Höwedes' Ausstiegsklausel auf Schalke erlischt in vier Wochen

Er könnte Schalkes Rekordnationalspieler werden: Benedikt Höwedes.
Er könnte Schalkes Rekordnationalspieler werden: Benedikt Höwedes.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Vier Wochen kann Höwedes Schalke noch verlassen – dann erlischt seine Ausstiegsklausel für ein Jahr. Will er gehen? Oder es Asamoah nachmachen?

Gelsenkirchen.. Am Sonntag spielt Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga beim 1. FC Köln – ein wichtiges Duell, weil es für die Gelsenkirchener noch um Punkte zur Teilnahme an der Europa League geht. Doch vor dem Spiel überließ Schalke noch einmal einem die große Bühne, der bei den Königsblauen für eine schöne Vergangenheit steht: Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah, der seine Karriere auf Schalke zuletzt in der zweiten Mannschaft hat ausklingen lassen, verkündete offiziell seinen Rücktritt vom Fußball – „jetzt kann ich nicht mehr, die Knochen tun mir weh.“ Am 14. November wird „Asa“ in der Arena sogar ein eigenes Abschiedsspiel bekommen – diese Ehre wird auf Schalke nicht jedem zuteil.

Höwedes Auch Schalkes Manager Horst Heldt war am Donnerstag zur Feier des Tages zugegen und lobte Asamoah als einen, der es geschafft habe, „in die Schalker Seele zu kommen“. Eine schönes Kompliment für den bald 37-Jährigen, der außerdem eine Bestmarke hält: Asamoah absolvierte 43 Länderspiele für Schalke 04 – so viele wie kein anderer; Weltmeister Benedikt Höwedes steht zum Beispiel bei 32.

Schalke könnte im Sommer 18 Millionen Euro Ablöse kassieren

„Bene könnte ihn einholen“, sagte Heldt und streute dann mitten in die Stimmung um Asamoah einen Satz, der aufhorchen ließ: „Aber dafür muss er (Höwedes) über die Saison hinaus bei uns bleiben.“ Eine Bemerkung, die dem Manager nicht aus Zufall herausgerutscht war, wie er später verriet. Er will Höwedes auch mit der Aussicht, eines Tages als Schalkes Rekord-Nationalspieler in die Geschichte eingehen zu können, einen Verbleib bei den Königsblauen schmackhaft machen.

Die Causa Höwedes beschäftigt Schalke demnach nun auch öffentlich und allem Anschein nach mehr, als das bisher den Anschein hatte. Das Problem ist: Schalke hat das Heft nicht in der Hand und muss abwarten, wie Höwedes sich entscheidet. Der 27 Jahre alte Kapitän besitzt in seinem bis 2017 befristeten Vertrag eine Ausstiegsklausel, nach der er für eine festgelegte Summe den Verein verlassen kann – in diesem Sommer sollen es rund 18 Millionen Euro sein, ein Jahr später etwa fünf Millionen weniger. Allerdings gerät Höwedes langsam unter Zeitdruck: Die Frist für ihn läuft in gut vier Wochen zu einem Stichtag Anfang Juni aus. Danach erlischt die Klausel wieder für ein Jahr, damit Schalke Planungssicherheit hat. Doch vier Wochen muss der Klub noch um den Verbleib seines Kapitäns bangen.

Abschied Höwedes hatte das erste Mal während der WM im vergangenen Sommer im Interview mit dieser Zeitung gesagt, dass er noch einmal im Ausland spielen möchte – seitdem wird heftig spekuliert. Vor allem darüber, wo es ihn hinziehen könnte. Als bevorzugtes Ziel gilt England, zuletzt war er mit Tottenham Hotspur in Verbindung gebracht worden. Doch auf Schalke heißt es, dass der Weltmeister nach Höherem strebe und nicht nach einem Verein wie Tottenham oder Newcastle United – die sportlichen Perspektiven, die er bei solchen Klubs vorfinden würde, hätte er auch auf Schalke. Würde hingegen ein Klub wie der FC Chelsea oder einer der beiden Vereine aus Manchester anklopfen, wäre Höwedes nicht zu halten. Da von diesen Vereinen aber derzeit kein Interesse hinterlegt ist, vermuten viele Menschen auf Schalke, dass Höwedes zumindest noch ein Jahr bleibt. Offen ausgesprochen hat dies Vereinschef Clemens Tönnies, der unlängst gesagt hatte: „Dass er einen Wechselwunsch verspürt, kann ich nachvollziehen. Es wird aber nicht in diesem Jahr passieren.“ Doch wirklich sicher kann sich Schalke erst in vier Wochen sein.

Solange wird Horst Heldt noch bei seinem Kapitän um einen Verbleib werben. Und das auch mit der Aussicht, Asamoah als Rekord-Nationalspieler ablösen zu können. „Diese Statistik“, lächelte der Manager am Donnerstag, „werde ich Bene demnächst mal vorlegen. . .“