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Magath und die Jungen Wilden, Teil II

17.12.2009 | 20:14 Uhr
Magath und die Jungen Wilden, Teil II

Gelsenkirchen. Mit dem Heimspiel gegen Mainz schließt Schalke an diesem Freitag (20.30 Uhr) eine Hinrunde ab, deren Erfolg schon jetzt überragend ist. Dabei hat Felix Magath die Mannschaft völlig umgebaut und acht junge Talente zu Bundesliga-Spielern geformt. Eine Masche wie einst in Stuttgart.

Für Jungs wie Christoph Moritz ist es manchmal wie im Film. „Einfach ins kalte Wasser geworfen zu werden”, hatte der 19-Jährige nach seinem Bundesliga-Debüt gesagt, „das ist das, wovon man als kleiner Junge geträumt hat.”

Felix Magath und die Jungen Wilden, Teil II, heißt der Streifen, der da seit einem halben Jahr auf Schalke gespielt wird. Christoph Moritz war das erste von inzwischen acht Talenten, die Magath in dieser Saison zu Bundesliga-Spielern gemacht hat. Beim ersten Spiel in Nürnberg stellte er den früheren Aachener Jugendspieler gleich in die Start-Elf, ohne dass dieser zuvor auch nur ein einziges Testspiel bei den Profis absolviert hatte. Beim zweiten Spiel gegen Bochum schoss Moritz sein erstes Tor – einfach wie im Film. So wie die ganze Schalker Hinrunde. Der Erfolg ist schon vor dem Abschluss heute (20.30 Uhr) gegen Mainz 05 überragend: 31 Punkte hat Magaths Mannschaft in den ersten 16 Spielen gesammelt. Sollte Schalke jetzt auch noch Herbstmeister werden, wäre es schlicht eine Sensation. Dabei fehlt allerdings Rafinha (Grippe).

Magath hat schon einmal einen solchen Film inszeniert – deswegen ist es auch der zweite Teil der Jungen Wilden. Der erste Teil spielte sich von 2001 bis 2004 in Stuttgart ab. Auch damals hatte der VfB (so wie heute Schalke) kein Geld für teure Stars, und Magath machte aus der Not eine Jugend: Er holte die Talente Hildebrand, Hinkel, Lahm, Hleb oder Kuranyi in die Bundesliga und führte den VfB damit in die Champions League.

Christoph Moritz erzielte gegen den VfL Bochum sein erstes Bundesligator.

Kein anderer Trainer setzt konsequenter auf den Nachwuchs. Magaths Masche: Wenn er die Wahl zwischen einem erfahrenen und einem jungen Spieler hat, die sich leistungsmäßig auf dem gleichen Niveau bewegen, dann lässt er den Jungen spielen, weil dieser größeres Steigerungspotenzial hat. „Ich gebe den jungen Spielern die Chance zu zeigen, was sie können”, erklärt der 56-Jährige, „aber ich weiß nicht, wie schnell sich dann jemand entwickelt. Und man muss immer damit rechnen, dass die Entwicklung mal unterbrochen wird.” Schneller geht es so wie einst in Wolfsburg, als er die Meister-Mannschaft dank der VW-Millionen zusammenkaufen konnte. Geld, das Schalke nicht hat.

Doch auch so hat Magath den Knappen durch den Einbau der jungen Spieler quasi frisches Kapital zugeführt. Und das, obwohl unter den Talenten noch kein Überflieger wie etwa ein zweiter Deisler zu entdecken ist. Aber alles gute Jungs, die mächtig Gas geben und lernen wollen. Der nächste könnte Bogdan Müller (21) sein: Das Talent vom Verbandsligisten Neckarelz stürmt ab Januar für Schalke.

Die Jungen Wilden, Teil II. Kevin Kuranyi erinnert sich, wie er in Stuttgart unter Magath angefangen hat und sagt: „Man kann die Situation vergleichen. Felix Magath gibt No-Name-Spielern eine Chance. Andere Trainer trauen sich das nicht.” Kuranyi ist heute Führungsspieler in Schalke, zuletzt beim Sieg in Bremen, als die Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 22,17 Jahren auflief, war er der älteste Spieler. Mit 27.

Die Anwesenheit von Kuranyi hat aber noch einen ganz anderen Vorteil: Der Torjäger sorgt dafür, dass sich der Star-Kult um die Jungs in Grenzen hält. Laut kreischende Teenager, lacht Christoph Moritz, würden ihn jedenfalls kaum behelligen: „Die interessieren sich mehr für Kevin Kuranyi.”

Wer aber sind die Moritz, Schmitz und Matip? Wo hat Magath sie entdeckt. Wir stellen sie vor:

Jan Moravek (l.) hat schon zwei Tore erzielt und setzt sich hier gegen Per Mertesacker durch.

Christoph Moritz (19 Jahre, 14 Bundesliga-Spiele/ 1 Tor): Er war aus der A-Jugend von Alemannia Aachen für Schalkes zweite Mannschaft geholt worden. Beim Möbelkauf kurz vor Saisonstart bekam er den Anruf, dass er bei den Profis mittrainieren soll. „Das erste Mal, als ich in die Kabine kam, bin ich in Ehrfurcht erstarrt. Da habe ich mich gar nichts zu sagen getraut.” Sein Vorbild war früher Zinedine Zidane. Moritz spielt aber defensiver.

Carlos Zambrano (20 Jahre, 13 Spiele): Kam 2007 als Jugendspieler aus Peru. In seiner Heimat ist er schon A-Nationalspieler, in Schalke hatte er im Vorjahr keinen einzigen Einsatz. Jetzt ist er Stammspieler in der Abwehr.

Vasileios Pliatsikas (21 Jahre, 8 Spiele): Magath holte den Griechen auf Empfehlung von Otto Rehhagel für geschätzte 350 000 Euro von AEK Athen. Ist im defensiven Mittelfeld ein Wadenbeißer und hat gute Chancen, zum griechischen WM-Kader zu gehören. Aufgrund einer Verletzung derzeit schon im Heimaturlaub.

Levan Kenia (19 Jahre, 10 Spiele/ 3 Torvorlagen): Eine Entdeckung von Ex-Manager Andreas Müller: Der kleine Spielmacher kam schon als 16-Jähriger aus Georgien nach Schalke, zuvor hatte er ein Probetraining beim FC Barcelona absolviert. Ist längst georgischer A-Nationalspieler. Läuft wie ein Rasenmäher, ist aber oft verletzt. Auch derzeit.

Lewis Holtby (19 Jahre, 8 Spiele/ 1 Torvorlage): Der einzige teure Magath-Einkauf bisher: Rund drei Millionen Euro zahlte Schalke an Alemannia Aachen. Sein Verhältnis zu Magath ist in etwa so wie das zwischen Vater und Lieblingssohn: Magath packt Holtby besonders hart an, weil er ihn zum Nationalspieler machen will. zuletzt zeigte die Formkurve nach oben.

Lukas Schmitz (21 Jahre, 11 Spiele/ 1 Tor): Beim VfL Bochum spielte er in der zweiten Mannschaft, man hatte ihm den Sprung in den Profikader nicht zugetraut. In Schalkes Reserve entdeckte ihn Magaths Co-Trainer Bernd Hollerbach. Kann mit dem linken Fuß schießen wie Christian Pander. Abgeguckt hat sich Schmitz dies früher bei dem Brasilianer Roberto Carlos.

Jan Moravek (20 Jahre, 4 Spiele/ 2 Tore): Der Tscheche kommt insgesamt erst auf 66 Bundesliga-Minuten – schoss dabei aber zwei Tore. Wurde schon vor Magath aus Prag verpflichtet – ein Tipp von Jiri Nemec. Dem „Meister”.

Joel Matip (18 Jahre, 5 Spiele/ 1 Tor): Schalkes Jüngster geht sogar noch zur Schule und dürfte in der A-Jugend spielen. Magath warf ihn ausgerechnet im Spiel bei Bayern München in die Bundesliga – und der technisch starke Defensivspieler köpfte gleich das Tor zum 1:1. Erhält zur neuen Saison einen Profivertrag.

Manfred Hendriock

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Kommentare
19.12.2009
20:52
Magath und die Jungen Wilden, Teil II
von Stolzer S04 Fan | #35

Justizbeobachter du kommst bestimmt aus Aachen,nicht wahr?Hast die zwei Schwerverbrecher zum Ausbruch verholfen und sitzt jetzt selber in Ketten und einzelhaft,nicht wahr????????????

19.12.2009
15:01
Magath und die Jungen Wilden, Teil II
von Justizbeobachter | #34

In zwei Jahren steht Schalke da wo jetzt Stuttgart ist , auch ein verdienst von Felix dem Magath !!! lol

18.12.2009
17:58
Magath und die Jungen Wilden, Teil II
von 04 Fan | #33

H. Hendriock , Kenia wurde nicht von Müller entdeckt sondern Toppmöller !!!!!!!
Schreiben sie besser die Wahrheit , oder nichts !!!!!!
Sie tendieren wohl noch zu den Vollidioten !!!!!!

18.12.2009
17:52
Magath und die Jungen Wilden, Teil II
von heidimaus | #32

Warum sollten wir heute einbrechen? Hallo Leute, bitte etwas mehr Selbstvertrauen.Glaube doch, das wir spielerisch besser sind als die Mainzer. Die haben in unserer Arena noch nie was geholt!! Warum also so verzagt? Die drei Punkte bleiben hier und fertig.

Glück Auf.

18.12.2009
15:20
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #31

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.12.2009
11:41
Magath und die Jungen Wilden, Teil II
von tuschhe | #30

Hallo Redaktion ,

warum kann keiner von euch hier diese Schwachmaten entfernen ??? ... die Rentner müssen sich ersteinmal ihre Aussagen verdienen - oder profitiert die Redaktion davon das hier so ein Blödsinn verzapft wird ?

Das ist einfach nur lächerlich.

Königsblau bis in den Tod

tuschhe

18.12.2009
11:02
Magath und die Jungen Wilden, Teil II
von aladinsane | #29

Ich hatte schon vor Wochen geschrieben, das in Schalke was Großes passiert.
Jetzt sind wir 2.ter und haben sogar die Möglichkeit Herbstmeister zu werden.
Ganz große Fußballkunst von Felix.
Sorgen brauchen wir uns nicht machen, die nächsten Talente warten schon. Mit Pander und Jones werden wir in der Rückrunde noch stärker und schneller.
Zu guter letzt, ich bin stolz auf die Mannschaft und ich glaube, jeder Schalker ist das auch.

Glück auf !!!!!!!!!!!!!!!!!

18.12.2009
10:39
Magath und die Jungen Wilden, Teil II
von Der FRitze | #28

Das Felix M. der Beste und einziger Trainer wäre, der auf die Jugend setzt, halte ich für eine etwas gewagte These - schau mal in Richtung Dortmund ... aber die machen das beide schon ganz gut, mit den jungen Leuten.
Wenn nur das Fußballfußvolk etwas mehr Geduld hätte - die braucht man nämlich unbedingt, bei einem solchen Kurs.

Glückauf

18.12.2009
10:14
Magath und die Jungen Wilden, Teil II
von Ironman | #27

Auch beim Fussball geht es um Sport! Wenn ich hier einige einfach strukturierte Verbalinjurien wahrnehme,
kommt es mir nicht so vor. Leverkusen, Schalke 04 und der BvB im oberen Teil der Fussballbundesliga, das sind exzellente Leistungen. Leider hat ein Großteil der Fussballfan nicht die geistige Grundsubstanz, das zu erkennen.

18.12.2009
10:13
Magath und die Jungen Wilden, Teil II
von LaLa_GE | #26

Oh man ey... ...Ihr werdet einbrechen... ; ...in der Rückrunde gehts berg ab... Lest ihr eure Komms überhaupt selbst?! Das erinnert mich am 2.Weltkrieg: ...Die Russen werden mental einbrechen... ; ...Wir werden noch siegen... :-D
Also in diesem Sinne: Denkt an meinen Komm wen ihr am 34.Spieltag um 17.20 uhr ungläubig auf die Tabelle schaut und wir irgendwo zwischen Platz 2 und 5 gelandet sind!!!

Glück Auf...

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