Jermaine Jones greift Kevin Kuranyi an
13.01.2009 | 22:05 Uhr 2009-01-13T22:05:00+0100
Valencia. Jermaine Jones attackiert seinen Mitspieler Kevin Kuranyi und verteidigt das Leistungsprinzip von S04-Trainer Fred Rutten. "Wir brauchen keine Leute, die für den Sieg nicht an ihre Grenzen gehen", so der Schalker Dauerläufer. Alle müssten sich "den Arsch aufreißen".
Jermaine Jones steht nicht im Verdacht, die falsche Einstellung zu seinem Beruf mitzubringen. Nicht umsonst trägt der 27-Jährige als Nachfolger von Marc Wilmots den Namen "Kampfschwein".
Daher ist es auch kein Wunder, wenn Jones besonders an den Kampfgeist der Mannschaft appelliert, um in der Rückrunde die Saisonziele in Angriff nehmen zu können. "Die Hinserie war beschissen, daher sollte jedem bewusst sein, dass es nun anders laufen muss. Wir müssen uns den Arsch aufreißen", betont der Dauerläufer. "Es ist zu häufig vorgekommen, dass irgendetwas erzählt, aber auf dem Platz nicht umgesetzt wurde. Das muss sich ändern."
Knallhartes Leistungsprinzip als Chance
- Diskussionsforum: FC Schalke 04 - Diskutieren Sie mit anderen DerWesten-Lesern
- Weblog: Auf Schalke - Königsblau mit Sascha Greinke
So findet es Jones richtig, dass Trainer Fred Rutten und Manager Andreas Müller schon zu Beginn der Vorbereitung mit dem eisernen Besen gekehrt und Spieler, mit denen nicht mehr geplant wurde, aussortiert haben.
Das knallharte Leistungsprinzip müsse aber jetzt, da die Saison wieder beginne, weiter und ohne Rücksicht auf Verluste angewendet werden: "Es geht nicht um alte Verdienste oder große Namen. Wir brauchen keine Leute auf dem Platz, die nur eine Nummer auf dem Rücken spazieren tragen, aber für den Sieg nicht an ihre Grenzen gehen."
Jones scheut sich auch nicht, konkrete Beispiele zu nennen. "Kevin Kuranyi war zu Beginn der Vorbereitung nicht fit. Im Trainingslager hat er kaum etwas machen können", argumentiert Jones. "Ich würde es nicht verstehen, wenn er trotzdem einem Spieler wie Gerald Asamoah vorgezogen würde. Asa hat sich vor der Winterpause in die Truppe gekämpft, seine Chance genutzt und auch in den letzten Wochen gut gearbeitet. Das ist es doch klar, dass so einer sauer wird, falls er wieder raus müsste."
"Hätte sich um Ersatz für Kevin bemühen müssen"
Jones selbst muss um seinen Platz in der ersten Elf nicht fürchten, obwohl Rutten mit seinem Wunschspieler Orlando Engelaar eine direkte Konkurrenz für ihn aus Enschede mitgebracht hatte. "Ich habe schon vor dieser Verpflichtung gesagt, dass ich nicht kapiere, warum man einen Mann für diese Position holt. In Fabian Ernst und mir hatten wir doch schon zwei Sechser, die sich bewährt haben. Man hätte sich eher um einen Ersatz für Kevin bemühen sollen, nachdem Sören Larsen weggegangen ist."
Weil Rutten das Mittelfeld für Engelaar leicht umbaute, fand sich Jones meistens in einer etwas offensiveren halbrechten Position wieder. "Eine Rolle, die nicht meinen Stärken entspricht", gibt der Abräumer zu.
Lautes Nachdenken über die Zukunft
Es ist nicht die kleine Veränderung im Spielsystem, die Jones über seine Zukunft bei den Königsblauen laut nachdenken lässt. Seit der erfolgreichen letzten Schalker Saison in der Champions League träumt er vom ganz großen Fußball. "Wir haben gegen Chelsea, Porto und Barcelona mithalten können, jetzt sind wir überall raus", weiß Jones. "Ich habe aber immer gesagt, dass ich Champions League spielen und mich mit den besten Fußballern der Welt messen will. Ich habe zwar bei Schalke noch einen Vertrag, aber man weiß nie, wo die Reise hingeht." (NRZ)
- Jones attackiert Trainer und Mitspieler
- Stimmen Sie ab: Wer ist der beste Schalker?
- Diskussion: Ist es richtig, dass Jones diese harsche Kritik übt?

00:31
Mit den Vorwürfen hat Jones recht,denn ein Kuranyi und Engelaar hatten bisher Narrenfreiheit.
Ich kann verstehen dass Streit den Kaffee auf hatte wenn er die Leistungen von den beiden gesehen hat und er keine Chance bekam und so denken doch einige Spieler auf Schalke.
Ob es der richtige Weg ist so in der Öffentlichkeit zu reagieren mag dahin gestellt sein,da sollen sich andere im Verein die Köpfe zerbrechen,aber in der Sache hat er recht.