Schalke hat die Champions League noch nicht abgeschrieben

Schalkes Sturmduo Eric Maxim Choupo-Moting (l.) und Klaas-Jan Huntelaar arbeitete am Dienstag intensiv am Torabschluss.
Schalkes Sturmduo Eric Maxim Choupo-Moting (l.) und Klaas-Jan Huntelaar arbeitete am Dienstag intensiv am Torabschluss.
Was wir bereits wissen
Der Rückstand auf Champions-League-Rang vier ist für den FC Schalke auf acht Punkte angewachsen. Im Schlussspurt fängt der Bundesligist an zu rechnen.

Gelsenkirchen.. Viele Fans haben es in den ersten Frühlingstagen 2015 einfacher als manch ein Profi des FC Schalke 04. Denn die meisten haben sich längst damit abgefunden, dass die Königsklasse 2015/16 ohne Königsblau stattfinden wird. Acht Punkte Rückstand auf den Tabellenvierten Bayer 04 Leverkusen, sogar zehn auf den Tabellendritten Borussia Mönchengladbach haben die Augen für die Realitäten geöffnet. Das kickende Personal von Trainer Roberto Di Matteo übt sich dennoch in Zweckoptimismus. „So lange es rechnerisch möglich ist“, sagt beispielsweise Dennis Aogo, müsse man daran glauben, die Champions League-Plätze noch erreichen zu können.

Huntelaar wartet bei Schalke seit 918 Bundesligaminuten auf ein Tor

Goretzka Rund 500 Zuschauer sind gekommen, spürbar mehr als an anderen Dienstagen. Es sind Osterferien und der FC Schalke 04 hat seine Fans in das Rund des ehemaligen Parkstadions gelassen. Dort verfolgen sie interessiert die Trainingseinheit der Profis. Die Stimmung hinter dem Flatterband ist gut, auch wenn das zurückliegende Spiel in Augsburg (0:0) dafür eigentlich überhaupt keinen Anlass bietet.

Es gibt Szenenapplaus für Sidney Sam, der im Trainingsspiel einen wuchtigen Distanzschuss im Netz unterbringt. Es gibt aber auch Szenen, die viel sinnbildlicher für die momentane Lage des FC Schalke 04 sind. Etwa Klaas-Jan Huntelaar, der nach einer präzisen Flanke von Jefferson Farfan leichtes Spiel hat. Die Vorlage verwandelt der 31-Jährige in Normalform blind. Doch der Hunter trifft momentan kein Scheunentor. Der Niederländer wartet seit nunmehr 918 quälend langen Bundesligaminuten auf ein Tor. Sein Schuss geht weit daneben. Die Fans können den Frust des Stürmers spüren. Huntelaar schüttelt ungläubig mit dem Kopf, setzt die Trainingseinheit mit grimmiger Miene fort.

Schalkes Aogo hat die Hoffnung auf Europa noch nicht aufgegeben

Aber nicht nur der Hunter hat Ladehemmung. Im Schlusspurt der Saison blickt der ganze FC Schalke auf 180 torlose Minuten zurück. Aus den letzten drei Spielen nahmen die Königsblauen nur zwei Punkte mit, in der mittlerweile schon zehn Spieltage alten Rückrunde sind es insgesamt erst 13. Das ist viel zu wenig für die hohen Ansprüche.

Das weiß auch Dennis Aogo, der sich am Dienstag den Fragen der Journalisten stellt. Keine dankbare Aufgabe, denn Aogo muss stellvertretend für die ganze Mannschaft Optimismus und Zuversicht ausstrahlen, während die Mehrheit der Fans bereits jeden Glauben verloren hat. „Na ja, man weiß aus Erfahrung, dass im Fußball schon ganz viel passiert ist“, sagt Aogo und ergänzt: „Wir haben jetzt noch sieben Spiele vor der Brust. Jeder Sieg erhöht unsere Chancen, das Ziel doch noch zu erreichen.“

Auf Schalke ist keine Rede von Formtief von Huntelaar und Choupo-Moting

Mit den Europapokal-Plätzen oder gar weniger will sich die Mannschaft inhaltlich noch nicht beschäftigen. Dabei wohnt die nächstliegende Konkurrenz nicht in Leverkusen oder Mönchengladbach, sondern viel eher in Augsburg und Hoffenheim. Der Vorsprung auf Platz sieben, der nicht mehr automatisch zu einer Teilnahme am Europapokal berechtigt, beträgt nur drei Punkte.

„Wir haben in jedem Spiel unsere Chancen. Was uns zuletzt gefehlt hat, ist der Punch zur richtigen Zeit“, sagt Aogo. An ein dauerhaftes Formtief der Schalker Offensivabteilung um Klaas-Jan Huntelaar und Eric Maxim Choupo-Moting glaubt der 28-Jährige nicht: „Beide wissen, dass die Tore wiederkommen werden. Wir werden sie dabei so gut wie möglich unterstützen.“