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Exklusiv-Interview

Für Draxler ist die Ausstiegsklausel eine Win-Win-Situation

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In der Champions League weltklasse, in der Bundesliga aktuell nur Mittelmaß: Julian Draxler im großen Exlusiv-Interview.Foto: imago

Wir müssen noch über Ihren Vertrag reden…

Draxler: … meinen Vertrag?

Ja. Manchmal kommt der Eindruck auf, als sei ein Wechsel im Sommer bereits beschlossene Sache. Haben Sie auf Schalke bis 2018 verlängert, um 2014 zu gehen?

Schalke
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Über keinen anderen Schalker Spieler wurde in der kürzlich abgelaufenen Wintertransferphase so viel spekuliert wie über Julian Draxler. Hin und wieder...

Draxler: Natürlich nicht. Ich habe meinen Vertrag verlängert, weil ich mich hier sehr wohl fühle und mir das langfristige Angebot die Wertschätzung gezeigt hat, die ich auf Schalke genieße. Es ist kein Geheimnis,  dass ich

eine Ausstiegsklausel im Vertrag habe und so von Jahr zu Jahr die Möglichkeit besteht, zumindest darüber nachzudenken, was für meine Entwicklung das Beste ist. Natürlich lässt die Klausel auch viel Raum für Spekulationen , aber sie ist für beide Seiten gut. Für Schalke, weil der Verein mich nicht für eine verhältnismäßig geringe Summe gehen lassen muss und so im Fall der Fälle sehr viel Geld bekommen würde. Und für mich ist die Klausel gut, weil ich dadurch die Chance habe selbstständig zu entscheiden, falls ein Verein bereit ist, 45 Millionen für mich zu bezahlen und ich irgendwann eine neue Herausforderung suche.

Wenn Sie entscheiden, was für Sie persönlich das Beste ist: Könnte ein Grund für einen Wechsel sein, dass Sie auf Schalke selten auf der Zehn spielen?

Draxler: Nicht wirklich. Bei den großen Vereinen Europas, zu denen es mich eventuell mal hinziehen wird, gibt es ja auch jetzt schon Spieler auf der Zehn, die Weltklasseformat haben.

Günter Netzer hat gesagt, Sie sollten lieber noch länger auf Schalke reifen. Berücksichtigen Sie solche Ratschläge?

Draxler: Fußball-Sachverstand kann man Günter Netzer sicherlich nicht absprechen. Deshalb respektiere ich seine Meinung natürlich. Aber es ist mein Leben, es sind meine Entscheidungen. Und da lasse ich mir von sehr wenigen Leuten reinreden und verlasse mich in erster Linie auf mein Gefühl.

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Gibt es schon eine Tendenz für diesen Sommer?

Draxler: Nein, denn nicht zuletzt durch meine Verletzung hatte ich erst einmal andere Sachen im Sinn. Ich will mit Schalke eine gute Rückrunde spielen und dann mit der Nationalmannschaft zur WM - das hat ganz klar Vorrang. Wenn ich mir jetzt schon Gedanken machen würde, was nach der WM ist, könnte ich diese beiden Ziele  sicher vergessen.

Vor einem Jahr haben Sie einen Wechsel nach Dortmund sehr deutlich ausgeschlossen. Gilt das auch, wenn Bayern München wirklich ernst machen sollte?

Draxler: Am liebsten möchte ich zu den ganzen Spekulationen gar nichts mehr sagen. Nehmen wir das Beispiel von Manuel Neuer: Der war früher mit Sicherheit 100-prozentig davon überzeugt, dass er niemals zu Bayern gehen wird. Doch dann hat er fünf Jahre als Profi gespielt, und ist im Laufe der Zeit zu einer anderen Überzeugung gekommen. Auch ich weiß heute nicht, wie ich in fünf, sechs oder vielleicht zehn Jahren denken werde. Und wenn man vorher alles ausgeschlossen hat und dann doch mal irgendwo landet, wo einen die meisten Leute nicht sehen wollen, ist das Geschrei groß.

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Draxler: Das ist es nach wie vor. Barcelona und Real Madrid haben die klangvollsten Namen im Weltfußball, aber das muss nicht heißen, dass ich jetzt auf der Stelle dahin will und nicht länger auf Schalke bleibe oder vorher vielleicht einen anderen Kurs einschlage. In Spanien wird der ästhetischste Fußball gespielt, England hat für mich die beste Liga der Welt. Manchester United, Manchester City, Arsenal, Chelsea: Wenn man auf der Playstation zockt, sind das die Vereine, die alle Jungs wählen.

Manfred Hendriock

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Kommentare
27.02.2014
00:35
Draxler will Real Madrid mit Schalke die Show vermasseln
von Samenstroem | #23

... und hat recht behalten. Er hat ein klares 1:10 verhindert.

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Draxler will Real Madrid mit Schalke die Show vermasseln
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2014-02-24 22:30
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