Das aktuelle Wetter NRW 8°C
DFB-Pokal

Schalke gewinnt gegen Sandhausen souverän 3:0

30.10.2012 | 22:38 Uhr
Kyriakos Papadopoulos (m.) bejubelt mit Ciprian Marica (l.) dessen Traumtor. Rechts: Kapitän Benedikt Höwedes.Foto: Reuters

Gelsenkirchen.  Durch einen glatten 3:0-Sieg ist der FC Schalke 04 gegen den Zweitligisten SV Sandhausen souverän ins DFB-Pokal-Achtelfinale eingezogen. Ibrahim Afellay, Ciprian Marica und Klaas-Jan Huntelaar schossen für die nie gefährdeten Schalker die Tore.

Wenn die Schalker Fans die Tradition besingen und den Mythos ihres Vereins, dann mag mach einer vielleicht an Legenden wie Klaus Fischer denken. Gestern Abend dachten viele der 52970 Zuschauer in der Arena an Klaus Fischer, denn beim 3:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten SV Sandhausen bekamen sie ein Tor wie aus dem Bilderbuch zu sehen: Cirprian Marica erzielte mit einem prächtigen Fallrückzieher in der 62. Minute den Treffer zum 2:0. Der Rumäne lag dabei nach der Flanke von Tranquillo Barnetta zwar nicht ganz so hoch in der Luft wie einst Klaus Fischer bei seinen Fallrückziehern, aber die Fans staunten ehrfürchtig.

Einzelkritik
Note 2 für Schalkes Marica beim Pokalsieg gegen Sandhausen

Ciprian Marica ist Schalkes Pokal-Experte. In der ersten Runde traf er zweimal beim 5:0 in Saarbrücken, diesmal legte er Afellays Führungstor vor und traf dann per Fallrückzieher zum 2:0. Der Rumäne erwies sich gegen Sandhausen als guter Huntelaar-Ersatz. Die S04-Spieler in der Einzelkritik.

Maricas Traumtor war der Höhepunkt einer Schalker Pokal-Party, die stark anfing, zwischendurch einige Längen hatte, aber am Ende hübsch aufhörte: Ibrahim Afellay (11.) und der eingewechselte Klaas-Jan Huntelaar (79.) erzielten die weiteren Tore zum 3:0-Sieg, mit dem Schalke im Achtelfinale des DFB-Pokals steht.

Stevens wechselte in der Startelf sechsmal

Huub Stevens hatte viel Freizeit verteilt. Gleich sechs Spieler, die am Samstag beim 1:0-Sieg gegen Nürnberg noch in der Start-Elf standen, gehörten diesmal gar nicht zum Kader, Huntelaar und Farfan saßen auf der Bank. Übrig blieben drei Aufrechte vom Samstag (Höwedes, Jones, Afellay), und trotzdem hatte Schalke immer noch eine Mannschaft auf dem Platz, die auch in der Bundesliga sicher eine gute Rolle spielen könnte: Mit gleich acht aktuellen oder ehemaligen Nationalspielern auf dem Rasen.

Für Sandhausen, den im Sommer in die 2. Liga aufgestiegenen Dorfklub, war es ein Kampf mit ungleichen Waffen. Zumal Schalke in den ersten Minuten mächtig Betrieb machte und Sandhausens Torwart Daniel Ischdonat gleich warme Hände bescherte. Ganz eingefleischte Königsblaue konnten sich an den in zwischen 36 Jahre alten Ischdonat noch erinnern: Vor 15 Jahren, am 23. September 1997, stand Ischdonat im gegnerischen Tor, als Schalke mit einem 0:1 bei Eintracht Trier in der ersten Runde aus dem Pokal flog – bei Schalke war nur der ewige Huub Stevens damals schon dabei…

Afellay traf in fünf Spielen viermal

Diesmal hatte Ischdonat anfangs ein wenig Glück (gegen Metzelder und Draxler) und Können (gegen Marica), und trotzdem musste er beizeiten hinter sich greifen: Ibrahim Afellay traf nach elf Minuten zur Schalker 1:0-Führung – es war bereits der vierte Treffer der Barca-Leihgabe in den letzten fünf Spielen. Ein Klasse-Mann, aber in seinem Vertrag beim FC Barcelona ist ja auch eine Ablösesumme von 100 Millionen Euro festgeschrieben. Dafür muss eine Oma in Sandhausen verdammt lange stricken.

Schalke siegt mühelos

Dummerweise nahm Schalke nach der Führung gleich ein paar Gänge raus – man konnte es im Schaltgetriebe förmlich knacken hören. Doch mit Maricas Traumtor kam wieder Leben in die Bude – und nach Huntelaars 3:0 sagen die Fans wieder traditionelles Liedgut: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“

Manfred Hendriock



Kommentare
Aus dem Ressort
S04-Manager Heldt hat viel richtig gemacht, aber nicht alles
Kommentar
Schalkes Manager Horst Heldt ist gegen die Kritiker in die Offensive gegangen. Mit seiner Erfolgsbilanz wirbt er um Vertrauen im königsblauen Umfeld. Zwei Haken gibt es trotzdem an seiner Rechnung. Ein Kommentar.
Auf Schalke kommt nach der Pleite auch noch Pech dazu
Kommentar
Joel Matip musste operiert werden und verlängert damit die Liste der verletzten Spieler bei S04. Das müsste dennoch nicht weiter dramatisch für die Königsblauen sein, wenn ihre zweite Reihe nicht auffallend unzureichend besetzt wäre. So aber ist dieser Ausfall schwer zu verkraften. Ein Kommentar.
Matips Ausfall ist ein weiterer Schlag für Schalke
Verletzung
Der Abwehrspieler, der nach wochenlanger Pause gegen Wolfsburg ein kurzes Comeback gefeiert hatte, musste nun doch operiert werden. Er wird den Königsblauen für den Rest der Hinrunde fehlen. Indes kontert Manager Horst Heldt die Kritik an seiner Person.
Heldt über Jones: "Stand bei jedem Trainer vor dem Rauswurf"
Splitter
Zwei Tage nach dem Tweet des Ex-Schalkers Jermaine Jones reagierte der kritisierte Horst Heldt. "Er stand bei jedem Trainer vor dem Rausschmiss", sagte der Manager. In den Schalke-Splittern geht es außerdem um den Afrika-Cup, eine noch ausstehende Ablösesumme, Joel Matip und Kyriakos Papadopoulos.
Schalke-Manager Heldt findet Kritik unfair - und kontert
Heldt
Schalke-Manager Horst Heldt hat am Donnerstag auf die heftige Kritik der vergangenen Tage reagiert. Im Rahmen einer Pressekonferenz ging er in die Offensive. "Ich weiß, was zu machen ist", sagte Heldt und zählte dann seine zahlreichen Erfolge in seiner Karriere als Funktionär auf.
Umfrage
Jermaine Jones hat auf Twitter mit Horst Heldt abgerechnet. Peinliche Aktion oder berechtigte Kritik?

Jermaine Jones hat auf Twitter mit Horst Heldt abgerechnet. Peinliche Aktion oder berechtigte Kritik?