Schalke baut einen Schutzwall um Jung-Keeper Wellenreuther

Wellenreuther sah - wie andere Schalker - unglücklich beim 0:1 in Frankfurt aus. In Gelsenkirchen spricht man dem Teenager weiterhin das Vertrauen aus.
Wellenreuther sah - wie andere Schalker - unglücklich beim 0:1 in Frankfurt aus. In Gelsenkirchen spricht man dem Teenager weiterhin das Vertrauen aus.
Foto: imago/Jan Huebner
Was wir bereits wissen
S04 spricht seinen dritten Keeper frei von Schuld beim Frankfurter Tor. Giefer trainiert wieder, aber Wellenreuther wird wohl auch gegen Real spielen.

Frankfurt.. Nach dem Spiel bauten die Schalker einen breiten Schutzwall auf. Es ging um das Gegentor, das zur 0:1-Niederlage in Frankfurt führte. Und darum, ob Torwart Timon Wellenreuther daran hätte etwas ausrichten können. Konnte er nicht – sagten zumindest die Schalker. Der erst 19 Jahre junge Wellenreuther bekam Flankenschutz von allen Seiten. Nur eben nicht auf dem Platz bei der spielentscheidenden Szene in der 64. Minute.

Frankfurts Timothy Chandler hatte den Ball von der rechten Seite vors Tor geflankt. Die Kugel flatterte, sie war leicht abgefälscht. Joel Matip konnte am kurzen Pfosten nicht an den Ball kommen, Frankfurts Lucas Piazon stand günstiger und köpfte in Richtung Tor. Timon Wellenreuther stürzte ihm entgegen, kam aber einige Schritte zu spät – und musste den Ball passieren lassen. Vielleicht eine unglückliche Aktion, aber nicht mal darauf wollte sich Tranquillo Barnetta einlassen: „Das war ein krummes Ding“, sagte der Schweizer: „Ich glaube nicht, dass man Timon da irgendetwas unterstellen kann.“

Analyse „Es ist in Ordnung, wenn Timon am Mittwoch im Tor steht“

Trainer und Manager sahen es genauso. „Der Torwart hat keine Schuld am Gegentor“, entschied Roberto Di Matteo, und Horst Heldt wies darauf hin, dass die Flanke eben abgefälscht worden war: „Ich glaube nicht, dass Timon am Tor etwas machen kann.“ Er monierte, dass auf der Außenbahn zuvor nicht gut verteidigt worden sei – ein erneuter Hinweis darauf, dass die Stärken von Christian Fuchs eben nicht in der Defensive liegen. Nur auf eine Torwart-Diskussion ließ sich Schalke gar nicht erst ein. Sie wäre auch nicht gut vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen Real Madrid.

Kommentar Denn ob bis dahin Fabian Giefer wieder einsatzbereit ist, weiß derzeit offenbar noch nicht einmal Schalke. Zwar trainierte der Ex-Düsseldorfer am Sonntag zum ersten Mal nach seiner zwölf Tage zuvor erlittenen Adduktorenzerrung wieder auf dem Platz, aber sein Einsatz wirkte doch noch sehr von Vorsicht geprägt – sogar Mannschaftsarzt Dr. Andreas Falarzik war dabei und ließ Giefer nicht aus den Augen. Schalke muss sich darauf einstellen, dass Wellenreuther auch gegen Real im Tor steht und stärkt dem Torwart für diesen Auftritt auf großer Bühne den Rücken. Heldt sagt: „Es ist in Ordnung, wenn Timon am Mittwoch im Tor steht. Er hat das auch in Frankfurt wieder sehr gut gemacht.“

Die Niederlage war auf jeden Fall nicht allein an Wellenreuther festzumachen – schon vor dem Gegentor hatte Schalke den guten Faden der ersten Halbzeit verloren. Beispiel: In der 54. Minute hatte Benedikt Höwedes Glück, dass ein Foul von ihm an Makoto Hasebe keinen Elfmeterpfiff nach sich zog. Schalkes Kapitän sagte später ehrlich: „Den kann man geben.“