Kommentar

Schalke fehlt es überall an Qualität - auch bei der Polizei

Auch die Polizei zeigte Flagge - allerdings auf eine brutale Art, die viele Fans entsetzte.
Auch die Polizei zeigte Flagge - allerdings auf eine brutale Art, die viele Fans entsetzte.
Foto: dpa

Das Champions-League-Qualifikationsspiel gegen PAOK Saloniki brachte es an den Tag: Schalke fehlt es überall an Qualität – überraschenderweise auch bei der örtlichen Polizei-Einsatzleitung. Ein Kommentar.

Essen.. Als ob der Verein noch nicht genug Probleme hätte, wird auf Schalke neben der sportlichen Perspektive nun auch noch die Frage der Verhältnismäßigkeit der Mittel beim Polizei-Einsatz während des Champions-League-Qualifikationspiels gegen Paok Saloniki heiß diskutiert. Das Schwenken der mazedonischen Fahne des mit den Schalker Ultras befreundeten Klubs Vardar Skopje darf angesichts der griechischen Gäste als unsensibel bis provokativ bezeichnet werden. „Volksverhetzung“ ist ein zu starkes Wort dafür, schon gar nicht rechtfertigt es den massiven Polizeieinsatz. Den Vorfall mit dem möglichen Vorzeigen einer Braunschweiger Flagge durch Schalke-Fans am kommenden Wochenende in Hannover zu vergleichen, wie es S04-Manager Horst Heldt tat, dient allerdings auch nicht der Versachlichung.

Chancen auf den Einzug in die Champions League sind noch intakt

Beobachtern drängte sich der Eindruck auf, manchen Schalker Verantwortlichen sei das kritikwürdige Verhalten der Polizei gerade recht gekommen als – freilich untaugliches - Ablenkungsmanöver von einem unbefriedigenden Spiel. Dass die Chancen auf den Einzug in die Champions League trotz des mageren 1:1 noch intakt sind, ist weniger dem Potenzial der Königsblauen geschuldet als dem nicht gerade Angst einflößenden griechischen Vizemeister. Anders sieht es in der Bundesliga aus: Die Wahrscheinlichkeit, einen der ersten drei Plätze zu erreichen, ist nach den ersten Eindrücken verschwindend gering: wegen der Konkurrenz, mehr aber noch wegen der Defizite im unausgewogenen Schalker Kader.

Einsatz Zu den hausgemachten Problemen zählt die schon nach den ersten Saisonspielen wieder aufgeflammte Trainer-Diskussion. Man mag zu Jens Keller und den Medien-Reflexen stehen wie man will: Nach der spielerisch enttäuschenden, wenn auch dank glücklicher Umstände versöhnlich beendeten Rückrunde (Platz 4) hat die Vereinsführung mit der Vertragsverlängerung des von Anfang an umstrittenen Trainers billigend in Kauf genommen, dass bei einem Holperstart prompt auch wieder der Coach im Fokus stehen würde. Auf Schalke ist in diesen Tagen oft von Qualität die Rede – vorhandener oder mangelnder. So oder so darf die Diskussion nicht auf die Mannschaft beschränkt bleiben. Sie muss auch die gesamte sportliche Leitung und die Vereinsführung mit einbeziehen. Neuerdings auch die Einsatzleitung der örtlichen Polizei.