Magaths Attacke: Rückkehr zum Risiko?
07.06.2010 | 19:47 Uhr 2010-06-07T19:47:00+0200
Gelsenkirchen. Felix Magath Forderungen nach teuren Verstärkungen und sein Vorwurf, von Schalke bei seiner Verpflichtung getäuscht worden zu sein, schlagen hohe Wellen. Ein Versuch, die Hindergründe aufzuhellen.
as Felix Magath in seinem Urlaub in Puerto Rico, wo sein Vater lebt, gemacht hat, ist sein Geheimnis. Aber wer den erfolgsbesessenen Coach kennt, ahnt, dass ihn seine Arbeit nicht losgelassen haben dürfte. Wie zum Beweis, holte der 56-Jährige nach seiner Rückkehr gleich zum Rundumschlag aus. Seine Angriffslust richtete sich dabei aber nicht – wie beim Saisonendspurt – gegen die Bayern. Sondern gegen den eigenen Verein, von dem er trotz drückender Schuldenlast Großinvestitionen fordert.
Magath im Fachblatt „Kicker”: „Ich sage: Wir brauchen etwa 30 Millionen Euro für die Verstärkung des aktuellen Kaders – um eine Mannschaft zu haben, die wieder einen Spitzenplatz belegen und in der Champions League die Gruppenphase überstehen soll.”
Ein Hammer angesichts der bekannten Schuldenlast des Vereins in Höhe von rund 250 Millionen Euro. Was Schalkes mächtiger Aufsichtsrat-Chef Clemens Tönnies davon hält, war nicht zu erfahren. Auch Magath will laut Kicker mit dem Mann, der ihn quasi im Alleingang nach Schalke geholt hatte, noch gar nicht über seine Vorstellungen gesprochen haben. „Bislang fand dazu noch kein Gespräch statt. Aber das gab es noch nie, dass ein Verein sich für die Champions League qualifiziert und dann erst mal Spieler verkauft werden sollen.“
Schalkes erklärte Absicht, zunächst Transfererlöse zu erzielen, um damit investieren zu können, hält der Coach für die falsche Strategie: „Schon letztes Jahr sollten Spieler verkauft werden, um Löcher zu stopfen. Zum Glück konnte ich das damals mit guten Argumenten verhindern.“
Magath verweist darauf, dass die Champions-League-Qualifikation dem Verein mindestens 20 Millionen Euro Mehreinnahmen bringe und kündigte an, für Spieler-Verkäufe keine Verantwortung zu übernehmen – „es sei denn, man nimmt bewusst in Kauf, dass die Mannschaft einen Mittelfeldplatz belegt und in der Champions League kein Spiel gewinnt.“
Freie Hand bei Transfers
Einmal in Rage, rückte Magath auch von seinen Erklärungen beim Antritt auf Schalke ab. Das Versprechen, bis 2013 den Meistertitel zu holen, hätte er „nach aktuellem Wissensstand so nicht gegeben“, sagte er. „Grundlage war die Annahme, dass ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag fehlt und mir volle Entscheidungsgewalt bei Schalke zugesagt war.“
Diese Entscheidungsgewalt sieht Magath stark eingeschränkt, weil auf der Jahreshauptversammlung der Antrag scheiterte, Transfers auch bei einer Summe über 300.000 Euro ohne Genehmigung des Aufsichtsrates tätigen zu können.
„Mit Clemens Tönnies“, so Magath, „war klar besprochen, dass ich bei Transfers freie Hand habe. Das war für mich eine wesentliche Voraussetzung für meine Arbeit auf Schalke.“ Die Konsequenz daraus: „Für mich besteht jetzt die Ungewissheit, ob ich meine Arbeit so weitermachen kann wie bisher. Klar ist: Meine Arbeit wird erschwert.“
Dabei sei schon die zurückliegende Saison für ihn extrem nervenaufreibend gewesen: „Die Schalker Mannschaft war vor einem Jahr ziemlich zerstritten und in einer, vorsichtig ausgedrückt, schlechten Verfassung. Dazu fand ich eine finanzielle schlechte Ausgangsposition vor. Es gab ein größeres Minus, als mir ursprünglich gesagt worden war. Unter diesen Bedingungen habe ich hochmotiviert gearbeitet. Aber es hat mich sehr viel Kraft gekostet.“
Harter Tobak, der die Frage aufwirft, was Magath mit diesem öffentlichen Aufschrei beweckt. Dass er im Affekt geschah, ist auszuschließen. Die Erfahrung lehrt, dass der Erfolgscoach ein kühler Rechner ist, der weiß, was er sagt.
Die Frage ist deshalb: Welche Motivation steckt dahinter?
Will Magath lediglich für den Fall vorbeugen, dass er – was die meisten Experten erwarten – den sensationellen Erfolg der vergangenen Saison in der kommenden Spielzeit nicht annähernd wiederholen, geschweige denn steigern kann? Bereitet er gar einen etwaigen vorzeitigen Abgang vor – nach dem Motto: Schalke hat seine Versprechen nicht gehalten?
Geht es womögich darum, öffentlich Druck auf Clemens Tönnies auszuüben? Oder ist sein Vorpreschen gar mit Tönnies abgesprochen, um die Fans darauf vorzubereiten, dass Schalke – anders als bisher verkündet – künftig wieder zu einer riskanteren Finanzpolitik zurückkehrt?
Schalke jedenfalls lässt alle Interpretationen zu. „Von Herrn Magath und von Herrn Tönnies gibt es in dieser Sache nichts weiter zu kommentieren“, erlärte gestern Magaths Pressesprecher Rolf Dittrich lapidar.

10:04
Bei allem Respekt für Magaths Leistung mit der mannschaft: Aber WIEVIELE Spieler möchte Felix noch in seinem Kader????
14:32
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14:05
Ist mal wieder en vogue das Sommerloch mit Negativschlagzeilen über Schalke zu stopfen.
Alternative und wichtige Themen werden dabei stark vernachlässigt wie Neuanstrich des Kabinenganges in Stuttgart oder Schaumbläschenzählung eines halbvoll gezapften Bieres in der BayArena
14:03
@#37 von heidimaus
Schön von Dir zu hören. Ich hoffe mit Dir - auf eine gute Saison beider Vereine.
Von Ottmar Hitzfeld stammt der Spruch, dass es nach einer erfolgreichen Saison immer darum ginge, den Erfolg der abgelaufenen Saison erneut zu bestätigen. Sprich: sportlich erfolgreich zu sein. Darin besteht im Grunde die Kunst bzw. die Gratwanderung. Vielleicht ahnt der Meistertrainer und Taktikfuch Felix, was da auf ihn zukommt.
Bleibt er seiner Jugendphilosophie bei S04 treu und dies auch in der CL? Oder will er hochkarätige, aber teure Top-Stars gewinnen, die die Chancen in der CL mehren sollen à la Bayern München (siehe Einkäufe von Robben, Franck Ribery ). Das sind natürlich Spieler, die den Unterschied ausmachen und Erfolge eher und schneller garantieren (siehe die abgelaufene Saison bei Bayern mit 2 Titeln und CL-Endspiel).
Würde Felix Magath, hätte er volle finanzielle Unabhängigkeit, auch weiterhin auf die Jugendnachwuchsspieler bauen oder doch eher fertige Spieler importieren?? Ist die Tugend, die aus der Not geboren wurde, auf junge, hungrige Typen zu setzen, Teil der echten Felix-Philosophie oder nur den besonderen Umständen oder Sparzwängen geschuldet? Diese Fragen kann nur Felix allein beantworten. Insofern wird die neue Saison auch zum Prüfstein für alle Beteiligten auf Schalke. Der Erfolg der letzten Saison hat alle überrascht, weil es mit der Vize-Meisterschaft maximalen Ertrag und die Teilnahme in der CL zusätzlich gab. Damit sind aber auch die Erwartungen gestiegen, wenngleich Felix selbst immer wieder den Zeitraum von 4 Jahren für eine mögliche Deutsche Meisterschaft von Schalke betont hat. Ein Versprechen für die Zukunft, das beflügeln, aber auch lähmen kann, weil junge, unerfahrene Spieler, die sich noch in der Entwicklung befinden, Fehler machen können. Auch im Millionenspiel CL.
Man wird sehen, heidmaus.
Alles Gute!
PRO Revierfußball!
13:30
@Nik77
Eben diese punktuellen Verstärkungen kosten viel Geld. Vor allem ein neuer Mittelstürmer.
Zu Pinola: s.o.
Und die 30 Mio sind doch nur als Beispiel zu verstehen. Es geht darum, sich nicht kaputt zu sparen, in dem man zum Beispiel die besten Talente verscheuert.
Denn dann kommen wir so schnell nicht wieder an den Fleischtopf CL,
ohne Substanz geht auch der Schuldenabbau langsamer bis gar nicht vorran.
13:26
Hey Leute, haltet den Ball flach. Wir sind doch im
Sommerloch da schreiben die Schreiberlinge die dollsten Sachen. Was sollen sie auch sonst machen, werden dafür ja auch bezahlt und wenn kein verwertbares Futter auf dem Markt ist, wird eben etwas in die Welt gesetzt. So war es und so bleibt es.
13:25
@oberhausen33
Edu ist als Ergänzungsspieler geholt worden und macht seine Sache gut.
Kluge mag Durchschnitt sein, bringt aber Erfahrung ins sehr junge Mittelfeld.
Und Pinola sollte schon vor 2 Jahren nach Schalke geholt werden, da Pander auf dieser Position meist verletzt ist, also nicht auf Magaths Mist gewachsen!
Magath MUSS die Truppe noch verstärken, auch
mit teuren Spielern. Waghalsig sollte es natürlich nicht werden.
13:21
Verstehe FM nicht mehr. Der Kader ist riesig und gespickt mit jungen Spielern, die heiss sein werden sich auf Europas Bühne zu präsentieren. Dazu kommt noch ein großer Block von Erfahrungsträgern, die die Jungen auf dem Boden der Realität halten. Die Truppe ist doch recht ausgewogen aufgestellt. Kein vernünftig denkender Fan verlangt irgendwelche Riesenerfolge in der CL. Wenn die Vorrunde überstanden würde, wäre doch alles weitere nur noch Kür. Der Kader sollte eher noch weiter verkleinert werden und nur punktuell verstärkt werden. Kevin muss ersetzt werden und wir brauchen noch jemanden neben Rakitic. Ein Pinola gehört da für mich nicht rein und vom Pantelic bin ich irgendwie auch nicht überzeugt. Ne gute CL-Saison sollte zum Schuldenabbau genutzt werden. 30 Millionen dafür evtl. doch nur die Vorrunde zu überstehen wollen mir nicht in die Rübe.
Glück Auf
12:44
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12:37
FM bereitet seinen Abgang vor, er wird wohl die nächste Saison nicht mehr in Schalke sein.