Schalke-Manager Horst Heldt punktet mit Höwedes-Verlängerung

Benedikt Höwedes (links) mit Horst Heldt.
Benedikt Höwedes (links) mit Horst Heldt.
Foto: firo
Was wir bereits wissen
Schalkes Manager Horst Heldt kann die Vertragsverlängerung des Kapitäns verkünden. In Mainz folgt jetzt die Begegnung mit seinem designierten Nachfolger Christian Heidel.

Gelsenkirchen.. Wenn man seinen Worten Glauben schenkt, dann genießt Horst Heldt jeden Tag, den er auf Schalke noch als Sportvorstand arbeiten darf. Am Mittwoch machte ihm sein Job definitiv besonderen Spaß, denn der Manager durfte die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Benedikt Höwedes verkünden. „Mit pochendem Herzen“ habe er unterschrieben, erzählte sein stolzer Kapitän.

Höwedes Der Vertrag des Verteidigers ist nun bis zum 30. Juni 2020 datiert. Und das, obwohl ein englischer und ein italienischer Topklub um den Nationalspieler geworben hatten. Im Sommer hatte der Weltmeister lange überlegt, ob er Gelsenkirchen verlassen soll, sich dann aber entschieden, den Schalker Neuanfang mitzugestalten.

Wie wichtig der 27-Jährige als Gesprächspartner und Führungsspieler ist, hat André Breitenreiter von seinem ersten Tag an als Schalke-Trainer betont. Höwedes ist die große Identifikationsfigur der Mannschaft, und das wird auch so bleiben. Denn auf eine Ausstiegsklausel hat er bei seinem neuen Vertrag „ganz bewusst“ verzichtet. Der Reiz, ins Ausland zu wechseln, ist nicht mehr so groß.

Karriereende auf Schalke für Höwedes wahrscheinlich

Stattdessen wird bereits gemunkelt, dass der gebürtige Halterner seine aktive Karriere auf Schalke beenden wird. Und danach in einer anderen Funktion im Verein eingebunden wird. Ähnlich wie es einst mit Olaf Thon und Mike Büskens oder jüngst mit Ebbe Sand und Gerald Asamoah gehalten wurde.

Eine Reihe, in die Höwedes wohl schon jetzt gehört. „Wenn ich meinen Vertrag erfülle, bin ich 19 Jahre lang bei diesem Verein“, rechnete er vor und beschrieb dann seine besondere Beziehung zu Schalke 04: „Ich habe diesem Verein viel zu verdanken“, sagte Höwedes pathetisch, setzte bei Facebook sogar noch eins drauf: „Wir sind Sein statt Schein“, postete der Publikumsliebling und formulierte noch einen weiteren Satz fürs Schalker Leitbild: „Die Kohle geht, die Kumpel bleiben.“

Choupo-Moting Für Heldt wird das allerdings nicht gelten. Spätestens am Saisonende ist Schluss. Er kann an der Entscheidung von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nichts ändern, macht aber das Beste daraus – wie jetzt mit Höwedes. Berichte, dass er auf Schalke gar nichts mehr zu sagen habe und der Mainzer Christian Heidel schon die Entscheidungen treffen würde, sind für Heldt hingegen „Hokuspokus“.

Heldt macht keinen Wirbel um Mainz-Spiel

Vehement wehrt sich der Ex-Profi dagegen, nur noch als „lahme Ente“ über Schalkes Fußball-Parkett zu watscheln: „Ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten so viele Entscheidungen getroffen. Nach dem selben Ablauf wie seit Jahr und Tag“, unterstrich Heldt.

Den Wirbel um die kommende Begegnung seiner Schalker mit Mainz 05 (Freitag, 20.30 Uhr, Sky live) macht er deshalb auch nicht mit. „Selbstverständlich“ werde er seinem designierten Nachfolger Heidel die Hand schütteln, versicherte Heldt. Auch wenn sich längst herumgesprochen hat, dass der FSV-Macher im Bundesliga-Geschäft nicht unbedingt sein Lieblingskollege ist.

Horst Heldt hegt keinen Groll

Obwohl Heidel Gewehr bei Fuß steht, um ihn bei Schalke zu ersetzen, rollte Heldt seinem Rivalen aus Rheinhessen den roten Teppich aus: „Ich freue mich immer, wenn ich alte Bekannte sehe, und ich freue mich auch, Christian Heidel zu treffen. Ich finde, dass er in Mainz einen großartigen Job macht. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass der FSV so gut da steht.“

Entweder hegt Heldt tatsächlich keinen Groll. Oder er kann ihn sehr gut verbergen. An Tagen wie diesem Mittwoch dürfte ihm das aber wirklich leicht fallen. Darüber hinaus will der Rheinländer ja auch „aufrecht rausgehen“, wenn es so weit ist. Seine Bilanz lässt dies durchaus zu. Ein Denkmal werden die Fans irgendwann dann aber doch eher Höwedes als Heldt auf den Schalker Markt stellen.