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Schalke-Stürmer Huntelaar denkt mit Sorgen an Freiburg

13.05.2013 | 08:00 Uhr
Eine rege Diskussion: Schalkes Joel Matip und Klaas-Jan Huntelaar nach dem 1:2 gegen Stuttgart.

Gelsenkirchen.   Die Bilanz der Gastspiele des FC Schalke 04 in der jüngeren Vergangenheit beim SC Freiburg ist mäßig: Ein Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage. Stürmer Klaas-Jan Huntelaar hätte seinem Klub das Endspiel um die Champions League lieber erspart.

Nein, er ahnte den traurigen Ausgang der Partie nicht voraus. Natürlich nicht. Schließlich ist der kleine Axel erst knapp zwei Jahre alt. Und trotzdem sorgte der junge Mann bereits vor dem 1:2 gegen den VfB Stuttgart für das Sinnbild dieses für den FC Schalke 04 vermaledeiten Nachmittags. Es war zum Weinen, zum Weglaufen. Denn durch die Pleite vergaben die Königsblauen die Chance, Platz vier in der Tabelle der Fußball-Bundesliga zu sichern. Stattdessen rumpelten sie sich in ein Endspiel mit äußerst ungewissem Ausgang um die Teilnahme an der Qualifikationsrunde zur Champions League beim SC Freiburg am abschließenden Spieltag der Saison.

Das Endergebnis und seine Folgen - an all das dachte der kleine Blondschopf nicht im Geringsten, als er an der einen Hand seines Vaters Klaas-Jan Huntelaar den Rasen betrat. An der anderen schlenderte Bruder Seb. So wie alle Schalker Spieler ihre eigenen Kinder - oder Neffen und Nichten - vor dem Anpfiff in Richtung Mittelkreis führten. Dieser Einmarsch sollte die passenden Bilder zu den Ereignissen der vergangenen Tage und Stunden liefern. Den Vertrag mit Julian Draxler bis 2018 verlängert, Jens Keller für zwei weitere Jahre als Cheftrainer verpflichtet . Ein Heimsieg gegen die Schwaben, welche zuletzt gar gegen den FC Augsburg und Greuther Fürth verloren hatten, würde die ersehnte Endgültigkeit des vierten Ranges bringen.

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Was könnte zu so viel offensiv in Szene gesetzter Glückseligkeit besser passen, als fröhliche Fotos mit kleinen Knirpsen im Vereinsdress an den Händen der Schalker Fußball-Helden? Nichts. Nur dass Huntelaars Jüngster bereits nach wenigen Metern von der Kulisse erschrocken anfing zu weinen, sich erst noch auf den Arm nehmen ließ, dann aber so sehr brüllte, dass der Stürmer ihn zurück zur Mama laufen ließ. Wer diese rührende Szene sah, dem schwante allerdings, dass die Stimmung vielleicht doch etwas zu selbstsicher, zu gelöst war.

„Haben einen Elfmeter verschossen. Meilenweit über das Tor gehauen.“

„Wir haben den Schwung ungefähr drei Minuten mitgenommen“, sagte Manager Horst Heldt später. Und fügte süffisant an: „Heute haben wir einen Elfmeter verschossen. Wir haben ihn meilenweit über das Tor gehauen.“ Denn ausgerechnet der VfB Stuttgart, für den es in dieser Saison lediglich im Endspiel des DFB-Pokals noch um etwas geht, agierte aggressiver, schneller, zielstrebiger . „Das durfte überhaupt nicht sein, weil wir alles klarmachen wollten“, sagte Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes.

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Wenn ohne den gelbgesperrten Julian Draxler überhaupt ein Hauch Torgefahr aufkam, stand Klaas-Jan Huntelaar im Blickpunkt. Fast wäre ihm in der 63. Minute sogar der Ausgleich nach Vedad Ibisevics 0:1 (24. Minute) gelungen. Weil er offensichtlich wenig angetan von den vorherigen Freistoß-Künsten seiner Kollegen Christian Fuchs, Raffael oder Michel Bastos war, schnappte sich der Niederländer den Ball - und wuchtete ihn mit einer eher ungewöhnlichen Schusstechnik aus gut 20 Metern an den Pfosten.

„Es war nicht unser Tag“, erklärte der 29-Jährige nach der Partie enttäuscht. „Die Niederlage war verdient. Der Wille war da, aber auf dem Platz konnten wir unsere Ideen leider nicht umsetzen.“ Und als Ibisevic den VfB gar mit 2:0 in Führung brachte (66.), war Schalke geschlagen. Selbst das Eigentor von Stuttgarts Georg Niedermeier in der Nachspielzeit, der eine Huntelaar-Flanke ins Netz abfälschte, ließ nur noch wenig Hoffnung aufkommen. „Jetzt gibt es ein Endspiel in Freiburg“, sagte Huntelaar. „Das hätten wir uns lieber erspart.“

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Er weiß warum. Seit dem Aufsteig der Breisgauer 2009 in die Bundesliga gelang den Königsblauen in Freiburg bei einem Unentschieden (0:0) und einer Niederlage (1:2) nur am fünften Spieltag der Saison 2010/2011 ein 2:1, ein Zittersieg. Torschütze: Klaas-Jan Huntelaar. Schlagzeile nach zuvor vier sieglosen Partien: Huntelaar erlöst Schalke. Wiederholt sich diese Geschichte, könnte nicht nur der kleine Axel wieder lachen.

Falk Blesken

Kommentare
14.05.2013
07:05
Schalke-Stürmer Huntelaar denkt mit Sorgen an Freiburg
von huessi | #21

Boah WAZ! Seid ihr schlecht.

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http://www.derwesten.de/sport/fussball/s04/schalke-zum-weinen-zum-weglaufen-id7945659.html
2013-05-13 08:00
Schalke 04, Klaas-Jan Huntelaar, Bundesliga, Champions League, SC Freiburg
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