Schalke-Vorstand Jobst rechnet mit Befragung im Fifa-Skandal

Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst arbeitete von Anfang 2007 bis 2011 für den Weltfußballverband Fifa.
Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst arbeitete von Anfang 2007 bis 2011 für den Weltfußballverband Fifa.
Foto: Martin Möller / FUNKE FotoServices
Nach der Vergabe der WM-Turniere für 2018 und 2022 verließ der heutige Schalker Marketingvorstand Alexander Jobst den Weltfußballverband Fifa.

Gelsenkirchen.. Alexander Jobst (41) hat eine ganz besondere Beziehung zum Weltfußballverband Fifa. Der Vorstand Marketing des FC Schalke 04 war von Anfang 2007 bis 2011 für die Fifa tätig. „Ich war verantwortlich für den Bereich Sales. Dazu gehörten vornehmlich Sponsoring und Lizenzgeschäfte“, sagt er der WAZ. Und mit Blick auf die Festnahmen vom Mittwochmorgen in Zürich stellt er fest: „Ich finde es schockierend, welche Ausmaße dieser Skandal gerade annimmt. Ich glaube aber auch, dass wir da noch lange nicht am Ende sind.“

Die Aktion der Strafverfolgungsbehörden zu diesem Zeitpunkt, kurz vor der Wahl des Fifa-Präsidenten, vermutet er gezielt platziert und erkennt einen Zusammenhang mit dem nicht veröffentlichten Bericht von Michael Garcia. „Garcia hat den untersuchenden Teil der Ethikkommission geleitet. Als die Ergebnisse vom Verband nicht voll umfänglich dargestellt worden sind, wie er es sich wünschte, hat er hingeworfen“, blickt Jobst zurück: „Ich denke, die Ermittlungen sind anschließend fortgeführt worden.“ Nicht von ungefähr seien neben den Schweizer auch die US-Behörden mit im Spiel. „Garcia ist US-Amerikaner und war als Staatsanwalt tätig, ehe er von der Fifa für die Kommissionsarbeit verpflichtet wurde.“

Besonders schockierend findet der Schalke-Vorstand, „dass jetzt die Personen festgenommen worden sind, die nach einer ersten Säuberungsaktion auf diese Stühle nachgerückt waren“. Auch glaubt Jobst, dass in den Ermittlungen nicht nur der Fokus auf die Vergabepraxis für die Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar gelegt werden wird. „Da wird auch in Richtung der zurückliegenden Turniere 2010 und 2014 ermittelt werden.“

Schalke-Vorstand Jobst sieht seine Entscheidung bestätigt

An dieser Stelle kommt der Schalker als Person selbst ins Spiel: Er war damals verantwortlich für die Akquise und den Abschluss der Sponsorenverträge. „Ich denke, dass alle abgeschlossenen TV-Vereinbarungen und Marketingverträge der zurückliegenden Jahre durchleuchtet werden.“ Er habe sich nichts vorzuwerfen, rechnet aber durchaus damit, zum Thema befragt zu werden. „Meine Arbeitskorrespondenz und sämtliche Vertragsunterlagen liegen der Fifa offenkundig vor“, sagt Jobst. Seine Entscheidung, den Verband nach der Vergabe der Turniere für 2018 und 2022 verlassen zu haben, sieht er voll und ganz bestätigt.

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