Schalke muss nach Pleite beim 1. FC Köln um Europa-League-Einzug bangen

Der Kölner Marcel Risse bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen die Schalker.
Der Kölner Marcel Risse bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen die Schalker.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Die Kölner Marcel Risse und Yannick Gerhardt treffen gegen enttäuschende Schalker, die jetzt nur noch zwei Punkte Vorsprung vor dem BVB haben.

Köln.. Es war ein befreiender Jubel in Rot und eine tiefe Enttäuschung in Blau: Mit einem 2:0-Sieg entledigte sich der 1. FC Köln am Sonntag endgültig aller Abstiegssorgen, während der geschlagene FC Schalke 04 dem Saisonende entgegentaumelt. Diese Spieler haben in der Europa League eigentlich nichts zu suchen, und so wie sie auftreten, wollen sie diesen Wettbewerb wohl auch gar nicht erreichen. Nur zwei Punkte hinter ihnen lauern auf Platz sieben die Dortmunder Borussen, die schon mal 15 Punkte Rückstand hatten.

Analyse Schalkes Trainer Roberto Di Matteo krempelte seine Mannschaft für diese Partie um, der zuvor verletzte Julian Draxler und der schon abgeschriebene Kevin-Prince Boateng standen erstmals nach langer Zeit wieder in der Startelf, in die auch Marco Höger schon zwei Wochen nach einer Sprunggelenkverletzung zurückkehrte. Klaas-Jan Huntelaar fehlte wegen einer Gelbsperre, der angeschlagene Jefferson Farfan und der zuletzt formschwache Joel Matip mussten auf die Bank. Dort saß zum dritten Mal nacheinander auch Max Meyer, der gerade eine schlechte Zeit erlebt und seinen Unmut auch nur schwer verbergen kann.

Timo Horn in den ersten 20 Minuten beschäftigungslos

Schalke kam nicht gut ins Spiel, Köln baute anfangs Druck auf. In der neunten Minute aber hätten die Gäste in Führung gehen können. Leroy Sané zog nach einem Konter mit seinem starken linken Fuß ab, verfehlte das Ziel allerdings deutlich. Erst in der 20. Minute, nach einem Kopfball von Dennis Aogo, bekam Kölns Torwart Timo Horn erstmals einen Ball zu fassen.

Einzelkritik Auch die agileren Kölner waren bis zur 35. Minute vor dem Tor ungefährlich. Dann aber ließ sich Schalke nach einem Ballverlust von Rechtsverteidiger Marco Höger klassisch auskontern. Die aufgerückte Abwehr wurde aufgerissen, Kazuki Nagasawa tauchte von links kommend allein vor Ralf Fährmann auf - den Schuss des Japaners in Richtung langes Eck konnte der Torhüter noch parieren, gegen den zweiten Ball von Marcel Risse war er allerdings machtlos.

Die Kölner betrieben mehr Aufwand als die Schalker, die 1:0-Führung war die logische Folge. Warum die Königsblauen immer noch nicht zum Saison-Endspurt ansetzten, darüber fachsimpelten während der Pause sicherlich auch die Trainer-Routiniers Erich Rutemöller und Otto Rehhagel, die sich herzlich begrüßten. Auf der Tribüne saßen auch der frühere Kölner Trainer Marcel Koller und der frühere Schalker Trainer Jens Keller, der sich nicht zum ersten Mal gefragt haben wird, was eigentlich besser geworden sein soll seit seiner Ablösung im Oktober.

Zu wenig Biss, zu wenig Leidenschaft, zu wenig Tempo

Auch seinem Nachfolger Roberto Di Matteo dürfte nicht entgangen sein, dass seine Mannschaft wieder zu wenig Biss, zu wenig Leidenschaft, zu wenig Tempo zeigte. Nach 58 Minuten versuchte er, mehr Geschwindigkeit einzuwechseln: Jefferson Farfan kam, und den Platz verließ Kevin-Prince Boateng, der an seine gute Leistung gegen Stuttgart nicht anknüpfen und seine Nominierung für die erste Elf nicht rechtfertigen konnte.

Höwedes Die erste Top-Chance der zweiten Hälfte aber hatten nach einer Stunde Spielzeit die Kölner: Schalkes Abwehr war schon komplett ausgehebelt, als der eingewechselte Dusan Svento freistehend das Tor verfehlte.

Di Matto brachte auch noch Max Meyer für Julian Draxler und Tranquillo Barnetta für Leon Goretzka, für eine Auswechslung aber hätten sich auch noch viele andere angeboten.

“Wir wollen euch kämpfen sehen”, brüllten die Schalker Fans. Auch diese Reaktion ist nicht neu. Eine Elf, die immer wieder zu ihrer Pflicht aufgefordert werden muss, ist keine Mannschaft. Beim zweiten Gegentreffer durch Yannick Gerhardt in der 90. Minute leistete sie schon keinen Widerstand mehr.