Für Ex-Schalker Kuranyi ist eine Bundesliga-Rückkehr denkbar

Der ehemalige Schalke-Stürmer Kevin Kuranyi ist im Sommer ablösefrei zu haben.
Der ehemalige Schalke-Stürmer Kevin Kuranyi ist im Sommer ablösefrei zu haben.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Der Stürmer trägt Schalke vier Jahre nach seinem Abschied noch im Herzen. Im Sommer läuft sein Vertrag in Moskau aus. Wir haben mit ihm gesprochen.

Gelsenkirchen.. Erst Panama, dann Brasilien: Die Winterpause verbringt Kevin Kuranyi (32) immer in Südamerika, wo er auch geboren ist. Der frühere Schalker Stürmer ist ein Kosmopolit. Fußball spielt er seit vier Jahren bei Dynamo Moskau, dort läuft sein Vertrag im Sommer aus. Vor seinem Urlaub haben wir mit Kuranyi gesprochen – auch darüber, ob er sich eine Rückkehr vorstellen kann.

Sie haben den FC Schalke 04 vor vier Jahren verlassen, sind nach Russland zu Dynamo Moskau gewechselt. Eine Entscheidung, die sie heute wieder so treffen würden?

Kevin Kuranyi: Auf jeden Fall. Alle Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, hatten einen Grund. Ich war mit meinen Entscheidungen nie unzufrieden. Ich sehe immer das Gute darin. Aber der Wechsel nach Moskau war auch definitiv eine gute Entscheidung. Ich habe etwas Neues erlebt, viele neue Erfahrungen gesammelt.

Ihre Torbilanz auf Schalke war immer gut. Es gab dennoch viele Kritiker. Auch unter den eigenen Fans. War das ein Grund, warum Sie Schalke verlassen haben?

Kuranyi: Nein, gar nicht. Ich habe damals gar kein Angebot von Schalke bekommen und musste mich deshalb nach einem neuen Verein umschauen. Es kamen dann verschiedene Angebote, und ich habe mich für Dynamo Moskau entschieden.

Wie verfolgen Sie denn aus Moskau das Geschehen auf Schalke?

Kuranyi: Ich versuche, die Spiele im Fernsehen zu schauen. Die Spiele in der Champions League gucke ich immer. Ich freue mich natürlich, wenn Schalke gewinnt.

Haben Sie denn noch Kontakt zum FC Schalke 04, zu ehemaligen Mitspielern?

Kuranyi: Ja, ich habe noch zu vielen Mitspielern einen guten Kontakt. Zu Jefferson Farfan zum Beispiel. Immer wenn ich in der Nähe bin, treffe ich mich mit alten Kollegen zum Essen. Das ist immer wieder schön. Ich habe aber auch zu jungen Schalker Spielern wie Sead Kolasinac oder Julian Draxler Kontakt, sie habe ich über Freunde kennengelernt.

Gibt es auch Kontakt zu Manager Horst Heldt, den Sie ja auch aus Ihren Stuttgarter Zeiten kennen?

Kuranyi: Es ist nicht so, dass wir häufig telefonieren. Aber wenn ich ihn treffe, dann freue ich mich, wir unterhalten uns lange. Wir verstehen uns super. Ich finde, dass die Kritik an ihm nicht berechtigt ist. Horst Heldt leistet gute Arbeit. Er hat viele Topspieler geholt und seine Ziele erreicht.

Kuranyi-Plan Wird Schalke auch in dieser Saison die Ziele erreichen? Also die Qualifikation für die Champions League schaffen?

Kuranyi: Ja, auf jeden Fall. Dazu hat Schalke die Qualität in der Mannschaft. Sie haben einen Top-Trainer bekommen, der sehr viel Erfahrung hat und schon Champions-League-Sieger war. Roberto Di Matteo hat schon eine große Mannschaft trainiert. Am Ende der Saison wird sich Schalke für die Champions League qualifizieren.

Welcher Moment war Ihr Moment auf Schalke?

Kuranyi: Ich hatte sehr viele schöne Momente. Als wir in der Champions League ins Viertelfinale gekommen sind, das war toll. Leider hat Barcelona uns dann gestoppt. Oder meine Tore gegen den Erzrivalen. Gegen Dortmund habe ich eines der schönsten Tore in meiner Karriere erzielt. Solche Momente habe ich noch in bester Erinnerung.

Es gibt Schalke-Fans, die sich eine Rückkehr von Ihnen wünschen. Gibt es da Hoffnung?

Kuranyi: Wer weiß das schon. Mein Vertrag läuft im Sommer aus und eine Option ist es, zurück in die Bundesliga zu kommen. Aber Schalke hat ja jetzt schon sehr gute Stürmer. Von Eric Maxim Choupo-Moting bin ich begeistert, wie schnell er sich in die Mannschaft gespielt hat. Klaas-Jan Huntelaar macht immer seine Tore. Meine Familie würde sehr gerne zurück nach Deutschland. Aber mein erster Ansprechpartner ist Dynamo. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Was vermissen Sie an Deutschland am meisten?

Kuranyi: Natürlich die ganzen Freunde, die in Deutschland leben. Und ein Teil meiner Familie lebt ja auch noch in Deutschland. Viele Freunde haben mich schon in Moskau besucht. Aber wir sehen uns nicht so häufig, das vermisse ich schon.

Zum Abschluss können Sie noch ein paar Grüße an die Schalke-Fans richten, wenn Sie mögen…

Kuranyi: Ja, sehr gerne. Ich grüße alle Schalke-Fans, die ihre Mannschaft immer unterstützen, auch wenn die mal eine schwächere Phase hat. Ich wünsche Schalke viel Erfolg, auch um den Fans ein Geschenk zu machen.