Schalke-Manager Heldt kritisiert nach Hertha-Pleite Aogo

War nach der 0:2-Pleite in Berlin nicht so begeistert von der Leistung der Schalker Kicker: Knappen-Manager Horst Heldt.
War nach der 0:2-Pleite in Berlin nicht so begeistert von der Leistung der Schalker Kicker: Knappen-Manager Horst Heldt.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
  • Nach der 0:2-Niederlage in Berlin zeigte sich Schalkes Manager Horst Heldt unzufrieden.
  • Besonders Dennis Aogo geriet in die Kritik des Funktionärs.
  • Der 29-jährige Schalke-Spieler hatte in der 55. Minute eine dicke Chance liegen lassen.

Berlin.. Horst Heldt, einige Spieler Ihrer Mannschaft sprachen nach der 0:2-Niederlage in Berlin von einem ausgeglichenen Spiel. Wie beurteilen Sie die Leistung gegen Hertha BSC?

Stimmen Horst Heldt: "Ich finde, dass Berlin am Ende verdient gewonnen hat. Ich hatte schon vor der Partie gesagt, dass es ein enges Spiel wird, in dem Kleinigkeiten entscheiden. So war es schließlich auch. In der ersten Halbzeit haben beide Mannschaften versucht, sich zu neutralisieren und wenig zuzulassen. Wir hatten eine Möglichkeit, Berlin zwei, von denen eine ein Distanzschuss war. Bis zum 1:0 ist nicht so viel passiert, vielleicht ging dem Tor auch ein Foulspiel voraus. Aber das war nicht entscheidend, weil man das besser verteidigen kann. Das Gegentor war also unnötig. Bis zum 0:2 hatten wir dann eigentlich eine ganz gute Phase, waren aber auch nicht zwingend genug. Am Ende wollte Hertha den Sieg einfach mehr. Deswegen haben wir verloren und die gewonnen."

Was hat Berlin außerdem besser gemacht als Schalke?

Fährmann Heldt: "Hertha ist eine Mannschaft, die sehr wenig zulässt und sehr diszipliniert ist. Sie sind auch sehr clever, ziehen Spielunterbrechungen und begehen kleine Fouls, um den Rhythmus zu stören. Am Ende braucht man nicht drumherum reden: Hertha hat es gut gemacht - und wir nicht so gut, dass wir sie hätten schlagen können."

Gegen Köln spielte Schalke mit offenem Visier. Das wurde von Trainer André Breitenreiter im Anschluss auch bemängelt. War die Mannschaft nun zu vorsichtig?

Kommentar Heldt: "Zuhause hat Hertha erst acht Tore zugelassen. Deshalb bemängele ich nicht, dass wir nicht so viele Möglichkeiten hatten, das war zu erwarten. Wenn man aber beim Stand von 0:1 so eine Möglichkeit wie Dennis Aogo hat, muss man das Tor einfach machen. Dann steht es 1:1. Das war nicht gut verwertet, Punkt. Da gibt es keine Diskussion. Man bekommt nicht viele Chancen, da muss man aus drei oder vier Metern ein Tor erzielen."


Nach dem 0:2 war kein Aufbäumen mehr zu erkennen...

Heldt: Das kann man so stehen lassen. In der Nachspielzeit hatten wir noch eine gute Chance (durch Sidney Sam, Anm. d. Red.), haben den Anschlusstreffer aber auch nicht mehr gemacht. Dann hätte es vielleicht noch mal interessant werden könne, aber das wäre ja Wunschdenken.


Wie stehen nun die Chancen im Kampf um die internationalen Plätze?

Einzelkritik Heldt: Vielleicht rutschen wir an diesem Spieltag in der Tabelle wieder deutlich ab, aber ich denke, dass es noch eine Weile sehr eng zugehen wird. Jetzt beginnt die Phase, wo man auch mal schauen muss, was die Konkurrenz macht. Für uns geht es aber erstmal darum, es im Heimspiel gegen Borussia Gladbach besser zu machen. Das wird auch nicht einfach, Gladbach ist eine konterstarke Mannschaft. Jetzt kommen viele Spiele, in denen wir meines Erachtens auf Augenhöhe sind und wo erneut Kleinigkeiten entscheiden werden. Wir müssen unsere Fehler minimieren und den Gegner zu Fehlern zwingen. So wie Hertha es gemacht hat.

Ist die Mannschaft nicht doch ein bisschen zu brav? Könnte die Körpersprache nicht etwas aggressiver sein?

Heldt (Überlegt und schmunzelt): Brav ist in Ordnung, man darf aber auch nicht immer brav sein. Es gibt Phasen im Spiel, wo man auch mal anders agieren muss. Das hat Hertha übrigens auch besser gemacht. Manchmal vermisse ich das schon ein bisschen.