Kommentar

Schalke darf guten Gewissens auf Schönspielerei verzichten

Jubel nach dem 1:0: Trainer Roberto Di Matteo (ganz links) und der Rest der Schalker Bank.
Jubel nach dem 1:0: Trainer Roberto Di Matteo (ganz links) und der Rest der Schalker Bank.
Foto: imago/Eibner

Dem FC Schalke 04 wird eine wenig attraktive Spielweise vorgeworfen. Den Blau-Weißen aber muss das derzeit egal sein. Ein Kommentar.

Essen.. Wer dem FC Schalke 04 in diesen Tagen vorwirft, mit mutlosem Fußball (in München) oder unattraktiver Spielweise (gegen Mönchengladbach) zu Punkten gekommen zu sein, der verkennt auf ignorante Weise die Fakten. Natürlich liegt der Verdacht nahe, dass Roberto Di Matteo (Achtung: ein Italiener!) Stammkunde am Bauhof ist, wo er sich regelmäßig Bretter besorgt, mit denen er das Schalker Tor vernageln kann. Aber: Genau das war sein Auftrag, als er das Amt im Herbst übernahm. Die Zeit der unnötigen Gegentore sollte doch dringend beendet werden.

Di Matteo hat ein System gefunden, in dem deutlich mehr Ordnung herrscht als zuvor. Drei Innenverteidiger werden bei Bedarf durch zwei zurückfallende Außen ergänzt – so wird aus einer Dreier- eine Fünferkette. Ob der Trainer dieses auf defensive Stabilität ausgerichtete System, das derzeit mit einem krass dezimierten Aufgebot definitiv den meisten Erfolg verspricht, beibehalten würde, wenn ihm tatsächlich mal alle Spieler zur Verfügung stünden? Darüber lässt sich doch jetzt nur spekulieren.

Fakt ist: Es fehlen Klasse-Leute wie Draxler, Farfan, Huntelaar, Goretzka und Fährmann. In solchen Zeiten Schönspielerei zu verlangen, wäre der falsche Ansatz.

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