Mainz kommt nicht zum Feiern nach Schalke
03.02.2012 | 17:45 Uhr 2012-02-03T17:45:00+0100
Gelsenkirchen. Die Mannschaft von Trainer Huub Stevens will die Heimaufgabe gegen den FSV Mainz 05 hochkonzentriert angehen. Christian Fuchs wieder im Training dabei. Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel ist gewillt, Zugang Mohamed Zidan direkt im Sturm einzusetzen.
Der 20. Spieltag in der Fußball-Bundesliga ist sicherlich noch nicht der richtige Zeitpunkt für einen Trainer, um sich im heimischen Ohrensessel entspannt zurückzulehnen, aber ein kleines Zwischenfazit muss dennoch erlaubt sein. „Hut ab vor Borussia Mönchengladbach und Schalke, dass sie oben an der Spitze mitmischen können“, sagt, ja, der Schalke-Trainer , und das klingt bei Huub Stevens keineswegs nach Selbstbeweihräucherung.
Stevens spricht mit Hochachtung vom Gegner
Das heißt ja nicht, dass man die Heimaufgabe am Samstag (15.30 Uhr, live im DerWesten-Ticker) gegen den Durchschnitts-Ligateilnehmer Mainz 05 nicht ernst genug nehme. Im Gegenteil, der Schalke-Coach spricht mit Hochachtung vom Gegner, der ausgerechnet in der Karnevals-Hochzeit in der Arena antritt: „Mainz spielt einen Fußball, der nicht zu unterschätzen ist, da müssen wir 110 Prozent geben.“ Denn wenn eine Mannschaft wie die Königsblauen mit oben spiele, sei der Gegner immer besonders motiviert. Ein Gefühl, das die Münchner Bayern schon seit Jahren nicht anders kennen, welches in Gelsenkirchen aber gelegentlich abhanden gekommen ist.
Und dass mit Mohamed Zidan kurz vor Transferschluss noch ein Heimkehrer von Borussia Dortmund den Weg zurück in die Fassnachts-Hochburg gefunden hat – sicherlich nicht, um nur Karneval zu feiern – macht die Schalker Aufgabe nicht einfacher. Gästetrainer Thomas Tuchel ist jedenfalls gewillt, den Ägypter schon gleich in der Arena im Sturm einzusetzen: „Wir haben ihn nicht geholt, um unseren Kader zu ergänzen, sondern um unsere Mannschaft anzuleiten. Ich mache mir keine Sorgen um seine Handlungsschnelligkeit und sein Spielverständnis.“ Zidan, der als einziger Ägypter in der Bundesliga wegen der Vorfälle in der Heimat mit Trauerflor auflaufen wird, hat beim FSV auch eine bestechende Bilanz vorzuweisen: Von 2005 bis 2007 erzielte er in 41 Spielen immerhin 22 Tore im rot-weißen Trikot. Und wer weiß, wieviel BVB-Instinkte noch in ihm schlummern.
Trainer Stevens ist jedenfalls froh, dass er am Freitag beim Abschlusstraining für seine Abwehr wieder Entwarnung geben konnte. Christian Fuchs, der tags zuvor wegen einer Magen-Darm-Grippe gefehlt hatte, war wieder mit von der Partie, sodass auf der linken Verteidiger-Position nicht der personelle Notstand auftreten wird.
Höwedes wird rechts verteidigen
Und rechts wird Nationalspieler Benedikt Höwedes verteidigen, der mit seiner schützenden Maske eisern daran arbeitet, den konditionellen Rückstand aufzuholen, den ihm die vier Tage der flachliegenden Ruhepause eingebrockt haben.
Sollte Höwedes doch noch die Zweikämpfe im Match scheuen und abwinken, dann stünde nach 20-monatiger Pause noch immer Tim Hoogland für sein Comeback bereit. Der Spieler fühlt sich fit für einen kompletten Einsatz, doch Huub Stevens lässt sich nicht blenden: „Tim kommt von ganz weit weg und kann noch gar nicht bei 100 Prozent sein. Sicherlich kann er schon wieder Spielminuten bekommen, aber ob es für eine ganze Partie reicht?“ Auf dieses Experiment kann er wohl verzichten.

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