Schalke-Trainer Di Matteo wünscht sich neue Spieler

Schalke-Trainer Roberto Di Matteo
Schalke-Trainer Roberto Di Matteo
Foto: Caroline Seidel / dpa
Was wir bereits wissen
Manager Horst Heldt ließ sich aber nicht in die Karten schauen. "Wir werden uns in Ruhe austauschen", sagte er nach dem 0:0 gegen den Hamburger SV.

Gelsenkirchen.. 27 Punkte in 17 Spielen - der FC Schalke 04 beendete eine turbulente Bundesliga-Hinrunde nach dem 0:0 gegen den Hamburger SV auf dem fünften Tabellenplatz. Für die Spieler und Trainer Roberto Di Matteo beginnt nun eine zweiwöchige Winterpause. Nur Manager Horst Heldt darf sein Smartphone nicht ausschalten. Denn im Schalker Aufgebot könnte es einige Änderungen geben.

Zum einen stehen zuletzt lange verletzte Spieler wie Leon Goretzka, Kevin-Prince Boateng, Jefferson Farfan und Julian Draxler vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining. "Sie sind fast wie Neuzugänge", sagte Di Matteo. Dennoch wünscht sich der Coach auch externe Verstärkungen: „Ich würde gerne was machen, das ist klar." Heldt ließ sich noch nicht in die Karten schauen. "Wir werden uns in Ruhe austauschen", sagte er. Kapitän Benedikt Höwedes setzte seinen Boss nicht unter Druck: „Wir können immer Qualität im Kader gebrauchen. Ich sage nicht, dass wir ein, zwei neue Spieler brauchen - aber man muss gezielt schauen, wer wann weg ist, wer wann wiederkommt von der Verletztenliste, und muss danach handeln." Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hielt sich mit Forderungen zurück und sagte schmunzelnd: „Immer wenn ich etwas sage, kommen direkt große Schlagzeilen. Da ist es besser, nichts zu sagen...“

Nach dem 0:0 gegen den HSV sind wir auf Stimmenjagd gegangen.

Roberto Di Matteo (Trainer FC Schalke 04): Dieses Unentschieden ist ein gerechtes Resultat. Wir haben gut angefangen, hatten verschiedene Torchancen, unter anderem einen Lattenschuss. In der zweiten Halbzeit haben uns die Kräfte verlassen, wir konnten nicht mehr zulegen. Zudem hat Hamburg ein sehr gutes Spiel gemacht. Deshalb war es ein ereignisreiches 0:0. Auch heute haben wir alles gegeben, hatten noch einen Pfostenschuss in der zweiten Halbzeit, auch Drobny musste ein paar Mal gute Paraden machen.“

Di Matteos Hinrunden-Bilanz: „Mit einem Sieg wäre es eine super Hinrunde gewesen. Mit dem Unentschieden ist es immer noch eine sehr positive. Ich habe die Mannschaft in zehn Bundesligaspielen trainiert. Wir haben 19 Punkte geholt, das sind viele. Wir haben die Distanz zu den Mannschaften, die vor uns waren, verringert. Deshalb können wir zufrieden sein.“

Einzelkritik Di Matteo über die Einwechslung von Leroy Sané: „Ich habe einen Stürmer eingewechselt, weil ich das Spiel gewinnen wollte. Ich habe umgestellt auf ein 3-4-3-System mit Sane, Choupo-Moting und Huntelaar vorn. Max Meyer hat in den letzten vier Bundesligaspiele begonnen und wird auch weiter ein wichtiger Spieler für uns sein.“

Horst Heldt (Manager FC Schalke 04): „Es war ein hart umkämpftes Spiel - und am Ende ein gerechtes Ergebnis, auch weil der HSV seine Möglichkeiten hatte. Beide Mannschaften haben versucht, das Spiel zu gewinnen. Am Ende ist uns die Kraft ausgegangen. Dann kommt mal ein Unentschieden dabei heraus. Es ist wichtig, dass die Spieler jetzt runterkommen, mal nicht an Fußball denken. Dann werden wir gute und intensive Vorbereitung haben."

Heldts Hoffnungen für die Rückrunde: „Wir hoffen, dass wir in der Rückrunde möglichst viele Spieler zur Verfügung haben, die in der Hinrunde so gut wie gar nicht zum Einsatz gekommen sind wie zum Beispiel Kolasinac oder Draxler. Das sind Spieler von außerordentlicher Qualität. Leon Goretzka hat gar kein Spiel gemacht."

Huntelaar Benedikt Höwedes (FC Schalke 04): „Es war ein 0:0 der interessanteren Art. Man kann viele positive Ansätze aus diesem Spiel mitnehmen: Dass wir zu Null gespielt haben, dass wir nicht verloren haben. Wir haben in den letzten sechs Spielen viel Gutes erzielt, haben uns in die obere Tabellenregion zurückgearbeitet. Wir haben uns taktisch weiterentwickelt, sind gefestigter als Mannschaft, haben ein besseres Auftreten. Deshalb können wir ein einigermaßen versöhnliches Weihnachtsfest feiern. Es hat nicht alles funktioniert, damit müssen wir selbstkritisch umgehen. Wir haben viel Kraft gelassen, man hat uns angemerkt, dass wir platt waren. Auch ich bin nach einer langen Saison froh, in die Winterferien zu kommen, weil das WM-Jahr sehr intensiv war.“

Höwedes über die Tabellensituation: „Ich sehe es positiv, dass wir Anschluss an die oberen Regionen haben, mit drei, vier Mannschaften auf Augenhöhe stehen, den dritten Platz fest vor Augen haben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir mit Borussia Dortmund im Tabellenkeller stehen, wenn ich sehe, wie über uns geschrieben wird. Das ist schade. Denn wir stehen mit Mönchengladbach und Leverkusen auf ähnlichem Niveau!“

Höwedes über die positive Serie am Hinrundenende: „Wir hatten mit einer Verletzungsmisere zu kämpfen, hatten einen Trainerwechsel - da funktioniert nicht alles von heute auf morgen. Wir haben die richtige Spur genommen und das System umgestellt. Huntelaar bekommt Unterstützung durch Choupo-Moting. Wir stehen stabiler in der Defensive, die Abläufe haben besser funktioniert, wir haben deutlich besser gegen den Ball gearbeitet. Das hat unserem Spiel gut getan. Wir haben uns auch das Glück erarbeitet, was wir in Paderborn zum Beispiel brauchten."

Höwedes über die Umstellung auf das 3-5-2-System: „Der Trainer hatte die goldrichtige Idee. Uns standen viele klassische Außenspieler nicht zur Verfügung. Da wir im Fünfer-Mittelfeld haben die Außenpositionen mit vermeintlichen Außenverteidigern besetzen konnten, ist das System ideal. Wir wir in die Rückrunde starten, lassen wir dahingestellt. Es kommen auch Spieler zurück." (von Andreas Ernst, aufgezeichnet in der Mixed Zone)

So analysieren Huntelaar und Santana das Schalker 0:0 gegen den HSV

Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04): „Man kann nicht zufrieden sein, wenn man zu Hause gegen den HSV nicht gewinnt, mit der Art und Weise unseres Spiels kann man aber wohl zufrieden sein. In der ersten Halbzeit waren wir sehr dominant, sehr gut. Natürlich sind die Hamburger in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel gekommen, aber trotzdem waren wir überlegen und müssen eigentlich gewinnen.“

Huntelaar über das 3-5-2-System: „Wir haben das als Mannschaft super gemacht, schon im ersten Spiel gegen Wolfsburg. Die System-Umstellung hat uns mehr Sicherheit gegeben. Wir haben gute Spiele gemacht wie in Stuttgart oder gegen Mainz und Wolfsburg. Vorher haben wir nicht so leicht gewonnen wie in diesen drei Spielen. Das hat uns Sicherheit und einen guten Tabellenplatz gebracht.“

Felipe Santana (FC Schalke 04): "Ein 0:0 war nicht unser Wunsch, aber wir können zufrieden sein mit dem Punkt. Es war ein Fight, und wir haben sehr gut gekämpft, obwohl wir vom Paderborn-Spiel sehr müde waren. In der Winterpause können wir jetzt runterkommen. Danach werden wir sehr viel arbeiten, damit wir in der Rückrunde viele Punkte holen können.“

Santanas Hinrundenfazit: "Ich bin zufrieden. Trotz der Verletzungen und des Trainerwechsels stehen wir trotzdem knapp hinter dem Qualifikationsplatz zur Champions League. Daran hat niemand geglaubt außer uns."

Santana über Di Matteo: „Er ist ein ruhiger Mensch, der viel mit uns spricht. Für uns ist das extrem wichtig, weil wir immer noch seine Philosophie lernen. Dass wir viele erfahrene Spieler haben, macht es ein bisschen einfacher. Wenn wir in Doha zusammen in Ruhe arbeiten, werden wir zeigen, was er möchte.“