Schalke schreibt Tranfers von Sam und Santana noch nicht ab

Bleibt mit Köln und Frankfurt im Gespräch: Horst Heldt glaubt nach wie vor daran, Sidney Sam und Felipe Santana abgeben zu können.
Bleibt mit Köln und Frankfurt im Gespräch: Horst Heldt glaubt nach wie vor daran, Sidney Sam und Felipe Santana abgeben zu können.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
S04-Manager Horst Heldt zeigt sich weiterhin optimistisch, Sidney Sam und Felipe Santana loswerden zu können. Ein weiterer Zugang ist noch nicht in Sicht.

Velden.. Als sich Horst Heldt am Mittwoch zu Wort meldete, braute sich gerade etwas zusammen: Am Himmel über dem Trainingslager des FC Schalke 04 zog ein Gewitter auf. Die Szenerie passte zur Thematik: Denn dass mit Felipe Santana und Sidney Sam zuletzt gleich zwei Schalker Spieler bei anderen Vereinen durch den Medizincheck gerasselt waren, sorgte schon für ein ordentliches Getöse. Auch wenn Schalkes Manager abwiegelte: “Das heißt ja nicht, dass die Spieler nicht bundesligatauglich sind.”

Zu Heldts Beschwichtigungs-Strategie gehörte es, fehlgeschlagene Medizinchecks in der Bundesliga als nicht ungewöhnlich darzustellen: Schalke habe in der vergangenen Saison selbst zwei Fußballer nach nicht bestandener ärztlicher Prüfung nicht verpflichtet - beide würden heute in der Bundesliga spielen; die Namen nannte er allerdings nicht. Und Wolfsburgs Naldo habe bei seinem Übertritt von Werder Bremen einst auch zuerst nicht den Medizincheck bestanden und sei heute einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga.

Heldt zu Sam: “Es gibt keinen Grund, jetzt pessimistisch zu sein”

Bei Sidney Sam sei es allerdings schon “überraschend”, dass die Ärzte von Eintracht Frankfurt Blut im Urin des Profis gefunden hätten - der Ursache werde man nun auf Schalke auf den Grund gehen. Die erhöhten Nierenwerte seien dagegen “nichts Außergewöhnliches im Profisport” erklärte Heldt und betonte: “Es gibt keinen Grund, jetzt pessimistisch zu sein.” Im Klartext: Schalke hofft, dass beide Spieler noch verkauft werden können - wenn auch mit zeitlicher Verzögerung. “Das ist nicht schön”, gestand Heldt: “Beide Spieler hatten sich entschlossen, Schalke zu verlassen, und wir hatten mit Köln und Frankfurt Einigkeit erzielt.” Mit beiden Klubs sei man aber weiter im Gespräch.

Dennoch bleiben Fragen - vor allem die, warum Schalkes medizinische Abteilung um Mannschaftsarzt Dr. Andreas Falarzik keine Kenntnis von den Problemen der Spieler hatte. Bei Santana (Muskelfaserriss in der Wade) sei es so, dass der sich im Urlaub verletzt haben müsse, vermutete Heldt: “Auf Schalke hat er vorher kein Training absolviert.” Und bei Sam habe Schalke auf den zu Saisonbeginn obligatorischen sportmedizinischen Test verzichtet, “weil er freigestellt war - sonst wäre es uns aufgefallen.”

Stand jetzt, ist Schalke aber noch keinen seiner drei Ladenhüter mit laufendem Vertrag losgeworden, denn auch Kevin-Prince Boateng sucht noch einen Verein (offizielle Anfragen liegen derzeit nicht vor). Das belastet zunächst einmal weiterhin Schalkes finanzielles Budget, bremst die Königsblauen aber nach Heldts Angaben nicht bei ihren eigenen Transferplänen aus: “Es ist nicht so, dass wir erst Spieler abgeben müssen, um neue verpflichten zu können.” Dennoch braucht Schalke für den nächsten Transfer wohl noch Zeit: Einen weiteren Zugang noch während des Trainingslagers hält Heldt für “nicht wahrscheinlich”.