Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Schalke

Schalke-Torhüter liefern sich Dreikampf um Stammplatz

17.07.2012 | 18:05 Uhr
Wer macht das Rennen?: Ralf Fährmann (links), Timo Hildebrand (rechts) oder Lars Unnerstall.Foto: imago

Donaueschingen  Beim FC Schalke 04 sind drei Torhüter fast auf Augenhöhe. Timo Hildebrand, Ralf Fährmann und Lars Unnerstall wollen den Stammplatz zwischen den Pfosten. Torwarttrainer Holger Gehrke fordert das Trio im Trainingslager.

„Sehr gut, Timo“, ruft Co-Trainer Markus Gisdol laut über den Platz. Timo Hildebrand ist beim Trainingsspiel weit aus seinem Tor geeilt und hat gedankenschnell einen Ball abgefangen – das gibt Pluspunkte. Hinter dem anderen Tor steht der neue Torwart-Trainer Holger Gehrke und schaut Ralf Fährmann ganz genau auf die Finger. Es ist eine besondere Beobachtung, die den Schalker Torhütern da im Trainingslager in Donaueschingen zuteil wird. Und dabei fehlt an diesem Tag noch der dritte im Bunde, weil Lars Unnerstall wegen einer Verletzung an der Achillessehne pausieren muss.

Nirgendwo in der Bundesliga ist der Kampf um die Kiste so eng wie auf Schalke. In der vergangenen Saison, ausgerufen war das Jahr eins nach Manuel Neuer, durften sich Ralf Fährmann (23), Lars Unnerstall (21) und Timo Hildebrand (33) zwischendurch alle als Nummer eins fühlen. Und nun, im Jahr zwei nach Manuel Neuer, wollen alle drei die Nummer eins werden. „Eine ganz spezielle Situation“, nennt dies Torwart-Trainer Gehrke: „Bei anderen Vereinen sagt man zwar auch, dass das Rennen offen ist, aber intern hat sich meistens schon eine Nummer eins herauskristallisiert. Doch bei uns gibt es wirklich noch keine Vorentscheidung.“

Ralf Fährmann trägt die Nummer eins

„Der große Dreikampf ist eröffnet“, lacht Ralf Fährmann , der seinen Kreuzbandriss aus der vergangenen Saison auskuriert hat und zumindest in einer Hinsicht die Nase vorn hat: Er trägt die Nummer eins auf dem Rücken. Zu bedeuten hat das freilich gar nichts. Trainer Huub Stevens will allen in der Vorbereitung die gleiche Chance geben: „Alles andere wäre nicht fair.“ Die Entscheidung, wer die Nummer eins wird, will er erst unmittelbar vor dem ersten Pflichtspiel am 19. August im DFB-Pokal beim 1. FC Saarbrücken treffen. Und das soll dann eine Wahl auf Dauer sein: Eine Torwart-Rotation soll es auf Schalke nicht geben. Das heißt, dass einer der Kandidaten, der jetzt noch vom Stammplatz zwischen den Pfosten träumt, ab August sogar einen ganz harten Platz auf der Tribüne hat.

Schalke im Trainingslager

Stevens (58) hat mit Gehrke (51) eigens einen neuen Trainer in sein Team geholt, der „die Torhüter besser machen“ soll. Gehrke war von 1992 bis 1994 selbst Schlussmann auf Schalke – damals lieferte er sich ein erbittertes Duell mit Jens Lehmann um die Nummer eins, bei dem beide wie die Rivalen der Rennbahn wirkten: zeitweise würdigten sie sich keines Blickes. So verbissen geht es heutzutage noch nicht zu: „Wir haben keinen Stinkstiefel dabei“, behauptet Fährmann, der mit Unnerstall sogar dick befreundet ist – beide teilen im Trainingslager ein Doppelzimmer.

Unnerstalls Vertrag soll bald verlängert werden

Schalke
Schalkes Jones will sein Image als Karten-König loswerden

14 Gelbe Karten in 20 Einsätzen - das ist die Bilanz von Jermaine Jones in der vergangenen Spielzeit. Für seinen Tritt gegen Marco Reus war er für sechs Spiele gesperrt. An diesem Image will der Schalker Jones, der neben anderen als künftiger Kapitän der Königsblauen gehandelt wird, nun arbeiten.

Fährmann wirkt nach seiner Verletzung lockerer als vor einem Jahr, als er unbedingt beweisen wollte, dass er auch einen Manuel Neuer ersetzen kann. Diesmal scheint sein Selbstbewusstsein nicht so aufgesetzt – er lacht, wenn er mit dem Hinweis auf seine Rückennummer sagt: „Ich denke, dass die Nummer eins auch im Tor stehen wird.“ Für ihn spricht, dass er vor einem Jahr als Stammtorwart aus Frankfurt zurückgeholt wurde – zu seinen Zeiten in der Schalker Jugend galt er als mindestens ebenso talentiert wie Neuer.

Unnerstalls Bonus ist, dass er sich im letzten Jahr überraschend durchgebissen hat. Schon damals hat er seinen Anspruch, die Nummer eins bleiben zu wollen, klar formuliert: „Sonst hätte ich den falschen Beruf.“ Schalke möchte seinen Vertrag in diesen Tagen verlängern, weil er vielleicht noch das größte Steigerungspotenzial hat.

Hildebrands Pluspunkt ist die Erfahrung

Schalke treffsicher

Hildebrands Pluspunkt hingegen ist die Erfahrung – in der vergangenen Saison hat er bei seinen wenigen Einsätzen (sechs in der Bundesliga) von allen Torhütern die größte Ruhe ausgestrahlt. Der frühere Nationaltorwart lehnt sich bisher am wenigsten aus dem Fenster. Sogar, als er neulich von einem kleinen Jungen gefragt wurde, ob er  nicht eigentlich der Fan-Liebling bei Schalke werden möchte, zögerte Hildebrand mit der Antwort und fragte vorsichtig zurück: „Wie werde ich das denn?“ Nun ja, als Nummer eins hätte er schon Chancen.

Barnetta trifft beim Debut

Drei Männer kämpfen um einen Platz. Das Duell ist so eng, dass sich Gehrke davor hütet, auch nur die kleinsten Tendenzen abzugeben: „Bisher bin ich von allen drei begeistert.“ Eine Aussage, die wenigstens einen Rückschluss zulässt: Schalke dürfte in der kommenden Saison zumindest die beste Nummer drei der Liga haben…

Manfred Hendriock



Kommentare
19.07.2012
15:35
Schalke-Torhüter liefern sich Dreikampf um Stammplatz
von Ralf74 | #4

Plop....in China ist ein Sack Reis umgefallen

18.07.2012
14:18
Schalke-Torhüter liefern sich Dreikampf um Stammplatz
von jaro_pouzar | #3

Ich für meinen Teil würde Hildebrandt favorisieren. Er bringt die meiste Erfahrung mit, strahlt Ruhe aus und macht die wenigsten Fehler.

18.07.2012
08:17
Schalke-Torhüter liefern sich Dreikampf um Stammplatz
von Tolli | #2

Leider sind alle 3 mur unteres Bundesliga Niveau...

18.07.2012
02:48
Schalker Torhüter liefern sich Dreikampf um Stammplatz
von McThai | #1

Zitat : Unnerstalls Vertrag soll bald verlängert werden - damit sollte die Nummer eins doch feststellen das sagt doch alles aus !

Aus dem Ressort
Schalkes Horst Heldt muss Kritik von allen Seiten einstecken
Heldt
Nach der Kritik von Ex-Spieler Jermaine Jones bekommt Schalke-Manager Horst Heldt nun auch von Lukas Podolski Gegenwind. Der Nationalspieler zeigte sich verwundert über Aussagen von Heldt, der eine Verpflichtung Podolskis zuletzt ausgeschlossen hatte. Ein Wechsel zu Schalke sei nie Thema gewesen.
S04-Trainer Di Matteo entschuldigt sich - Mourinho macht Mut
Stimmen
0:5 - was für ein Debakel für den FC Schalke 04 gegen den FC Chelsea! Trainer Roberto Di Matteo entschuldigte sich in der Pressekonferenz bei den Schalke-Fans, während Chelsea-Coach José Mourinho seine Spieler überschwänglich lobte. Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.
Schalkes Heldt zum Jones-Tweet: "Das ist nicht mein Niveau"
Heldt
Wieder einmal ging Schalke 04 gegen eine große Mannschaft in der Champions League unter. Die Königsblauen verloren das Spiel gegen den FC Chelsea mit 0:5 (0:3). Manager Horst Heldt bezeichnete die Leistung als "blamabel". Nach dem Spiel musste er noch auf Ex-Schalke-Spieler Jermaine Jones eingehen.
Nach Chelsea-Debakel bleiben auf Schalke Wut und Entsetzen
Kommentar
Nach der 0:5-Pleite gegen den FC Chelsea steht Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 in der Champions League vor dem Aus. So schlecht wie in dieser Saison haben sich die Königsblauen in der Königsklasse erst einmal präsentiert. Was bleibt, sind Wut und Entsetzen. Ein Kommentar.
Jones rechnet auf Twitter ab: Heldt hat Schalke ruiniert
Twitter-Attacke
Obwohl Jermaine Jones mittlerweile in den USA spielt, verfolgt er seinen Ex-Club Schalke noch immer mit großer Leidenschaft. Während des 0:5-Debakels gegen Chelsea in der Champions League ließ der US-Nationalspieler seinen Frust auf Twitter ab. Im Zentrum seiner Attacke: Sportdirektor Horst Heldt.
Umfrage
Wie finden Sie die Handschrift von Trainer Roberto Di Matteo?

Wie finden Sie die Handschrift von Trainer Roberto Di Matteo?