Keller bringt Schalke-Führung in die Bredouille

Da kam Freude auf: Schalke-Trainer Jens Keller jubelt nach dem Derby-Sieg mit Atsuto Uchida.
Da kam Freude auf: Schalke-Trainer Jens Keller jubelt nach dem Derby-Sieg mit Atsuto Uchida.
Foto: Ina Fassbender / Reuters
Was wir bereits wissen
Die Trendwende erzwungen, die Mannschaft wieder auf Kurs gebracht: Jens Keller, der wochenlang als - schlechte - Notlösung galt, hat sich spätestens mit dem Derbysieg als Schalke-Trainer über die Saison hinaus ins Gespräch gebracht - und die Vereinsführung in die Bredouille. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen.. Der Mann hat sein Gesicht verloren und allen Grund, sich darüber zu freuen. Wie das geht? Nun, es ist noch nicht lange her, da hatte der bekannt gnadenlose Medienboulevard Jens Keller als „das Gesicht der Schalker Krise“ ausgemacht. Nach drei aufeinanderfolgenden Bundesligasiegen inklusive des prestigeträchtigen 2:1 im Derby gegen Dortmund wird der vom ersten Tag an kritisch beäugte Fußball-Lehrer inzwischen in einem anderen Licht gesehen.

Heldt sprach Keller stets sein Vertrauen aus

Dabei ist Kellers Mimik, die seiner zurückhaltenden, sachlichen Art entspricht, dieselbe wie vorher, als sie ihm negativ ausgelegt wurde. Verändert haben sich nur die Ergebnisse. Und die bestimmen nun einmal in jedem Bereich des Lebens sowohl die Analyse der Arbeit als auch die Wahrnehmung der dafür verantwortlichen Person. Heute käme jedenfalls niemand mehr auf die Idee, Keller – wie geschehen - in Anspielung auf den Verlierertypen aus der TV-Serie „Dallas“ als „Cliff Barnes der Bundesliga“ zu verspotten.

Schalke-Stimmen Bleibt Schalke 04 auf Kurs Champions-League-Platz, von dem die Mannschaft zwischenzeitlich abgekommen zu sein schien, könnte diese Entwicklung – so paradox es klingt - die Vereinsführung in die Bredouille bringen. Sportvorstand Horst Heldt sprach seinem Weggefährten aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten zwar auch in der schlechten Phase stets sein Vertrauen aus – aber ausdrücklich nur bis zum Saisonende. Und erst vor wenigen Tagen erklärte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der Klub suche weiter nach „einem Trainer, der attraktiven Fußball spielen lässt“.

Spektakuläre erste Halbzeit im Derby gegen den BVB

Gemessen an dieser Vorgabe kann vor allem die spektakuläre erste Halbzeit gegen Dortmund als Bewerbungsvideo für Keller dienen. Wenn dem vermeintlichen Wunschkandidaten Armin Veh tatsächlich – wie kolportiert wurde - ein unterschriftsreifer Vertrag vorliegt, sollte der Frankfurter Coach jedenfalls diesen, sein Interesse vorausgesetzt, besser heute als morgen akzeptieren. Ob dies für Schalke gut wäre, steht auf einem anderen Blatt.