Horst Heldt meint es gut mit Schalke - das reicht aber nicht

Und jetzt? Schalke-Manager Horst Heldt ist rund um den Klub schon lange nicht mehr unumstritten. Foto: Imago
Und jetzt? Schalke-Manager Horst Heldt ist rund um den Klub schon lange nicht mehr unumstritten. Foto: Imago
Foto: imago/Jan Huebner
Was wir bereits wissen
Beim FC Schalke 04 muss nach der desolaten Saison Trainer Roberto Di Matteo den Posten räumen. Aber was ist mit Manager Horst Heldt? Ein Kommentar.

Gelsenkirchen.. Fest steht: Der FC Schalke 04 funktioniert nicht. Die offene Frage lautet: Warum?

Zuletzt suspendierte der Fußball-Bundesligist die Profis Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam, nun steht auch Trainer Roberto Di Matteo nach der desolaten Saison auf der Abschussliste. Ein Krisen-Management, das auf Rauswürfen basiert, macht keinen souveränen Eindruck. Ursachenforschung ist nötig, und die muss auf der Führungsebene des Klubs ansetzen.

Damit landet man bei Manager Horst Heldt. Über die Fußball-Kompetenz des früheren Bundesliga-Spielers muss niemand ernsthaft diskutieren. Als Sportdirektor führte er den VfB Stuttgart mit Trainer Armin Veh zur Deutschen Meisterschaft. Auf Schalke lenkte seine Personal-Strategie den Klub allerdings jetzt in eine Sackgasse.

Heldt hat sich seine Schalke-Baustellen selbst gemacht

So fiel die Entscheidung für Trainer Jens Keller in den Verantwortungsbereich von Heldt. Der Verein selbst kam zu dem Entschluss: Eine Fehlentscheidung, Keller musste gehen. Als Nachfolger präsentierte Heldt Roberto Di Matteo. Der brachte das Team kein Stück vorwärts, holte zu wenige Punkte und muss nun dafür bezahlen.

Di-Matteo-Nachfolger Die nächste große Baustelle von Heldt ist die Mannschaft: Als Manager hat er sie zusammengestellt. Er setzte dabei zentral auf den als schwierig geltenden Kevin-Prince Boateng, doch der Schuss ging nach hinten los. Boateng flog raus, die Schlammschlacht dauert an.

Schalke-Boss Tönnies entscheidet oft zu emotional

An dieser Stelle kommt der Schalker Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies ins Spiel. Er ist nicht nur der mächtige Mann des Klubs, er ist auch Fan mit Haut und Haaren. So lässt er sich oft zu emotionalen Entscheidungen verleiten, die im ohnehin viel zu lauten Profizirkus nicht immer die besten sein müssen.

Was sicher ist: Heldt und Tönnies haben es immer gut gemeint mit dem Verein. Gut gemeint ist aber nicht immer auch gut gemacht. So spricht einiges dafür, dass Boateng und Di Matteo nicht die letzten Opfer der verkorksten Saison bleiben.