Farfan peilt Rückkehr ins Mannschaftstraining für Februar an

Bei der Talkrunde mit Hertens Bürgermeister Dr. Uli Paetzel (rechts) nahm Jefferson Farfan auf dem Sofa Platz.
Bei der Talkrunde mit Hertens Bürgermeister Dr. Uli Paetzel (rechts) nahm Jefferson Farfan auf dem Sofa Platz.
Foto: FUNKE Foto Services
Beim Fanclub-Empfang sprach Schalkes Farfan über sein Knie, Schlafgewohnheiten und Felix Magath. Bald will er wieder mit der Mannschaft trainieren.

Herten.. Die Dame am Eingang des Revuepalasts Ruhr weist harsch darauf hin, dass Jacken entweder an der Garderobe abgegeben werden müssen, oder sie aber auf den Schoss gelegt werden sollen. Die klare Anweisung: „Auf keinen Fall über die Stuhllehne hängen!“ Jefferson Farfan behält seine dicke Winterjacke beim Spieler-Empfang der Fanclubs am Sonntag lieber gleich an. Er bestellt zwei stille Wasser. Eines für sich, das andere für seinen Dolmetscher. Auf der rechten Schalker Angriffsseite scheint sich der 30-Jährige sichtlich wohler zu fühlen. Lieber spielt der Peruaner vor über 60000 Fans Fußball, als vor 150 zu sprechen.

Jefferson Farfan nimmt in der ersten Reihe Platz. Am Tisch daneben sitzt Gerd Rehberg, Schalkes Ehrenpräsident. Die Kolpingfamilie Westerholt hat eine kurze Inszenierung einstudiert: Das entscheidende Tor gegen die „Zecken“ schießt darin Ebbe Sand in der 95. Minute. Vor dem Abpfiff auf der Bühne gibt es noch „Steht auf, wenn ihr Schalker seid.“ Ein Lied zum Mitsingen. Auch Jefferson Farfan steht auf und klatscht. Er weiß, was sich gehört.

Farfan will im Februar wieder mit der Mannschaft trainieren

Danach geht’s selbst auf die Bühne. Der Bürgermeister der Stadt Herten übernimmt die Moderation. Dr. Ulrich Paetzel verrät, dass Jefferson Farfan einer seiner Lieblingsspieler ist und erkundigt sich sofort nach dessen Knie.

Das Knie, das rechte, das Farfan, abgesehen von einem Kurzeinsatz im April, schon seit zehn Monaten zum Zuschauen zwingt. Die Diagnose: Knorpelschaden. „Alles in Ordnung“, sagt er und verrät, dass er im nächsten Monat wieder mit der Mannschaft trainieren will. Das Trainingslager in Katar käme zu früh, die Reha wird in Gelsenkirchen fortgesetzt. „Der Doc sagt, dass ich noch ein bisschen warten muss“, erklärt Farfan, der „die vielen Spiele“ für den Knorpelschaden verantwortlich macht. Zu den Auftritten mit Schalke kamen immer wieder Reisen zur peruanischen Nationalmannschaft.

Farfan: Mit Magath war es richtig schlimm

Seit 2008 ist Jefferson Farfan ein Schalker und somit einer der Dienstältesten. „Es ist ein Traum, hier zu spielen“, sagt er. Trotz vieler anderer Optionen habe er sich gerne für Schalke entschieden. Als Farfan sagt, dass Schalke für ihn die beste Mannschaft in Deutschland und in der Welt ist, jubelt der Revuepalast Ruhr. Der Dolmetscher verlebt übrigens einen ruhigen Nachmittag. Farfan beantwortet jede Frage auf Deutsch.

Dann kommt Dr. Paetzel auf die Trainer zu sprechen. Zuerst auf Felix Magath. Jefferson Farfan lacht und schüttelt den Kopf. „Ich habe noch nie so hart trainiert. Mit Magath war es richtig schlimm.“ Deutlich mehr Gefallen hat er an der Arbeit von Roberto Di Matteo gefunden. „Es ist gut, wenn ein Trainer mit einer anderen taktischen Variante kommt. Er hat das richtig gut gemacht.“

Farfan schläft bei Auswärtsspielen am liebsten alleine

Im Achtelfinale der Champions League gegen Real Madrid, das ist auch Farfan klar, wird Di Matteos taktische Variante allein nicht reichen, um für eine Überraschung zu sorgen. Die 1:6-Packung gegen Real in der vergangenen Saison schmerzte fast so wie das rechte Knie. Farfans Rat: „Wir müssen im Eins gegen Eins besser sein.“

Nach dem Handy-Foto mit dem Bürgermeister sind die Fans dran. Auf die Frage, mit wem sich Jefferson Farfan bei den Auswärtsspielen am liebsten ein Zimmer teilt, antwortet er: „Ich schlafe lieber alleine.“ Und wo steht Schalke nächstes Jahr? „Auf dem zweiten oder ersten Platz“, sagt Farfan. Wieder jubelt der Revuepalast.

Mimi aus Recklinghausen ist dann eine der Ersten, die sich neben einer Autogrammkarte noch ein Foto mit dem Publikumsliebling sichert. Und was bleibt Mimi von diesem Nachmittag mit ihrem Lieblingsspieler? „Dass Jeff ein verdammt geiles Parfüm hat.“

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