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Rene Klingenburg will sich auf Schalke wieder zeigen

Rene Klingenburg will sich auf Schalke wieder zeigen

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U23 FC Schalke 04 - Fortuna Düsseldorf Foto: Martin Möller
Der 20-jährige Rene Klingenburg hat einen Profivertrag beim FC Schalke unterschrieben, aber derzeit einen schweren Stand auf Schalke. Der Mittelfeldspieler hofft auf Spielpraxis. Seinen Traum vom Profifußball hat er noch nicht begraben.

Gelsenkirchen. 

In anderthalb Monaten ist Weihnachten. Rene Klingenburg wird die Festtage wieder mit seiner Familie verbringen. So wie vor zwei Jahren. Nachdem er drei Tage vor dem Fest im Büro von Manager Horst Heldt einen Profivertrag bis zum 30. Juni 2015 unterschrieben hatte, genoss er Weihnachten umso mehr. Neben einem ordentlichen Grundgehalt garantierte ihm der Vertrag vor allem die glänzende Aussicht, im Profifußball Fuß zu fassen.

Torschütze im A-Jugend-Endspiel

Diesen Vertrag hatte sich Klingenburg verdient. Ein halbes Jahr zuvor hatte er mit seinem Treffer zum 1:1 im Endspiel gegen den FC Bayern München den Grundstein zur Deutschen A-Jugend Meisterschaft gelegt, in der Schalker U19 von Trainer Norbert Elgert gehörte der Mittelfeldspieler neben Spielern wie Sead Kolasinac oder Kaan Ayhan zu den Leistungsträgern. Talentscouts aus Deutschland und sogar aus dem Ausland hatten den pfeilschnellen Außenspieler nach dieser Saison oben auf ihrer Liste.

Heute erinnern fast nur noch seine Autogrammkarten an den Profivertrag. Ab und zu wird er auf dem Schalker Vereinsgelände sogar noch nach einem Autogramm gefragt. Und erfüllt jeden Wunsch gerne. Der Weg in den Profifußball ist allerdings versperrt.

Rene Klingenburg spielt derzeit nicht einmal mehr in der U23 eine Rolle. Kaan Ayhan, Sead Kolasinac oder auch Max Meyer sind hingegen schon fast gestandene Bundesligaspieler und Nationalspieler.

„Ich werde nicht aufgeben“, sagt Rene Klingenburg. „Ich bin dankbar, dass ich auf Schalke die Möglichkeit bekommen habe, bei den Profis zu trainieren.“ Huub Stevens nahm den Mittelfeldspieler im Sommer 2012 mit ins Trainingslager nach Donaueschingen, Jens Keller ein Jahr später mit nach Donaueschingen und Klagenfurt. Klingenburg lief sogar in Testspielen auf, unter anderem gegen den AC Mailand und Besiktas Istanbul.

Die Gegenwart ist grau: Am 1. Spieltag der Regionalliga, beim 1:1 der U23 beim KFC Uerdingen im August, stand Klingenburg noch in der Startelf. Eine Woche später, Schalke kam im Heimspiel gegen Spitzenreiter Viktoria Köln 0:4 unter die Räder, nahm ihn Trainer Jürgen Luginger schon in der ersten Halbzeit vom Feld und zählte ihn nach der Partie an. Seitdem hat Klingenburg – mit Ausnahme eines Freundschaftsspiels gegen den Westfalenligisten TSV Marl-Hüls – kein Spiel mehr bestritten. „Dadurch, dass bei uns bis zu fünf Jungprofis im Kader stehen, müssen automatisch andere Spieler weichen“, erklärt Luginger.

Klingenburg räumt Fehler ein

Klingenburg gibt sich auch selbstkritisch: „Ich bin ein temperamentvoller Mensch, der auch seine Meinung sagt. Und ja, ich habe hier in der Vergangenheit Fehler gemacht. Das weiß ich. Ich habe aber daraus gelernt.“

Der Mittelfeldspieler weiß um sein Potenzial und will deshalb weiterhin für einen Platz in der Startelf kämpfen. Und er sagt, dass sogar ehemalige Mitspieler aus dem Profikader wie Marco Höger oder Roman Neustädter ihm gut zureden und ihn mental aufbauen. Auch Gerald Asamoah mache ihm in Gesprächen immer wieder Mut. „Es ist nicht leicht, sich jeden Tag aufs Neue zu motivieren, wenn man nur trainieren darf“, sagt Klingenburg, der trotz Wut im Bauch kein schlechtes Wort über seinen Trainer verlieren möchte. „Ich habe einen guten Draht zu Jürgen Luginger. Auch er spricht mir Mut zu. Sein Training ist hervorragend und menschlich ist er auch super.“

Dass der Traum von der Bundesliga gerade zu platzen scheint, weiß Rene Klingenburg sehr wohl richtig einzuschätzen. Begraben will er diesen Traum aber nicht. „Qualität setzt sich am Ende immer durch“, sagt er. So selbstbewusst ist er immer noch.

Sein Versprechen an seinen Arbeitgeber lautet: „Ich werde weiterhin alles für Schalke geben.“ Wohlwissend, dass er sich mindestens auf Umwege einlassen muss. Sein größter Wunsch zum diesjährigen Weihnachtsfest: „In meinem Alter ist Spielpraxis das A und O. Deshalb will ich endlich die Chance bekommen, mich wieder zu zeigen.“