„Kuzorras Mädels“ sorgen für Frauenpower auf Schalke

Die Mädels unterwegs (v.l.) Sabi, Mandy, Dany, Madleen und Marion.
Die Mädels unterwegs (v.l.) Sabi, Mandy, Dany, Madleen und Marion.
Foto: M.K.
Was wir bereits wissen
Auch das gibt es auf Schalke: Einen Fan-Club, bei dem nur Frauen erwünscht sind. Und die nennen sich „Kuzorras Mädels.“ Von Madrid ging es direkt nach Berlin. Jetzt freut sich der Fan-Club aus Rheine auf die Reise nach Augsburg.

Gelsenkirchen.. Marion ist froh, dass in ihrem Nachnamen der Buchstabe S auftaucht. „Sonst würde ich ja Kehl heißen. Wie ein Spieler von den Zecken. Das geht gar nicht“, sagt Marion, deren Nachname Kehls ist. Die 48-Jährige ist seit dem Aufstieg 1991 Schalke-Fan und eines von elf Mitgliedern des nicht eingetragenen Schalke-Fanclubs „Kuzorras Mädels.“ Eine Gruppe von elf Freundinnen, die eine große Leidenschaft teilen: die Liebe zum FC Schalke 04.

Fans Seit einigen Jahren schon gehen die Mädels mit dem Fanclub Emspower Rheine auf Reisen. Marion verpasst so gut wie kein Spiel. Egal, ob in der Veltins-Arena oder auswärts. Vor gut einem Jahr reifte die Idee, einen Fanclub für Mädels ins Leben zu rufen. „Wir haben uns dann hingesetzt und erstmal einen Namen überlegt“, erklärt Marion. Schnell sei man auf „Kuzorras Mädels“ gekommen. Ganz einfach deshalb, weil die Mädels ihren Stammplatz vor jedem Heimspiel in der Fan-Kneipe „Kuzorra“, direkt vor der Nordkurve haben. Spielvorbereitung nennen sie das. „Und wenn es in der Arena schlecht für uns läuft, dann treffen wir uns auch schon mal während des Spiels wieder im Kuzorra“, sagt Marion und lacht. Spätestens nach dem Spiel kommt es in der Stammkneipe zum Wiedersehen. Zur Spielnachbetrachtung sozusagen.

Seidenschal statt Kutte

Als der Name einstimmig abgenickt war, musste noch ein Logo her. „Hierbei hat uns das Internet sehr geholfen“, sagt Marion. Drei hübsch posierende Frauen sollten es sein, der Schriftzug „1904“ durfte natürlich nicht fehlen. Über den Köpfen der Frauen steht „Kuzorras“, unter den Füßen: „Mädels.“ Das alles in blau und weiß gehalten, mit einem Touch pink. Standesgemäß. Das Ganze noch schnell auf eine Fahne gedruckt, und schon konnte die erste offizielle Tour starten.

Fan-Geschichten Bei den Heimspielen bleibt die Fahne meistens im Kuzorras hängen, bei Auswärtsspielen wird im Stadion Flagge gezeigt. Zu erkennen sind die Mädels inzwischen auch an ihren Sweat-Jacken oder Seidenschals.

So wie vor zwei Wochen in Madrid, als viele, viele Schalker wissen wollten, was es denn mit diesem Fanclub auf sich hat. Die Mädels posierten samt ihrer Fahne auf der „Puerta del Sol.“ „Madrid war einfach wieder eine geile Reise“, sagt Marion, die auch schon in der letzten Saison beim Champions-League-Achtelfinale in der spanischen Hauptstadt dabei war. Negatives oder abfällige Kommentare haben „Kuzorras Mädels“ noch nicht zu hören bekommen. „Es wird bestimmt einige Machos geben, die meinen, dass Frauen beim Fußball nichts zu suchen haben. Und als Gruppe schon gar nicht. Aber das interessiert uns nicht“, sagt Marion. „Wir sind stolz auf uns.“

Ende Mai geht’s zum Ballermann

Die elf Mädels sind zwischen 20 und 54 Jahre alt – und gute Freundinnen. Es habe schon Anfragen vom fremden Frauen zwecks Aufnahme gegeben, doch die Mädels, die allesamt aus Rheine stammen, haben dankend abgelehnt. „Wir unternehmen ja auch neben den Schalke-Spielen noch eine ganze Menge. Und da bringt es nichts, wenn man sich nicht kennt oder sich nicht super versteht“, erklärt Marion. Auf dem Plan stehen auch gemeinsame Abende und Touren. So wird es auch nach dieser Saison wieder eine Reise nach Mallorca geben. Gleich am Montag nach dem letzten Spieltag beim Hamburger SV. Das Ziel: Der Ballermann.

Fan-Geschichten Zuvor wollen „Kuzorras Mädels“ mit ihrem Klub, dem FC Schalke 04, aber noch unbedingt wieder in die Champions League einziehen. „Es wird schwer, aber wir glauben noch daran“, sagt Marion, die auch ein drittes Mal in Folge nach Madrid reisen würde. Aber nur in Begleitung der Fahne. Die in blau und weiß und pink. Die von „Kuzorras Mädels.“