Schalke 04 braucht nach Elgerts Abschied einen neuen Veredler

Auf Schalke ist Norbert Elgert der Mann, der den Juwelen des Klubs den entscheidenden Schliff verpasst.
Auf Schalke ist Norbert Elgert der Mann, der den Juwelen des Klubs den entscheidenden Schliff verpasst.
Foto: firo Sportphoto
Was wir bereits wissen
  • Wenn Norbert Elgert Schalke 2018 verlässt, hinterlässt er große Fußstapfen.
  • Elgert hat zahlreiche königsblaue Talente geformt.
  • Nachwuchsdirektor Ruhnert sieht die Knappenschmiede aber gut gerüstet.

Gelsenkirchen.. Ob sich schon andere Bundesliga-Manager gemeldet haben, die um seine Dienste buhlen, will Norbert Elgert nicht verraten. „Das wäre unseriös“, sagt er und weist darauf hin, dass sein Vertrag auch erst in zwei Jahren ausläuft. „Ich habe auf Schalke eine Aufgabe, die mir nach wie vor sehr viel Spaß macht. Meine Motivation ist weiterhin maximal“, sagt er.

Leroy Sané wirkt aber schon etwas betroffen, wenn er an Elgerts wohl bevorstehenden Abschied denkt: „Der Abgang von Norbert Elgert wäre ein großer Verlust“, sagt Schalkes Offensiv-Juwel im Gespräch mit dieser Zeitung.

Über 50 Talente zu Profis geformt

In dem A-Junioren-Trainer wird der Verein voraussichtlich einen wichtigen Eckpfeiler verlieren. Wie groß die Lücke ist, die Elgert spätestens 2018 hinterlassen wird, verdeutlicht Oliver Ruhnert, Direktor des Nachwuchsleistungszentrums: „Einen Veredler wie ihn gibt es in Deutschland wohl kein zweites Mal.“ Aus Talenten formt Elgert Stars. Seit 1996 hat der Fußball-Lehrer weit mehr als 50 Talente in den Profifußball geführt, mit Manuel Neuer, Mesut Özil, Julian Draxler und Benedikt Höwedes gingen vier Weltmeister durch die Schule des 59-Jährigen, der 2013 als DFB-Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde.

U17-Coach Fahrenhorst könnte 2018 in Elgerts Fußstapfen treten

Auch aktuelle Schalker Hoffnungsträger wie Sané und Max Meyer bekamen von dem gebürtigen Gelsenkirchener den letzten Schliff. „Unter Norbert Elgert sind sehr viele Spieler aus der eigenen Jugend in den Profi-Bereich aufgestiegen, einige sogar in die Nationalmannschaft“, sagt Meyer. „Es kommt nicht von ungefähr, dass wir so viele Spieler aus der eigenen Jugend im Kader haben, die alle durch seine Schule gegangen sind.“

Nicht weniger als neun Spieler aus dem Profikader hatte Elgert unter seinen Fittichen. „Die Spieler lernen sehr viel bei ihm, können sich sehr gut weiterentwickeln und werden von ihm sehr gut auf den Profi-Bereich vorbereitet“, berichtet Sané. Er spricht aus Erfahrung. Sané, neuer Stern am königsblauen Himmel, war einer, dem von Elgert auch schon mal der Kopf gewaschen wurde, wenn der Trainer es für nötig hielt. Seine knorrige Art ist speziell. Aber letztlich war Elgert damit immer sehr erfolgreich. „Alle Verantwortlichen bei Schalke 04 wissen um seine enorme Qualität“, sagt Ruhnert. Dass die Knappenschmiede selbst international einen exzellenten Ruf genießt, wird vor allem mit Elgerts Arbeit bei der U 19 verbunden.

Kommentar Dass er mit 59 Jahren deutlich älter als die meisten U-19-Trainer der Bundesligaklubs ist, stört ihn nicht. Schließlich sieht er sich erst jetzt in den besten Trainerjahren. „Die guten Jahre kommen noch. Ich habe den Vorteil, eigentlich schon alles einmal erlebt zu haben“, sagt er.

Wunsch nach Veränderung

Bei seinem Herzensklub doch in Rente zu gehen, will der U-19-Cheftrainer zumindest nicht grundsätzlich ausschließen. „Ich bin in der Bergmannstraße in Ückendorf geboren. Ich war auf Schalke auch Jugendspieler und Profi. Ich bin nicht nur ein Angestellter, sondern auch großer Fan von Schalke 04.“ Aktuell sei die Tendenz, sich verändern zu wollen, aber eben ein bisschen größer. Oliver Ruhnert verfällt deshalb allerdings nicht in Panik: „Wir sind in der Knappenschmiede immer gut gerüstet.“