Schalke-Spieler wollen die Fans zurück: "Es liegt an uns"

Die Schalker Mannschaft nach dem Spiel in Frankfurt auf dem Weg zu den Fans.
Die Schalker Mannschaft nach dem Spiel in Frankfurt auf dem Weg zu den Fans.
Foto: imago/Eibner
Was wir bereits wissen
Schalkes Spieler werben um Verständnis für das 0:0 in Frankfurt. Gegen Hamburg sollen die Fans wieder ins Boot geholt werden: „Es liegt an uns.“

Gelsenkirchen/Frankfurt.. Natürlich, zufrieden war mit diesem Kick keiner. Das konnte ja auch keiner sein. Aber während die Fans im Stadion und zu Hause vor den Fernsehern ihrem Frust freien Lauf ließen und vergeblich auf eine gute Leistung als Reaktion auf das 0:3 gegen Schachtjor Donezk gehofft hatten, warben die Schalker Spieler nach dem trostlosen 0:0 bei Eintracht Frankfurt um Verständnis. „Uns hat die letzte Leichtigkeit gefehlt“, entschuldigte Roman Neustädter sich und die Mannschaft und versicherte, dass sich auch die Schalker Spieler „mehr gewünscht“ hätten.

Kommentar Was Neustädter mit der fehlenden Leichtigkeit ansprach, war der Ballast, den Schalke durch die Misserfolge in den vergangenen Wochen mit sich herumschleppt. „Donezk hat Spuren hinterlassen“, gab Torwart Ralf Fährmann unumwunden zu: „Da muss man dann über den Kampf kommen. Das ist aber nicht so einfach – leider haben wir oft zu verkrampft gespielt.“

Nur die Verteidigung stimmte

Bemerkbar machte sich das im Spiel nach vorne. Eigentlich hatte Schalke über 90 Minuten keine wirklich zwingende Torchance. Klaas-Jan Huntelaar, der völlig auf verlorenem Posten stand, konstatierte: „Am Ende muss man sagen, dass es ein klares 0:0-Spiel war, ohne große Torchancen auf beiden Seiten.“ Abgesehen natürlich vom Frankfurter Lattentreffer in der ersten Halbzeit. Kurios genug: Als Pierre Emile Höjbjerg kurz vor Schluss aus Verzweiflung einmal aus der dritten Reihe abzog, wäre Frankfurts Torwart Lukas Hradecky der Ball beinahe durch die Arme gerutscht – er bekam ihn aber doch noch rechtzeitig zu fassen. Auch diese Szene meinte Roman Neustädter, als er empfahl: „Vielleicht muss man den Ball auch einfach mal auf das Tor hauen und nicht so viel Klein-Klein spielen.“

Zugute halten konnte man der Mannschaft eigentlich nur, dass sie defensiv kompakt verteidigt hatte: Das lief immerhin besser als gegen Donezk, war aber auch auf die Aufstellung mit den gelernten Verteidigern Junior Caicara und Sead Kolasinac im Mittelfeld zurückzuführen. „Es war mit Sicherheit kein schönes Spiel“, gab Trainer André Breitenreiter zu. Und keines, das die Zuschauer als positive Reaktion auf das Auseinanderfallen gegen Donezk werten konnten.

Gespannt darf man sein, wie die Fans in der Arena nun am Mittwoch reagieren werden, wenn der Hamburger SV in der Englischen Woche zum Bundesligaspiel nach Schalke kommt. „Ich weiß es nicht“, sagt Klaas-Jan Huntelaar, glaubt aber, dass sich die Zuschauer auch wieder überzeugen lassen werden: „Wir müssen uns auf unsere Leistung auf dem Platz konzentrieren, dann nehmen wir die Fans auch mit.“ Ähnlich sieht’s Roman Neustädter: „Es wird an uns liegen. Wenn wir von Anfang an Gas geben, kippt auch wieder die Stimmung.“ Und zwar zugunsten von Schalke – so, wie es in dieser Saison bis zum Frust-Spiel gegen Donezk eigentlich immer war.