Schalke-Gegner Wolfsburg kämpft mit Magath gegen die Krise
05.10.2012 | 20:13 Uhr 2012-10-05T20:13:00+0200
Wolfsburg. Flasche leer für volle Pulle: "Wölfe"-Trainer Felix Magath will seine Mannschaft zum Erfolg quälen. Zuletzt machte er mit unrühmlichen Trainingsmethoden erneut auf sich aufmerksam. Doch der Erfolg bleibt aus - wie es zu erwarten war. Am Samstag steht Wolfsburg gegen Schalke unter Druck.
Es soll nur keiner behaupten, in Wolfsburg gebe es keine kreativen Köpfe. Vor der Saison veranstaltete der ortsansässige VfL einen Merchandising-Wettbewerb für grün-weiße Fanartikel. Besonders ins Auge stach dabei eine Baby-Figur, die ein wenig an Loriots Dickie Hoppenstedt erinnert und einen Strampler trägt mit der Aufschrift: „Ich heule für die Wölfe.“ Diese Originalität wurde freilich kaum gewürdigt: Der Entwurf landete nur auf Platz acht. Vielleicht hat man es nicht für möglich gehalten, dass auch der Beginn dieser Saison für den VfL Wolfsburg wieder, pardon, ziemlich zum Heulen war.
"Wölfe"-Trainer Felix Magath muss sich der Kritik stellen
Der FSV Mainz 05 ging beim VfL Wolfsburg als 2:0 (2:0)-Sieger vom Platz, für das Team von Trainer Thomas Tuchel trafen Junior Diaz und Adam Szalai. Wolfsburg muss sich den Vorwurf gefallen lassen haben, selbst beste Gelegenheiten nicht genutzt zu haben.
Sechs Bundesliga-Spiele sind inzwischen ins Land gegangen, und der ambitionierte Verein hat dabei gerade einmal fünf Punkte und zwei Tore zustande gebracht. Vor allem nach der 0:2-Heimniederlage am vergangenen Sonntag gegen Mainz wurden viele Fragen gestellt. Fragen, die sich in Wolfsburg naturgemäß um Felix Magath drehen. Eine ging sogar in die Richtung, ob sich der Trainer nun Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen würde. Magath reagierte darauf, nun ja, etwas verstört. Er fand es nicht angebracht, eine Diskussion darüber in Gang zu setzen. Erst Tage später bezog er im Interview mit dem Fachmagazin kicker dazu Stellung und erklärte: „Ich kann Ihnen sagen, dass ich mir keine Sorgen mache.“
In Wolfsburg, wo Magath 2009 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft den größten Erfolg seiner Trainer-Laufbahn schaffte, wähnt er sich noch unangetastet. Dennoch wird auch in der VW-Stadt mittlerweile über die Arbeitsweise des 59-Jährigen diskutiert , und es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, dass ausgerechnet vor dem Spiel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Im Live-Ticker bei DerWesten) bei seinem Ex-Klub Schalke 04 sogar Interna auf den Markt getragen wurden.
Magaths "Quälix"-Manieren tragen in Wolfsburg keine Früchte
Nächster Rückschlag für Schalke 04: Nach Julian Draxler fällt auch der griechische Verteidiger Kyriakos Papadopoulos am Samstag gegen den VfL Wolfsburg aus. Dabei ist ein Sieg am Samstag dringend notwendig, um die aufkommenden Streitigkeiten schnell zu beenden.
Irgendein Vögelchen muss es jedenfalls dem Boulevard gezwitschert haben, wie Magath seine Spieler nach der 0:3-Niederlage bei Bayern München bestraft hat. Er schickte die Fußballer zum Waldlauf und kippte – während die Spieler sich abstrampelten – im Ziel die meisten der mitgebrachten Wasserflaschen aus. Dies erklärte Magath hinterher mit einer pädagogischen Maßnahme: Die Spieler sollten das übrig gebliebene Wasser unter sich aufteilen, um auf diese Art endlich einen Teamgedanken zu entwickeln. Flasche leer für volle Pulle. Der Ertrag war freilich bescheiden: Auch das nächste Spiel gegen Mainz ging verloren.
Magath zieht seine Arbeitsweise in Wolfsburg konsequent durch, aber unterm Strich funktioniert es dieses Jahr bisher wieder nicht. Und so geht es nun schon seit mehr als zwei Jahren: Seit er Schalke im ersten Jahr zur Vize-Meisterschaft 2010 geführt hat, mag sich kein dauerhafter Erfolg mehr einstellen.
Schalke-Spieler Farfan kritisierte Felix Magath scharf
Auf Schalke wundert dies nicht – hier hatten sich die Spieler schon während Magaths Regentschaft wie Werkzeuge behandelt gefühlt. Jermaine Jones erinnert sich: „Irgendwann machte es keinen Sinn mehr, mit ihm zusammenzuarbeiten, weil ihm meine Gesundheit oder die anderer Spieler egal war. Wenn du da bist, bist du da. Wenn nicht, wirst du ausgetauscht.“ Jefferson Farfan spricht gar von „militärischen Methoden“ und feixte nach dem Sieg letzten Duell mit Magath: „Das war wie ein Derby.“
Freilich muss man auch nicht alles für bare Münze nehmen. Zum Beispiel erzählt Farfan gerne, dass ihm Magath einmal 125.000 Euro Strafe vom Gehalt abgezogen habe – „ich hoffe, es wurde in die Jugend investiert“. Was bei dieser Geschichte gerne verschwiegen wird: Nach Magaths Entlassung wurde die Geldstrafe rückgängig gemacht – aber Farfan hätte ja für die Jugendabteilung spenden können...

10:19
Mich würde mal interessieren wieso die WAZ immer noch auf Kriegsfuß mit Magath ist?Irgendwas muss doch in der Zeit bei Schalke 04 vorgefallen sein.Mann kann von Magath ja denken was man will,aber ohne ihn wäre kein Huntelaar,Raul,Papadolous,Matip,Draxler bei Schalke 04 bzw. der ersten Mannschaft.
12:40
an die "echten" Fans von Rot Weiss Essen. Die Kommentarfunktion von WAZ Medien wird von diesen, seit etwa einem Jahr ignoriert. Dies wird Gründe haben und hierüber sollten auch die S04 Fans nachdenken.
12:21
Wenn Magath nicht gegangen wäre, wäre es bei der Strafe gelieben!!! Farfans Kritik richtet sich an die Person Magath und nicht an den Verein. Daher ist der Hinweis auf die Rücknahme der Strafe nach der Entlassung bzw. das Verschweigen völlig deplatziert!!!! Herr Hendriok, für die BILD haben sich nichsdestotrotz klar qualifiziert!!!
12:15
Egal wie,aber heute muß ein überzeugender Sieg her.Nicht die Höhe,sondern das wie ist entscheidend.Denn ansonsten werden die Pfiffe zu Recht nicht aufhören!!!!!!!! Und damals hätte nicht Magath sondern Tönnies gehen sollen,denn der hat noch weniger Ahnung vom Fussball,was er bei Schalke jeden Tag mit seinen Äußerungen beweist!!!!!!!
11:58
im Ziel die meisten der mitgebrachten Wasserflaschen auskippen während sich die Spieler beim Waldlauf abstrampelten, ist eine Methode der Verzweifelung aber keine die den Teamgeist stärkt. Es gibt Unterschiede im Führen von Soldaten, die dafür trainiert werden (Westpoint) müssen, um in Ausnahmesituationen wie Krieg zu überleben und dem Führen einer Fußballmannschaft, die ganz auf den beruflichen Erfolg ausgerichtet ist und nicht für vergleichbaren Situationen ausgebildet wird. Der Wettbewerb im Profisport stellt andere harte Anforderungen. Fußballprofis müssen sich auf Augenhöhe mit dem Trainer begegnen, der dann seine Richtlinienkompetenz im Team ausübt. Wer kann sich vergleichbare Trainingsmethoden beim BVB vorstellen?Wenn ja, würde sich die Lust am Gewinnen nicht austoben, sondern die Angst regieren, nicht zu verlieren und das ist dann auf die Zeit gerechnet kontraproduktiv. FM Konzept ist auf Kurzfristigkeit ausgelegt.
Schalker Spieler vergessen in der Hinsicht FM nicht.
@ lightmyfire
Vielen Dank für diesen Kommentar. So und nicht anders muss man die div. Aktionen von Fefix Magath sehen. Menschenführung ist für ihn ein Fremdwort und genau das und ähnliche Alleingänge sind es,die vielen Fans seine Entlassung sehr, sehr leicht gemacht haben.
Und Dein Hinweis auf Westpoint ist sooooooooooo passend. Danke!
Glück Auf!
11:30
Wichtig ist, dass wir gegen WOB drei Punkte einsammeln! Das Thema Magath wird sich bald erledigt haben. Der Herr schafft sich mit seinen sehr fragwürdigen Methoden, gepaart mit Erfolglosigkeit, selber ab. Zum Glück nicht mehr auf Schalke...
BWG
Dude
10:17
Kämpfen könnt ihr gerne . Aber auch beim SO4 untergehen
10:11
Herr Hendriock, Sie schreiben im Abstract "...der Erfolg bleibt aus - wie es zu erwarten war."
Bitte erläutern Sie, womit Sie diese Annahme untermauern? Magath hat mit "seinen Methoden" mit dem FCB und Wolfsburg Titel geholt, hinzu kommt die auch von Ihnen erwähnte Vizemeisterschaft von S04.
Wieso also "erwarteten" Sie, dass die bislang ergebnis-erfolgreichen Methoden nicht mehr greifen?
Herr Hendriock, darauf müssen Sie natürlich nicht reagieren. Derartige Verständnisprobleme sind nur noch die Probleme vereinzelter Leser.
Man kann bekanntlich nie alle erreichen.
05:07
Farfan sollte aber auch mal erwaehnen, fuer was er diese strafe erhielt.
kam er nicht ueber eine Woche verspaetet aus dem Urlaub zurueck? hat er nicht laut gesagt, dass er unbedingt weg wolle?
Magath ist eben so wie er ist und damals aus genau diesem Grund von Schalke geholt worden. Trainer wie der"nette herr Slomka" wollte man auf Schalke nicht mehr.
Wolfsburg hat 2 Punkte Abstand aufs Mittelfeld, 5 Punkte zu den internationalen Wettbewerben.
Ich bin kein Magath-Fan, aber dieser Artikel hier stoert mich irgendwie trotzdem.