Metzelder wird Schalke wohl nach der Saison verlassen

Hat Christoph Metzelder bald mehr Zeit für private Dinge? Der ehemalige Nationalspieler - hier im Bild mit TV-Moderatorin Esther Sedlaczek - plant seinen Abschied von Schalke.
Hat Christoph Metzelder bald mehr Zeit für private Dinge? Der ehemalige Nationalspieler - hier im Bild mit TV-Moderatorin Esther Sedlaczek - plant seinen Abschied von Schalke.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
„Ich gehe davon, dass hier zum Saisonende Schluss ist“, sagt Christoph Metzelder, fast 32 Jahre alt und Innenverteidiger des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. Der ehemalige Nationalspieler hofft, am 20. Oktober in Dortmund einen Big Point landen zu können.

Gelsenkirchen.. Er ist auch noch da: Christoph Metzelder, fast 32 Jahre alt und Innenverteidiger des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. Als er nach dem Training am Dienstagvormittag im Parkstadion vor ein paar Journalisten steht, schmunzelt er. „90 Prozent fragen mich, wann ich wieder fit werde, und zehn Prozent fragen, ob ich überhaupt noch Fußball spiele“, sagt er. Nach seinen Leistenproblemen sowie seiner Fingerverletzung ist er längst wieder fit, aber für Trainer Huub Stevens kein Thema. Wenn die Königsblauen in der Bundesliga oder in der Champions League spielen, sitzt Christoph Metzelder nicht einmal auf der Bank, sondern auf der Tribüne.

Schön findet der 47-malige Nationalspieler das nicht, aber er versteht es anscheinend, damit umzugehen. „Ich bin nicht jemand, der sich in die Kummerecke setzt“, erzählt Christoph Metzelder und spricht von einem normalen Zyklus und auch von einer strategischen Entscheidung des Vereins, bewusst den jungen Innenverteidigern das Vertrauen zu geben. „Als ich 19 war“, sagt er, „habe ich Alfred Nijhuis und Jürgen Kohler den Platz abgejagt.“ Damals bei Borussia Dortmund.

126 Bundesliga-Spiele für Dortmund

Hat er das Thema FC Schalke 04 etwa schon abgehakt? „Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich jeden Tag professionell vorbereite“, sagt Christoph Metzelder. „Ich lasse mich auch nicht hängen, das entspricht nicht meinem Charakter. Aber das Ende ist in der Ferne sichtbar. Ich gehe davon, dass hier zum Saisonende Schluss ist. Wenn man auch guckt, was aus der Jugend kommt.“ Und dann? „Ich denke, dass ich im Frühjahr für mich eine Entscheidung treffen muss, aber das ist noch keine aktuelle Frage.“

Das nächste aktuelle Thema kennt er besser als jeder andere Schalker: Borussia Dortmund. 126-mal hat er das Bundesliga-Trikot der Schwarz-Gelben getragen. Jetzt einmal noch das Derby der Derbys im Signal-Iduna-Park spielen, der für Christoph Metzelder immer das Westfalenstadion bleiben wird? „Es geht nicht um mich“, erklärt er aber. „Es geht um uns, nachdem wir uns gegen Wolfsburg aus der kleinen Ergebniskrise herausgearbeitet haben. Ich hoffe, dass wir mal einen Big Point landen werden, um in den nächsten Wochen die Nummer zwei hinter den Bayern zu sein.“

Schalke Allerdings macht Christoph Metzelder kein Hehl daraus, dass er sich dieses Spiel gerne an einem anderen Termin als dem 20. Oktober gewünscht hätte. „Die Ansetzung ist für beide Mannschaften ungünstig“, meint er. „Es ist ein Problem, dass alle weg sind.“ Drei Torhüter und fünf Feldspieler aus dem Profi-Kader sind momentan nur im Training bei den Königsblauen und werden von Akteuren aus den Nachwuchs-Teams unterstützt, so dass am Dienstagvormittag zumindest auf der einen Rasen-Hälfte sieben gegen sieben spielen konnten. In einem Tor stand übrigens Timo Hildebrand und im anderen Ralf Fährmann, während in der anderen Spielhälfte Lars Unnerstall eine Sonderschicht mit Torwart-Trainer Holger Gehrke absolvieren musste.

Einen starken Rückhalt wird der FC Schalke 04 in Dortmund wohl auch brauchen, zumal Christoph Metzelder die Mannschaft des Deutschen Meisters längst nicht so sieht, wie es die aktuelle Bundesliga-Tabelle verrät: auf Rang vier. „Wenn man die Qualität vergleicht, sind wir immer noch leicht im Hintertreffen“, sagt er. „Aber die Dortmunder werden uns ernst nehmen, die haben uns auf der Rechnung.“

Und wenn ihn Trainer Huub Stevens noch einmal statt Kyriakos Papadopoulos, Joel Matip, Benedikt Höwedes oder Sead Kolasinac in der Innenverteidigung brauchen sollte, wird Christoph Metzelder auch da sein. „Das hat man doch in der vergangenen Saison gesehen, dass es da keine großen Leistungsunterschiede gibt“, sagt er.