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Schalke-Manager Heldt vermisst Mut und Leidenschaft

22.09.2012 | 21:28 Uhr
Schalke-Manager Horst HeldtFoto: imago

Gelsenkirchen.  Besonders enttäuscht war Schalke-Manager Horst Heldt nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Bayern München. "In verschiedenen Situation sind Leidenschaft und Mut nicht dagewesen - sowohl in der Defensive als auch in der Offensive", sagte er.

Der FC Schalke 04 hat wieder einen Bundesliga-Gipfel verloren - 0:2 gegen den FC Bayern. Woran hat es gelegen?

Horst Heldt: Es war nichts anders als im letzten Jahr. Ich habe im Vorfeld gesagt: Wir brauchen einen perfekten Tag, jeder muss an seine Leistungsgrenze gehen, muss mutig sein. Keiner muss sich wichtiger machen, als er ist. Dann hat man eine Chance. Wenn das nicht funktioniert, ist es gegen so einen Gegner schwierig. Das haben wir dann heute erlebt. Weil in verschiedenen Situationen die Leidenschaft nicht dagewesen ist, der Mut nicht dagewesen ist - sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. Die machen vielleicht ein, zwei Fehler - wenn sie diese Fehler machen, muss man sie konsequent nutzen. Das haben wir auch nicht gemacht. Dann sind sie in der Lage, aus dem Nichts ein Tor zu machen. Man hatte zum Ende der ersten Halbzeit eine Viertelstunde das Gefühl, dass wir was machen können. Das reicht natürlich nicht, ist zu wenig.

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Woran lag das, dass Mut und Leidenschaft gefehlt haben? Einige Spieler haben während der Woche den Eindruck hinterlassen, dass sie bereit für die Bayern sind.

Heldt: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. So ist es halt. Im Mannschaftssport ist das Kollektiv wichtig, da gibt es viele Spielszenen, die entscheiden. Wir haben zu viele Fehler gemacht, um gegen einen so starken Gegner zu funktionieren. Wir haben Dienstag die Möglichkeit, es besser zu machen - auch wenn der Gegner heute stark war, brauchen wir eine bessere Leistung, um Dienstag gegen Mainz zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigt.

S04
Schalke-Verteidiger Matip erwischte einen schwarzen Tag

Wieder konnte der FC Schalke 04 den FC Bayern München nicht ärgern. Die Schalker wehrten sich nur 50 Minuten, ließen dann aber vorführen und verloren hochverdient mit 0:2 (0:0). Schalkes Innenverteidiger Joel Matip erwischte einen rabenschwarzen Tag. Das gibt in der Einzelkritik die Note 5.

War der nicht gut zu Ende gespielte Konter über Julian Draxler in der 50. Minute beim Stand von 0:0 eine Schlüsselszene?

Heldt: Anhand des Spielverlaufs war es eine Szene, die vielleicht eine Richtung für uns hätte vorgeben können. Es war einer der wenigen Fehler, die sich Bayern erlaubt hat. Wir haben es nicht gut zu Ende gespielt.

Sind Sie ernüchtert?

Heldt: Ich bin nicht ernüchtert. Ich habe nicht davon geredet, dass wir auf Augenhöhe mit Bayern sind. Ich habe gesagt, was passieren muss, damit wir Bayern schlagen. Heute sind mehrere Situationen nicht so eingetroffen. Teilweise war's die Leidenschaft, teilweise war's der nicht vorhandene Mut, die mannschaftliche Geschlossenheit, Abstimmung. Nicht alles auf einmal, aber immer unterschiedlich.

Schalke verliert Topspiel

 

aufgezeichnet von Andreas Ernst



Kommentare
23.09.2012
21:08
Schalke-Manager Heldt vermisst Mut und Leidenschaft
von Sushi73 | #5

Mut und Leidenschaft haben gefehlt.... jegliche Tugenden und Werte, die die Tradition des Vereins begründen.... Die Kumpel und Knappen, die nach der Maloche im Berg unter Tage dafür gestanden haben, würden sich im Grab noch umdrehen. Wacht doch mal endlich auf und klagt nicht, sondern kämpft!!! Glückauf!

23.09.2012
17:13
Schalke-Manager Heldt vermisst Mut und Leidenschaft
von lightmyfire | #4

Mut und Leidenschaft waren mal die Tugenden von S 04. Daran hätte Heldt vor dem Spiel reden müssen, anstatt von Titel und Meisterschaft. Das darf man denken aber nicht zu laut und schon gar nicht aus der Erfahrung, die Schalke damit hatte. Meinte Heldt damit seine neue Begriffsschöpfung posetive Arroganz damit? Es war kein Zufall, dass die meiste Gefahr vom FCB über rechts kam, obwohl der FCB dort ein "Bad Stübchen" einrichtete, dass auch kein gelernter Außenverteidiger ist.

23.09.2012
14:25
Schalke-Manager Heldt vermisst Mut und Leidenschaft
von 50ger | #3

Schalke hat wirklich sehr mutlos agiert. Daran trägt aber nicht nur die Mannschaft die Schuld, sondern maßgeblich Trainer Stevens. Der knorrige Huub weicht nämlich von seiner Linie ab und geht faule Kompromisse ein. Beispiel Hoewedes. Eigentlich ist für Benny derzeit kein Platz im Team. Abgesehen davon, daß Matip und Papa momentan besser sind, würde sich vermutlich keiner von ihnen ohne Murren auf die Bank setzen. Also opfert der gute Huub Musterprofi Uchida und beraubt seiner Elf damit der stärksten Waffe. Die Achse Uchida und Farfan wäre gegen "Holzmichel" Badstuber sicher nicht chancenlos geblieben. Eigentor Stevens! Hoewedes ist nun einmal kein guter Außenverteidiger. Das hat sogar Jogi Löw erkannt. Ich hätte mir zu Beginn eine Zange Affelay und Farfan gewünscht. Draxler hätte man später immer noch einwechseln können. Von ihm ist ohnehin hinlänglich bekannt, daß er gern den besser postierten Mitspieler übersieht. Aber das kann ihm Stevens offensichtlich nicht austreiben.

23.09.2012
14:02
Schalke-Manager Heldt vermisst Mut und Leidenschaft
von knutknutsen | #2

Nicht nur Horst Heldt vermisst Mut und Leidenschaft, ich auch!
Als die Spieler nach dem Debakel in die Kurve kamen hätte ich denen am liebsten den Finger gezeigt!
Kein Kampf, keine Leidenschaft. Nichts was diesen Verein einmal groß gemacht hat.
Da hilft kein noch so schönes Leitbild.- Um es mit Olli Kahn zu sagen:"Wir brauchen Eier!"

23.09.2012
13:32
Schalke-Manager Heldt vermisst Mut und Leidenschaft
von Real_McThai | #1

Leidenschaft muss auch von Aussen komen und in die Mannschaft herein getragen werden. Wenn man sich aber Peters,Heldt und Tönnies zusammen ansieht wirkt das sehr lieb und brav und hat nichts mit Kampf oder Leidenschaft zu tun . Sie sehen aus als wären sie Angestellte bei der Sparkasse.

1 Antwort
Schalke-Manager Heldt vermisst Mut und Leidenschaft
von Meerer | #1-1

Angesichts der Inkompetenz dieses Dreigestirns müssten sich jetzt aber auch etliche Sparkassenangestellte angegriffen fühlen.

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