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Schalke feiert nach Sieg gegen Werder Bremen eine Mannschaft mit Moral

11.11.2012 | 18:21 Uhr
Tröröö, so jubelt ein neuer Nationalspieler: Roman Neustädter (links) freut sich mit der Eckfahne und dem Gratulanten Kyriakos Papadopoulos über sein Ausgleichstor gegen Bremen.Foto: Thomas Schmidtke/WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.   Schalke 04 ist stolz auf sich: Weil es gelungen ist, den 2:1-Sieg gegen Werder Bremen durch Kampf zu erzwingen. Und einer freut sich ganz besonders: Roman Neustädter, der an diesem Montag erstmals zum Kreis der Nationalmannschaft gehört.

Am Sonntag hatte Roman Neustädter frei. Diesen Ruhetag brauchte Schalkes Mittelfeldspieler dringend. Wegen der Schwerarbeit, die er beim mühevoll erkämpften 2:1-Sieg gegen Werder Bremen zu verrichten hatte, aber auch wegen der medialen Nachspielzeit, die für ihn bis Mitternacht dauerte, weil er auch noch im ZDF-Sportstudio zu Gast war. „Ich bin froh, dass diese 90 Minuten um sind“, sagte der nicht zufällig ins Scheinwerferlicht geratene 24-Jährige: Auch gegen Bremen rechtfertigte er mit einer Klasseleistung, die er mit dem Ausgleichstor zum 1:1 krönte, seine erstmalige Nominierung zur Nationalmannschaft für das Länderspiel am Mittwoch gegen die Niederlande in Amsterdam.

Gewöhnlich ist Roman Neustädter ein Mensch, der sich nicht einmal vom Anblick Außerirdischer aus der Ruhe bringen lassen würde, in diesen Tagen aber wirkt er emotional aufgewühlt wie nie. Nach seinem Tor schnappte er sich die Eckfahne, riss sie aus der Halterung und trompetete ausgelassen durch das Kunststoffrohr. Später verriet er, er habe „ein bisschen unter Schock gestanden und geschwitzt“, als er von der Berufung in die DFB-Auswahl erfahren habe. Horst Heldt hatte ihn noch vor Bundestrainer Joachim Löw informiert, Schalkes Manager hatte Roman Neustädter aber nicht sofort erreicht. „Ich sah seine Nummer auf dem Display und dachte: Was hast du bloß angestellt?“, erzählte Neustädter lachend.

Bremen war lange die stärkere Mannschaft

Einzelkritik
Draxler und Neustädter führen Schalke zum Sieg gegen Bremen

Ein schweres Stück Arbeit war dieses 2:1 gegen Werder Bremen – auch, weil es diesmal in Schalkes Team zu krasse Leistungsunterschiede gab. Die beiden Besten waren Roman Neustädter und Julian Draxler (beide Note 2), die beiden schwächsten Ibrahim Afellay und Klaas-Jan Huntelaar (beide Note 5).

Er wirkte sehr erleichtert nach diesem Sieg des Tabellenzweiten gegen die tapferen Bremer, die durch Aaron Hunt in der 16. Minute verdient in Führung gegangen waren und bis zum Ausgleich durch Roman Neustädters Kopfball in der 59. Minute die stärkere Mannschaft waren: Sie hatten auch noch Pech bei zwei Lattentreffern von Sokratis und Kevin de Bruyne. Aber die oft wegen einer falschen Grundhaltung gerügten Schalker scheinen etwas Bedeutendes gelernt zu haben: Wenn es spielerisch nicht läuft, können die Königsblauen auch auf Kampf umschalten.

Ihr Jüngster, der zur Pause für den enttäuschenden Ibrahim Afellay eingewechselte Julian Draxler, sorgte in der 69. Minute entschlossen für den Siegtreffer. „Wir sind eine Mannschaft, die nie aufgibt“, betonte der nach seinem verheilten Unterarmbruch wieder erfrischend aufspielende 19-Jährige und atmete durch: „In der letzten Minute hätten wir ja doch noch den Ausgleich kassieren können.“

Großes Glück in der Nachspielzeit

Diese vierte Minute der Nachspielzeit hatte es in sich: Den Eckball von Aaron Hunt verlängerte Theodor Gebre Selassie mit der Hacke in Richtung langes Eck, doch Lewis Holtby köpfte die Kugel von der Linie. „Ich habe nur gehofft: Bitte sei nicht drin!“, erzählte der Retter, den der prompte Abpfiff von Schiedsrichter Florian Meyer erlöste.

Diesen Sieg hatte die Mannschaft ihrer Moral zu verdanken. Die Offensivmaschine lief längst nicht so geschmiert wie üblich. Klaas-Jan Huntelaar scheiterte mit einem Hackentrick nach 35 Sekunden an Werder-Torwart Sebastian Mielitz – danach fand der Torjäger nicht mehr ins Spiel. Huub Stevens ersetzte seinen niederländischen Landsmann in der 63. Minute durch Ciprian Marica.

Huub Stevens lobt

Der Trainer fand es „nicht selbstverständlich“, dass sein Team nach vielen anstrengenden Spielen ohne Erholungszeit gegen gut organisierte Bremer das Spiel drehen konnte. Er sprach ein „großes Lob“ aus und bekräftigte: „Der ganze Kader hat einen guten Charakter.“

Schalke siegt gegen Bremen

In der allgemeinen Freude hing plötzlich das Bild schief, das Benedikt Höwedes malte: „Wir sind heute über ganz viele tote Punkte gegangen“, meinte der Kapitän. Aber wir haben verstanden: Schalke lebt.

Peter Müller


Kommentare
12.11.2012
11:54
Das Meckern hört nie
von Esmeralda1972 | #3

Egal wie gut wir in der Liga und CL da stehen, es gibt doch immer noch und immer wieder genügend Nörgler!

Nicht zu fassen und äußerst peinlich!
Und egal wie sehr ihr gegen HS meckert, der Erfolg gibt ihm recht....

Glück auf!

1 Antwort
Meckern auf hohem Niveau
von Sportfreund04 | #3-1

Bei der aktuellen Situation gibt es wirklich nicht viel zu meckern, aber trotz des Erfolges ergibt sich noch Optimierungspotential. Fest steht doch wohl: Wir haben nicht mit Lars Unnerstall sondern trotz Lars Unnerstall bisher Erfolg.

12.11.2012
08:29
Schalke feiert nach Sieg gegen Bremen eine Mannschaft mit Moral
von HLMH | #2

Keine einziger Kommentar zu Unnerstall?! Jetzt hat sogar schon die Presse erkannt, dass wir ohne Torwart spielen und es dementsprechend nichts zu berichten gibt...
Aber: 4 Schüsse aufs Tor und davon 2x Latte & 1x Holtby-Rettung = 1 Gegentor!
Wann wacht Stevens endlich auf? Fahrlässige Gefährdung des sportlichen Erfolges aus (scheinbar) reiner Trotzhaltung! Mir graut - angesichts der sportlichen Herausforderungen - vor den nächsten Wochen.

3 Antworten
Schalke feiert nach Sieg gegen Bremen eine Mannschaft mit Moral
von Mpenza04 | #2-1

Unser "Knurrer aus Kerkrade" wird im Falle von Lars Unnerstall sich nicht gegen ihn entscheiden. Schalke könnte mit Timo Hildebrand einiges erreichen aber mit Lars Unnerstall im Tor werden wir am Ende wieder mit leeren Händen da stehen...... leider never ending story.... Timo Hildebrand ist der beste Torwart den wir haben...... aber Huub hat sich gegen ihn entschieden...... aber vielleicht hilft uns ja das Schicksal.....;-)

Schalke feiert nach Sieg gegen Werder Bremen eine Mannschaft mit Moral
von heiland | #2-2

ich bin nie im leben ein schalkefan und werde es auch NIE werden, aber ich frage mich immer, warum hacken die fans in schalke immer auf ihren torhüter rum ?

vor nicht alzu langer zeit wurde auch in diesem forum geschrieben, in schalke wäre die beste towartschule um die sie die ganze liga beneiden würde.

zählt das jetzt nicht mehr ?

schalke steht doch auf dem 2. platz, glaubt denn einer ihr würdet mit einem anderen torwart meister ?????

hört doch einfach mal auf zu träumen, mit der meisterschaft wird es eh nichts bei euch, da werdet ihr noch alt und grau und habt immer noch keine meisterschaft erlebt !!!!

- für heiland
von tollmitsdavor | #2-3

- wie solltest DU Es auch verstehen
es geht hier nicht um Meisterschaft, es geht um SCHALKE!

11.11.2012
18:54
Peter Müller und das halbleere Glas..
von Altendorf-Ruhr | #1

...unterschlägt die Großchance von Draxler zur 3:1 Führung. Warum?

1 Antwort
Selten, aber ich schreib mal was auf dieser Seite....
von westfaIenborusse | #1-1

Ich kann mir die Bemerkung nicht verkneifen....glaubt Altendorf-Ruhr
an eine Verschwörungstheorie gegen seinen Verein? Schreibt Herr Müller
nur für den BVB positiv? Oh, oh....Kann es nicht sein, dass bei negativen
Themen ausschließlich der Verursacher "Schuld" hat? Wie bei Magath,
Torwart-Leistungen, oder verpasstem CL-Finale gegen ManU....Die böse WAZ :-)

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