Schalke zwischen Disney und Aufholjagd - Platz drei ist drin

Schalke-Trainer André Breitenreiter (Mitte) lässt sein Team in Florida hart für die Rückrunde ackern.
Schalke-Trainer André Breitenreiter (Mitte) lässt sein Team in Florida hart für die Rückrunde ackern.
Foto: firo
Was wir bereits wissen
Trotz Disneyland geht es für Schalke mit voller Konzentration um die Rückrunde. Riether und Geis haben nicht einmal Zeit für ihre Freundinnen.

Orlando.. Der Amerikaner an sich liebt ja die große Show, und so war Schalkes Atsuto Uchida am Freitagnachmittag (Ortszeit) hier äußerst beliebt: Denn in Orlando wurde die Disney-Parade abgehalten, und “Uchi” war der Abgesandte des FC Schalke 04. Zusammen mit anderen Fußball-Stars wie zum Beispiel Leverkusens Chicharito oder dem Brasilianer Fred von Fluminense war Atsuto Uchida der offizielle Begleiter von Donald Duck und Micky Maus.

Die Disney-Parade ist so etwas wie der Auftakt zum internationalen Turnier um den Florida-Cup, der in den kommenden Wochen hier ausgespielt wird. Wobei das Reglement etwas eigenartig ist: Neun Mannschaften nehmen teil, jedes Team hat zwei Spiele gegen unterschiedliche Gegner, und am Ende wird nachgerechnet, wer dabei am besten abgeschnitten hat.

Keine Zeit für die Freundinnen

Schalke startet am Sonntagabend (19.30 Uhr Ortszeit) gegen die Fort Lauderdale Strikers - nach deutscher Zeit ist die Partie schon in den Montag gerutscht und beginnt um 1.30 Uhr in der Nacht. Mittelfeldspieler Johannes Geis bekennt, dass der Gegner Fort Lauderdale für ihn erst einmal ein ziemlich unbeschriebenes Blatt ist; die Älteren werden sich erinnern, dass Gerd Müller bei den Strikers einst seine Karriere hat ausklingen lassen. Überhaupt hat Geis vom nun beginnenden Florida Cup bisher nicht viel vernommen, “außer einigen PR-Aktionen”.

Interview Aber das ist ja auch gut und richtig so, weil Schalke in erster Linie hier ist, um sich durch intensives Training auf die Rückrunde vorzubereiten. Da bleibt nicht mal Zeit, um die eigene Freundin zu treffen: Johannes Geis und auch Sascha Riether haben ihre Partnerinnen mit nach Florida genommen - gesehen haben sie ihre besseren Hälften angeblich hier noch nicht. Keine Zeit.

Schalke hat in der Rückrunde nichts zu verschenken

Der Fokus liegt auf der Rückrunde: Schalke geht zwar nicht, wie so oft in den vergangenen Jahren, mit einem enormen Rückstand auf die Champions-League-Plätze ins Rennen, muss aber trotzdem Boden gut machen, wenn man dieses Ziel erreichen will, das es offiziell ja gar nicht gibt. Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf Platz vier, fünf Zähler sind es bis zum Überraschungs-Dritten Hertha BSC. Und direkt hinter Schalke lauert mit dem VfL Wolfsburg (ein Punkt weniger) ein Verein, bei dem man mit einer stärkeren zweiten Serie rechnen muss.

Zu verschenken hat Schalke da gar nichts - im Gegenteil: Man sollte von Beginn an voll da sein, umso wichtiger ist die Vorbereitung auf die zweite Serie. “Wir müssen einfach gut starten und hoffen, dass wir dann einen Lauf wie zu Beginn der Hinrunde kriegen”, sagt Sascha Riether. Wie weit es dann nach oben gehen kann, will der Routinier noch nicht abschätzen. Aber so ganz ist selbst der dritte Platz noch nicht aus den Augen: “Natürlich ist Hertha nicht uneinholbar, aber die werden ihren Platz nicht so einfach hergeben”, sagt Johannes Geis. Und ergänzt: “Jeder weiß, dass ich gerne Champions League spielen will.”

Titelchen als Antrieb für Schalke?

Und wer weiß: Vielleicht nimmt Schalke ja sogar ein internationales Titelchen als Antrieb mit in die zweite Serie. Im Vorjahr gewann der 1. FC Köln (ist diesmal nicht dabei) den Florida-Cup. Allerdings müsste man den Schalkern die entsprechende Trophäe dann nachträglich per Post zuschicken: Wenn in Florida der Sieger feststeht, ist Schalke schon längst wieder zu Hause - das letzte Spiel ist am 20. Januar.