Schalke 04 siegt in Darmstadt für Trainer Breitenreiter

Schalke-04-Trainer André Breitenreiter.
Schalke-04-Trainer André Breitenreiter.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
  • In Darmstadt verhindern die Schalke-Spieler eine Eskalation der Trainer-Diskussion.
  • “Wenn man sieht, wie wir heute gespielt haben, erübrigt sich die Diskussion", sagte Mittelfeldspieler Johannes Geis.
  • Beim 2:0-Erfolg war tadelloses Defensiv-Verhalten der Schlüssel.

Darmstadt.. Unter dem Tribünendach, direkt hinter der Schalker Kabine, war nach dem Spiel ein kleines Buffet für die Gäste aufgebaut. Auch Trainer André Breitenreiter nahm noch schnell einen Happen auf die Hand, zog sein Rollköfferchen hinter sich her und wünschte noch einen schönen Abend. Der Job des Tages war erledigt.

Schalke-04-Mittelfeldspieler Geis: "Der Trainer erreicht uns"

Schalke hatte mit dem 2:0-Sieg bei Aufsteiger Darmstadt 98 dafür gesorgt, dass die Diskussionen der vergangenen Woche um den Trainer nicht weiter befeuert werden - zumindest nicht durch eine sportliche Krise. Mittelfeldspieler Johannes Geis glaubt sogar, dass man das Thema nun genauso schnell wieder zu den Akten legen kann, wie es aufgekommen war: “Wenn man sieht, wie wir heute gespielt haben, erübrigt sich die Diskussion. Jeder steht für den anderen ein, der Trainer erreicht uns. Wenn er uns nicht erreichen würde, dann hätten wir nicht so ein Spiel abliefern können.”

Einzelkritik Tatsächlich lieferte Schalke eine als Mannschaft geschlossene Leistung ab, die nicht auf schwerwiegende Dissonanzen im Innenverhältnis schließen ließ. Auch Torwart Ralf Fährmann beschrieb das königsblaue Gefüge als “eingeschworenen Haufen, der zusammenhält.” Für Geis standen Kritik und Leistung sogar in einem ursächlichen Zusammenhang: “Natürlich wollten wir das nicht auf uns sitzen lassen.” Man habe es allen zeigen wollen, was Schalke ausmacht. Die beiden Tore durch Max Meyer (43.) und Leroy Sané (53.), auf schwierigem Boden gut herausgespielt, brachten das im Ergebnis zum Ausdruck.

Schalke-Trainer Breitenreiter als Mann der Woche

Breitenreiter könnte sich also durchaus als Mann der Woche fühlen, weil die Mannschaft den von außen gegen ihn vorgetragenen Angriff mit einem Sieg abgewehrt hat. Aber der 42-Jährige hatte sich diesmal eine andere Taktik zurecht gelegt: Er behauptete standhaft, dass der Sieg für ihn keine besondere Wertigkeit hätte. Schalke habe die Punkte gebraucht, weil man in der vergangenen Woche gegen Bremen drei Zähler verloren hatte: “Nur darum ging es”, betonte Breitenreiter und wich davon auch auf Nachfrage nicht ab, “und um nichts anderes.”

Stimmen Man kann dies vielleicht sogar ein wenig als kleine Korrektur des eigenen Weges interpretieren, weil ja auch sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein eines der diskutierten Themen war - wobei es ja nicht zwingend von Nachteil sein muss, wenn ein Trainer von sich überzeugt ist. Dass der frühere Bundesliga-Profi mit der Debatte um seinen Stil in Darmstadt noch nicht abgeschlossen hatte, verdeutlicht ein Detail: Breitenreiter verweigerte dem Bundesliga-Sender Sky, der die Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte, am Samstag das sonst obligatorische Einzel-Interview. Schalke betonte, dass dies zunächst aber nur eine Entscheidung für das Spiel in Darmstadt gewesen sei: Von einem Boykott für längere Zeit ist noch keine Rede.

Breitenreiter sah ein tadelloses Schalker Defensiv-Verhalten

So war der Tag am Böllenfalltor in mancherlei Hinsicht eben doch eine Ausnahmesituation. Auch Darmstadts Trainer Dirk Schuster spürte, dass die Gäste in besonderem Maße die Antennen ausgefahren hatten, um nur nicht wieder einen Reinfall zu erleben. Zu seinem Leidwesen bemerkte er das auf dem Spielfeld: “Ich habe die Schalker noch nie so schnell wieder hinten erlebt wie heute”, sagte Schuster - eigentlich hatte er nach seinen Beobachtungen zuvor Schwächen im Umschaltspiel bei den Gästen erwartet. Auch Breitenreiter hatte bei seinen Spielern ein tadelloses Defensiv-Verhalten gesehen, das neben den beiden Toren der Schlüssel zum Erfolg war: “Das müssen wir jede Woche erwarten können.”

Am nächsten Samstag ganz besonders: Da kommt Wolfsburg - mit Julian Draxler.