nur ein eindeutiges Stimmungsbild (90% der Mitglieder haben in einer Abstimmung auf der JHV gegen den Deal gestimmt!) gegen Viagogo offengelegt, sondern offensichtlich auch Eindruck bei den S04-Verantwortlichen hinterlassen und ihnen deutlich gemacht, dass Geld und damit womöglich erkaufter sportlicher Erfolg auf Schalke niemals alles sein darf: Schalke ist für seine Mitglieder und Fans viel mehr als die Summe wirtschaftlicher und sporlicher Erfolge, was gut so und zu respektieren ist!

Es wäre schön, wenn jetzt auch andere Vereine genauso handeln würden wie Schalke!

1 Antwort
Schalkes Korrektur im Fall Viagogo war nötig
von zagallo04 | #3-1

Klasse Kommentar!!

09.07.2013
22:30
Viagoga hat seit Vertragsabschluss gegen Treuepflichten verstoßen und für jeden sichtbar auch zuletzt
von Supporter1904 | #2

@Schlippinho: Viagogo hatte schon seit Vertragsabschluss im Dezember bis zum Vertragsbeginn in der letzten Woche permanent und massiv gegen Treuepflichten (§ 242 BGB) verstoßen, indem es z.B. Nordkurven-Stehplatzkarten für sämtliche Rückrundenspiele der letzten Saison zum teil für weit über 100 Euro und für das Champions League-Spiel gegen Istanbul sogar Karten für weit über 1000 Euro angeboten hat. Das alleine wären bereits Kündigungsgründe gewesen, Viagogo war schon deshalb zu keinem Zeitpunkt mehr schutzwürdig! Ich gehe davon aus, dass Schalke das bereits abgemahnt hat.

Und als jetzt nach Vertragsbeginn noch weitere dreiste Verstöße hinzukamen, die jeder Fan selbst auf deren Website beobachten konnte (z.B. die Verstöße dagegen, Karten nicht teurer als 100 Prozent des ursprünglichen Ticketpreises anzubieten: alleine ich habe 20 Screenshots zum Beweis gemacht) haben die Verantwortlichen eben die richtigen und notwenigen Konsequenzen gezogen.

09.07.2013
20:40
Schalkes Korrektur im Fall viagogo war nötig
von Schlippinho | #1

Es bleibt zu hoffen, dass die Kündigung des Vertrages einer Überprüfung vor Gericht standhalten wird. Es würde den guten Ruf des FC Schalke 04 nachhaltig beschädigen, wenn sich herausstellen würde, dass man nur nicht die Eier hatte, sich gegen ein paar Chaoten durchzusetzen und deshalb nicht zu seinem Wort steht.

2 Antworten
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Wer die 80-90%...
von PaulPanter | #1-2

...der Mitglieder auf der JHV, die gegen den Deal gestimmt
haben, unverschämterweise als "ein paar Chaoten" verunglimpft,
stellt sich selbst ins Abseits.

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