Schalke steckt vor Derby beim BVB in einer Angriffskrise

Wieder glücklos: Schalkes Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting (rechts), hier gegen den Bremer Innenverteidiger Assani Lukimya.
Wieder glücklos: Schalkes Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting (rechts), hier gegen den Bremer Innenverteidiger Assani Lukimya.
Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim 1:1 gegen Werder Bremen wird wieder deutlich, dass dem FC Schalke 04 vorne die Schnelligkeit und die Durchschlagskraft fehlen. Trainer Roberto Di Matteo wird sich etwas einfallen lassen müssen vor dem Derby am Samstag in Dortmund.

Gelsenkirchen.. So eine Enttäuschung muss man erst einmal verarbeiten. Die Spieler des FC Schalke 04 mussten sich am Samstag wie Verlierer vorkommen, obwohl sie 1:1 gespielt hatten. Aber dieser späte Ausgleich, für den Werder Bremens Einwechselspieler Sebastian Prödl per Kopfball in der 92. Minute gesorgt hatte, hatte die emotionale Auswirkung einer Niederlage.

„Natürlich sind wir enttäuscht“, sagte auch Trainer Roberto Di Matteo, der sich diese von jeglichem Spektakel, wie es beispielsweise Augsburg und Leverkusen bei ihrem 2:2 am Samstag boten, weit entfernte Partie ansonsten schön redete. „Wir haben das Spiel kon­trolliert und sind verdient in Führung gegangen“, meinte der Italiener. „Aber wir haben nicht den Raum genutzt, um das zweite Tor zu machen.“ Di Matteo verschwieg, dass sein Team nach zwei Chancen, die Bremens Stürmer Franco Di Santo in der ersten Halbzeit vergab, auch schon 0:2 hätte zurückliegen können. Und dass die defensive Grundhaltung, die er der Mannschaft verordnet hat, der Grund dafür ist, warum sie nicht „den Raum nutzt, um das zweite Tor zu machen“.

Huntelaar schmerzlich vermisst

Es geht im Schalker Spiel selten schnell nach vorne. Eine nicht von der Hand zu weisende Entschuldigung bleibt das Fehlen von spritzigen Spielern wie Jefferson Farfan und Julian Draxler. Aber es lohnt nicht, dies Woche für Woche zu beklagen. Auch mit dem derzeitigen Personal wären ein Auswärtssieg in Frankfurt und ein Heimsieg gegen Bremen möglich gewesen.

Rück- und Ausblick In Frankfurt hatten die Schalker vor allem in der ersten Halbzeit noch genügend gute Chancen. Gegen Bremen gab es kaum Anlässe für die Zuschauer, den Torschrei auf den Lippen zu haben. In den vergangenen sieben Pflichtpartien haben die Königsblauen lediglich vier Treffer erzielt – ausschließlich durch Abwehr- oder Mittelfeldspieler. Der gegen Bremen zum letzten Mal wegen der gegen Hannover gesehenen Roten Karte gesperrte Klaas-Jan Huntelaar wurde erneut schmerzlich vermisst, zumal Eric Maxim Choupo-Moting seit Jahresbeginn nicht mehr zu wissen scheint, wie er den Ball über den weißen Strich zwischen den Pfosten bugsieren soll. Auch Kevin-Prince Boateng fehlt die Torgefahr, Sidney Sam hat sich noch nicht als Alternative erwiesen, Felix Platte und Leroy Sané müssen noch einiges lernen – Schalke 04 steckt im Angriff in einer Krise.

Heldt auf Schlüsselsuche

„Wir müssen wieder effizienter werden“, fordert Manager Horst Heldt. „Das waren wir in den letzten Spielen nicht. Wir müssen den Schlüssel finden, denn das hat uns davor ausgezeichnet.“

Aber wie? Roberto Di Matteo wird sich etwas einfallen lassen müssen vor dem Derby am Samstag bei Borussia Dortmund (15.30 Uhr/live in unserem Ticker). Er kann sich dabei auf Aufstellung und Taktik konzentrieren, motiviert sind die Spieler von allein.