Schalke rügt Minister Jäger für öffentliche Zurechtweisung

Im Spiel gegen Paok Saloniki im August 2013 stürmte die Polizei den Block der Schalker. Seitdem wird ein bestimmter Polizist immer wieder von Fans beleidigt.
Im Spiel gegen Paok Saloniki im August 2013 stürmte die Polizei den Block der Schalker. Seitdem wird ein bestimmter Polizist immer wieder von Fans beleidigt.
Foto: Getty
Dass NRW-Innenminister Ralf Jäger Schalke öffentlich kritisierte, zu wenig gegen die Beleidigung eines Polizisten zu tun, findet der Klub seinerseits kritikwürdig.

Gelsenkirchen.. Der FC Schalke 04 hat den nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger wegen seiner öffentlichen Aufforderung, etwas gegen die Verunglimpfung eines Polizisten durch Fans zu unternehmen, kritisiert. Der Bundesligist bedauere, dass Jäger sich zum wiederholten Male nicht an die zwischen dem Ministerium und Schalke getroffene Vereinbarung gehalten habe, "in der Öffentlichkeit nicht mehr übereinander, sondern miteinander zu sprechen", teilte der Club am Mittwoch auf seiner Homepage mit.

Unterdessen wehrt sich das Innenministerium gegen den Eindruck, den Brief an Schalke selbst öffentlich gemacht zu haben. "Wir reden miteinander und nicht übereinander", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Der Brief sei nur persönlich an Schalkes Finanzvorstand Peter Peters adressiert worden. "Von uns wurde der Brief nicht öffentlich gemacht. Wir wollen ja eine gute Zusammenarbeit mit Schalke und der Polizei haben", erklärte der Sprecher.

Schalke bekräftigt Einsatz für friedliches Miteinander

Der von Schalke-Anhängern schikanierte Beamte war Einsatzleiter in dem Skandalspiel gegen PAOK Saloniki im August 2013. Er gilt bei den Fans seitdem als Reizfigur. Damals hatte eine Hundertschaft der Polizei einen Block der Gelsenkirchener gestürmt, weil sich Schalker Fans zuvor geweigert hatten, eine mazedonische Flagge zu entfernen. Durch diese fühlten sich die griechischen Anhänger angeblich derart provoziert, dass sie mit einem Platzsturm gedroht hatten.

"Der FC Schalke 04 ist an einem guten Verhältnis und einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen dem Verein und seinen Fans und der Polizei sowie auch mit anderen Behörden und Organisationen sehr interessiert", hieß es weiter in der Mitteilung. "Daher tragen wir unseren Teil dazu bei, dass es nicht mehr zu atmosphärischen Störungen kommt." (dpa)