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Meisterprodukt mit Mängeln

19.02.2010 | 18:14 Uhr
Meisterprodukt mit Mängeln

Der Meistermacher kehrt zurück zu seinem Meisterprodukt. Auch wenn Felix Magath betont, dass es „kein besonderes Spiel“ sei, so kann er eine gewisse Vorfreude auf die Partie in der Wolfsburger Volkswagen-Arena (Sonntag, 17.30 Uhr) nur schwer verhehlen. „Natürlich freue ich mich auf das Spiel, schließlich habe ich zwei schöne Jahre in Wolfsburg gehabt.“

Wer nun glaubt, die Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg sei in der persönlichen Erfolgsskala konkurrenzlos an der Spitze angesiedelt, der wird vom Schalker Chefcoach eines Besseren belehrt: „Ich weiß gar nicht, ob 2000 der Klassenerhalt mit Frankfurt nicht der außergewöhnlichere Erfolg war“, sinniert er über den Vergleich. Dagegen war VW-Land natürlich Schlaraffenland, Magath konnte die Mannschaft nach Gutdünken und mit viel Geld umgestalten.

Aber auch dieser Schnee ist längst getaut, der Rausch des Titeltriumphs in Niedersachsen verflogen, das Meisterprodukt weist in dieser Spielzeit schwerwiegende Mängel auf. Auch wenn es Magaths Devise ist, seine Kontakte zu Ex-Klubs mit seinem Weggang ruhen zu lassen, lässt ihn dies nicht kalt, schließlich hatte er die aktuelle Mannschaft selbst zusammen gestellt: „Selbstverständlich bedauere ich diese Entwicklung und freue mich natürlich lieber über Erfolge.“ Aber Mitleid, nein, das bräuchten seine Ex-Spieler nicht von ihm: „Wenn man solche Phasen übersteht, wird man als Spieler noch stärker und besser.“

Es muss ja nicht ausgerechnet in der nächsten Partie sein. Ein überaus reizvoller Vergleich, wie Schalkes Trainer findet, der gespannt ist, wie die starke Offensive der Gastgeber mit der hoch gelobten Defensivabteilung der Königsblauen zurecht komme. Ein Abnutzungskampf auf höchstem Niveau kann erwartet werden. Wobei Schalkes Defensive natürlich schon vorher ein Zacken aus der Krone gebrochen ist: Der gelbgesperrte Rafinha muss adäquat ersetzt werden. Doch Magath spielt die Sache herunter: „Ich glaube nicht, dass dies von entscheidender Bedeutung ist, ein Spieler ist immer zu ersetzen, auch wenn es der mit den meisten Ballkontakten ist.“ Wer den Brasilianer ersetzen soll, das wollte Magath den Wolfsburgern im Vorfeld noch nicht signalisieren. Auszuschließen ist aber, dass Heiko Westermann diesen Part übernehmen wird. Zwar sei seine Gesundung sehr positiv verlaufen, aber da er noch nicht mit der Mannschaft trainiert habe, spiele er für das Wolfsburg-Spiel noch keine Rolle.

Viel lieber machte sich Magath über den morgigen Gegner so seine Gedanken, und der sei nach dem achtbaren 2:2 unter der Woche in der Europa League beim FC Villarreal sicherlich stärker einzuschätzen als nach zuletzt eher enttäuschender Leistung in der Bundesliga. „Dass es nicht einfach wird, haben wir wohl alle gesehen, der VfL ist zuletzt oft unter seinen Möglichkeiten geblieben. Wollen wir nicht hoffen, dass Wolfsburg dieses Remis so positiv wertet und am Sonntag mit einem Heimsieg die Tabellensituation für sie freundlicher gestaltet.“ Bei einer Niederlage geraten seine Meisterschützlinge vielleicht sogar in den Abstiegskampf.

Ralf Wilhelm

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