Nur vier Treffer aus sieben Spielen - S04 in der Tor-Krise

Wieder torlos: Schalke-Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting.
Wieder torlos: Schalke-Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
"Wir müssen in den nächsten Spielen wieder geiler auf Tore werden", sagte Roman Neustädter nach dem 1:1 gegen Bremen. Wir haben die Stimmen zum Spiel.

Gelsenkirchen.. Tranquillo Barnetta sah es ganz nüchtern: "Uns hat manchmal die letzte Konsequenz vor dem Tor gefehlt", sagte der Schweizer nach dem 1:1 (0:0) des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen. Manager Horst Heldt ergänzte sachlich: "Wir müssen wieder effizienter werden." Nur Roman Neustädter drückte es etwas drastischer aus: "Wir müssen in den nächsten Spielen geiler auf Tore werden. Dann müssen wir nicht mehr diskutieren, wenn wir in der letzten Minute ein Tor kassieren."

Schalke befindet sich in der Tor-Krise! In den vergangenen sieben Pflichtspielen erzielten die Königsblauen nur vier Tore - und die verteilten sich auf Abwehr- oder Mittelfeldspieler (Marco Höger, Benedikt Höwedes, Tranquillo Barnetta, Max Meyer). Eric Maxim Choupo-Moting befindet sich seit der Rückkehr vom Afrika-Cup in einem Dauer-Formtief, Klaas-Jan Huntelaar fehlte viermal wegen einer Sperre, Felix Platte bestritt am Samstag erst sein drittes Pflichtspiel bei den Profis. Im Derby beim BVB am Samstag (28. Februar, 15.30 Uhr, live in unserem Ticker) können Huntelaar und Choupo-Moting wieder gemeinsam stürmen. Huntelaar, der an einer schmerzhaften Schienbeinprellung leidet, humpelte nicht mehr, als er die Arena verließ.

Wir haben die Stimmen zum 1:1 gegen Werder Bremen gesammelt.

Einzelkritik Roberto Di Matteo (Trainer FC Schalke 04): "Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die voller Selbstvertrauen ist und ein starker Gegner war. Wir haben das Spiel sehr gut kontrolliert, haben eine sehr engagierte Leistung gezeigt. Wir sind verdient in Führung gegangen, haben dann den Raum nicht genutzt, um das zweite Tor zu schießen. Am Schluss sind wir sehr, sehr enttäuscht, dass wir in der Nachspielzeit so ein Tor nach einer Standardsituation kassieren. Natürlich hat uns da Joel Matip gefehlt mit seiner Größe. Wir wussten, dass Bremen viele große Spieler hat und auf Standardsituationen setzt. Ich glaube niemand hätte etwas sagen können, wenn wir das Spiel gewonnen hätten."

Horst Heldt (Manager FC Schalke 04): "Es ist ärgerlich, weil wir um unseren Lohn gebracht wurden. Wenn du in der Nachspielzeit ein Tor bekommst, fühlt sich das nicht wie ein Unentschieden an, sondern eher wie eine Niederlage. Man hat gesehen, dass Werder Bremen einen Lauf hat. Es war ein sehr intensives und von beiden Mannschaften gut geführtes Spiel. Nach der englischen Woche hat die Mannschaft alles aus sich herausgeholt. Ich kann aber nicht sagen, dass das Ergebnis komplett unverdient für die Bremer ist. Die haben auch gefightet und nicht aufgegeben."

Heldt zum Gegentor: "Es war eine unnötige Situation, die zum Freistoß geführt hat. Das hätten wir viel besser machen können. Timon Wellenreuther kann man keine Schuld geben. Wir stehen zu tief bei dem Freistoß, müssen mehr rausrücken, dann wird es für Timon einfacher. Wir stehen nur sechs, sieben Meter vor Timon. Als der Freistoß dann ausgeführt wird, stehen wir schon am Fünfmeterraum. Sebastian Prödl läuft gut rein, der ist zwei Meter groß - und dann ist es schwer, das zu verteidigen."

Heldt über die Offensive: "Wir müssen wieder effizienter werden. Das waren wir in den letzten Spielen nicht. Auch in Frankfurt hatten wir viele Möglichkeiten. Da müssen wir den Schlüssel finden, denn das hat uns davor ausgezeichnet."

Meyer Heldt über das anstehende Derby in Dortmund: "Darüber mache ich mir keine Gedanken, dafür ist das Spiel zu frisch. Das wird bis Montag dauern. Heute stimmen wir uns nicht aufs Derby ein und morgen auch nicht."

Roman Neustädter (FC Schalke 04): "Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir haben nicht viel zugelassen, machen in der zweiten Halbzeit das 1:0, hatten Chancen, das zweite Tor zu erzielen. Dann kriegen wir ein unnötiges Gegentor. Das Spiel ist jetzt vorbei, wir müssen das verdauen und die Punkte in den nächsten Spielen zurückholen. Wir werden den Kopf oben behalten. Wir wissen, dass wir gut klarkommen in dem System, dass wir wenig zulassen. Vorn bekommen wir unsere Chancen. Die müssen wir nur konsequenter nutzen in den nächsten Spielen."

Neustädter zum Gegentor: "Gut, dass Tranquillo Barnetta da ein Foul macht, sonst geht der Gegenspieler durch. Dann ist der Freistoß schwer zu verteidigen, weil er direkt vor Timon landet. Wir hätten einfach das zweite Tor machen müssen, sonst müssten wir nicht darüber reden."

Neustädter über die Woche: "Die war nicht so erfolgreich. Wir haben phasenweise gut gespielt, hatten unsere Chancen, haben aber das nötige Tor nicht gemacht. Wir müssen daraus lernen."

Tranquillo Barnetta (FC Schalke 04): "Wir sind enttäuscht, weil wir mehr verdient hätten. Wir haben viel investiert, sind oft über die Seiten durchgekommen, was wir uns auch vorgenommen haben. Da hat uns manchmal die letzte Konsequenz vor dem Tor gefehlt. Dann hätten wir vorher das zweite Tor gemacht. Dadurch haben wir uns selbst nicht belohnt."

Barnetta über den Freistoß vor dem 1:1: "Wir hatten viele Freistöße gegen uns, haben das immer sehr gut gelöst. Sicher ist es ärgerlich, wenn aus einem Foul ein Tor passiert, aber die ganzen Freistöße davor haben wir auch gut verteidigt. Von daher wäre es schlimmer gewesen, wenn er da durchgegangen wäre. Wenn wir das Ding rausköpfen, sagt keiner was."

Personal Barnetta über die ungewohnte Position rechts hinten: "Es war okay. Ich habe versucht, die Position offensiver zu interpretieren, weil ich einen Drang nach vorn habe. Fürs erste Mal auf dieser Position war es gar nicht so schlecht."

Barnetta zum Derby: "Wir sind erst einmal enttäuscht. Das wird morgen auch noch so sein. Dann freuen wir uns auf das Derby. Das ist das Highlight des Jahres. Wir werden alles reinhängen. Im Derby müssen wir alles reinhängen, richtig fighten über 90 Minuten. Wenn wir das so machen wie heute, dann bin ich sicher, dass wir in Dortmund was mitnehmen können.

Max Meyer (FC Schalke 04): "Wir hatten in der zweiten Halbzeit alles im Griff. Es gab nicht viele Torchancen, aber wir müssen das einfach über die Zeit bringen. Wir müssen weitermachen, denn wir sind immer noch auf dem vierten Platz. Nächste Woche ist das Derby, da versuchen wir wieder, drei Punkte zu holen. Da werden wir wieder wacher sein."

Meyer zum Derby: "Wir haben gute Individualisten, stehen sehr gut hinten, haben wenig Gegentore bekommen. Da muss Borussia Dortmund erstmal durchkommen. Vorn haben wir immer Chancen, um ein Tor zu machen, und wir machen meist auch eins."

So analysieren die Bremer das 1:1 beim FC Schalke 04

Viktor Skripnik (Trainer Werder Bremen): "Wenn man in der Nachspielzeit das 1:1 erzielt, ist es ein glücklicher Punktgewinn. Jeder weiß, wie schwer es ist, auf Schalke ein Tor zu erzielen, wenn man in Rückstand geraten ist. Man weiß nicht, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn wir in der ersten Halbzeit in Führung gegangen wären. Es gab ein, zwei Möglichkeiten für uns. Jeder ist an seine Grenzen gegangen. Nach dem Patzer von unserem Torwart haben wir unsere Kräfte gesammelt und den Ausgleich gemacht. Trotzdem müssen wir immer noch nach unten schauen."

Sebastian Prödl (Werder Bremen): "Das war ein gutes Auswärtsspiel von uns. Ich habe vorher genau zugesehen, wie der Torwart alle Flanken runtergefangen hat. Bei der Flanke von Zlatko Junuzovic bin ich einfach reingelaufen."

Raphael Wolf (Werder Bremen): "Wir geraten durch ein blödes Tor, was mein Fehler ist, in Rückstand. Danach hat sich die Mannschaft aufgerappelt und wir haben ein Unentschieden rausgeholt. Zum Glück konnte ich meiner Mannschaft am Schluss helfen. Das war das Mindeste nach diesem Scheißtor."