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Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung

19.06.2011 | 22:58 Uhr
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung

Gelsenkirchen.   Der Verein rechnet auf seiner mehrstündigen Jahreshauptversammlung noch einmal mit Felix Magath ab. Manager Horst Heldt verkündete die Vertragsverlängerung mit dem 17-jährigen Youngster und Pokalheld Julian Draxler bis zum Jahr 2016.

Als die Versammlung schon fast fünf Stunden andauerte, kam die Minute, in der Peter Peters am Mikrofon sogar Rechenschaft über das Verhältnis zu seiner früheren Ehefrau ablegte. Der Verdacht der Kungelei stand im Raum, weil Eva-Maria John früher mit dem Schalker Geschäftsführer verheiratet war und zuletzt den Wahlausschuss des Klubs anführte – der eine oder andere hatte da durchaus verwerfliche Gedanken. Doch weil es bei dieser Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 nun wirklich  keine Tabus geben sollte, entschloss sich Peters zur privaten Offenheit und räumte alle Vorbehalte der Kungelei aus. Eva-Maria John zumindest wurde wieder in den Wahlausschuss berufen.

"Der Verein stand kurz vor der Spaltung"

Wie tief zerrissen und gespalten Schalke in der vergangenen, turbulenten Saison war, wurde am gestrigen Sonntag noch einmal bei der Jahreshauptversammlung des Klubs im Gelsenkirchener Sportparadies deutlich. Doch Schalke zog einen allerletzten Strich unter die Vergangenheit mit der Ära Felix Magath – nicht ohne den Pathos, der zu diesem Klub dazugehört wie die Sahne auf den Erdbeerkuchen. „Der Verein stand kurz vor der Spaltung“, sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, „das wäre für den S04 lebensbedrohlich geworden und darf nie wieder passieren.“

Im Kreis der Mitglieder startete Tönnies eine letzte Attacke auf Magath und erklärte das tiefe Zerwürfnis, das im März zum Rauswurf des Alleinherrschers geführt hatte. Magath habe schon im vergangenen Sommer über einen Anwalt mitteilen lassen, „dass er überlegt, die Dinge hinzuschmeißen“. Der Trainer-Manager sei nach dem Urlaub ein völlig anderer Mensch als zuvor gewesen. Als die Mannschaft sich mit der „dringenden Bitte, etwas zu tun“, an ihn gewandt habe, entgegnete Tönnies: „Wir können nichts tun – es sei denn, ihr gewinnt die entscheidenden Spiele.“ Denn nur so habe Schalke das Geld erwirtschaften können, um sich die Trennung von Magath leisten zu können.

Seit Sonntag ist Magath nun endgültig Geschichte auf Schalke. Sogar sein Platz im zuletzt nur noch zweiköpfigen Vorstand mit Finanzchef Peter Peters und Manager Horst Heldt wird neu besetzt: Im September tritt Alexander Jobst als Vorstand für Marketing und Merchandising seinen Dienst auf Schalke an – der Mann hat bisher in vergleichbarer Funktion unter anderem für Real Madrid und die Fifa gearbeitet.

Contra Lehmann

Horst Heldt und Peter Peters zeichneten das Bild des Vereins, der sich künftig wieder auf seine Wurzeln mit traditionellen Tugenden besinnen will – und für den es höhere Werte als den Gewinn der Deutschen Meisterschaft gäbe. Als Bonbon für die Mitglieder verkündete der Manager dabei die Vertragsverlängerung mit dem 17-jährigen Youngster Julian Draxler bis zum Jahr 2016. „Er wird einer von denen sein, die das neue Gesicht von Schalke werden“, sagte Heldt und kündigte weitere Aktivitäten auf dem Transfermarkt an.

Hitzige Diskussionen gab es dabei um Jens Lehmann. Ein Mitglied ließ überraschend probeweise über eine mögliche Verpflichtung des Ex-Nationaltorwarts abstimmen. Das Votum war eindeutig – gegen Lehmann. Heldt zeigte sich „enttäuscht, denn Jens hat uns doch gar nichts getan“. Er bleibt aber bei seinem Plan, eventuell noch einen weiteren Torhüter neben Ralf Fährmann zu verpflichten: „Jens ist ein Thema gewesen. Es ist noch nichts entschieden.“

Schalke hat bei der Versammlung einen Schritt zurück zur Normalität gemacht. Und dazu gehört bei diesem Klub auch ein gutes Stück Streitlust. Clemens Tönnies jedenfalls war außer sich, als Schalke-Mitglied Peter Wendt dem Aufsichtsrat Inkompetenz vorwarf: „Der Fisch stinkt vom Kopf“, rügte Wendt, der sich schon in den vergangenen Jahren als Chef-Kritiker eingebracht hatte. „Ich lasse mich nicht beleidigen. Nimm das zurück, sonst kommt es zum Eklat“, tobte Tönnies für einen kurzen Moment.

Doch am Ende kam es weder zum Eklat, noch zur Entschuldigung – im Gegenteil. Es gab sogar Freibier und inbrünstig wurde das Vereinslied gesungen. Nach über sechs Stunden, in denen der FC Schalke wieder zusammenwachsen wollte.

Manfred Hendriock

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Kommentare
21.06.2011
11:11
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von Jan_van_Beauregard | #26

@ 23

Fast alle Nicht Schalker hier beziehen sich auf den Artikel bzw. auf selbstkritische Kommentare der Schalker. Das heißt im Klartext, sie bewerten Original-Zitate aus dem blauweißen Fankreis.
Das wird doch wohl noch erlaubt sein.
Und...
so ein kleines Häuflein von Anwesenden bei
100 000 Mitgliedern ist ja auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.Warst du denn eigentlich in der JVA? Vielleicht ist das ja das Problem auf Schalke, dass zu viele Köche (nett formuliert) die Geschicke des Vereins mitbestimmen.
Da schämen sich, wie man hier teilweise lesen kann, manche Kommentatoren für die eigenen Fans.
Manche durchschauen auch das Spiel des Vorstands, aus Billig-Pathos einen Mythos zu generieren, nur um unangenehmen Fragen ausweichen und eigene Fehler kaschieren zu können.
Oder hat es jetzt für jeden Teilnehmer die totale Transparenz im Magath-Rausschmiss gegeben?
Darüber würde ich mir mal Gedanken machen.

21.06.2011
00:30
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von OmeiOmei | #25

# 24
Eine andere Antwort als diese hätte ich von einem SchwattGelben nicht erwartet. So sind sie eben.

20.06.2011
23:52
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von WESTFALENBVB | #24

# 23
Lächerlich... was nutzt es denn, wenn ich 100.000 Mitglieder habe und nur 2,97 % Interesse haben, zur JHV zu kommen? Über 97% haben die Nase voll von Skandalen, einer miesen Saison mit Platz 14 und Muppet-Show pur, u.a. mit Tünnes und Felix...
Neid??? Beim BVB will ich nichts mitbestimmen, da läuft es einfach nur Klasse. In jedem Bereich!!

20.06.2011
22:52
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von OmeiOmei | #23

Hochinteressant, wie hier Nicht-Schalker die JHV kommentieren. So, als wären sie dabei gewesen. Schafft ihr erst einmal 100.000 Mitglieder, und dan meldet euch wieder. Die, die hier die JHV kommentieren, waren wahrscheinlcih noch nie auf der ihres eigenen Lieblingsvereins. Und bei einem gibt es gar keine JHV für Mitglieder mehr. Wahrscheinlich spricht hier nur der Neid,, dass man die Geschicke seines Vereins nicht mehr mitbestimmen kann.

20.06.2011
19:00
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von Jan_van_Beauregard | #22

Das Maximalziel Vize-Meisterschaften als Wurzel traditioneller Tugenden zu formulieren,...
...das hat schon was!

Aber vielleicht klappt´s ja ohne diesen ständigen Druck doch mal irgendwann.... mit der Schale ;-)

Wenn hier noch einmal gefragt wird, warum sich so viele Dortmunder (so gerne) auf Schalker Seiten aufhalten....?????

#7 Kreuzritter hat die Erklärung:
Zitat:
Wichtig wäre wirklich das man sich in Zukunft besser gegenüber der Öffentlichkeit darstellt.
Dieser Klamauck war teilweise schon peinlich.

Seinem Wunsch nach mehr Seriosität kann ich aber beipflichten.


PS:
#17 von Petrocelli

Dass ich dir mal zustimmen muss,.... ;-)

20.06.2011
17:47
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von BackToNature | #21

Schalke sollte die JHV in die Karnevalszeit legen.
Da kommen selbst Köln, Düsseldorf und Mainz mit ihren Jokes nicht mit...
Dazu Baron Münchhausen (Tönnies) in die Bütt !
Heldt und Peters als Hofnarren.
Fertig ist die Session.

Ich bestell mir schon mal ein neues Zwerchfell.

Schwarzgelbe Grüße

20.06.2011
17:08
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von aladinsane | #20

Hallo Leute,
die gästrige JHV war sehr interessant. Die Mitglieder waren alle sehr gut. Ich frage mich nur,wer sie eingeladen hatte.
Wie kann ein Schalker gegen Jens Lehmann sein? Die ganzen Abstimmungen waren ein Witz.
Der Spruch: Es gibt wichtigeres als Deutscher Meister zu werden, war für mich echt der Höhepunkt.
Die Mannschaft hat sich in der letzten Saison nicht gut verkauft, der Vorstand erst recht nicht.
Aber bald geht es wieder los, neues Spiel, neues Glück.
Glück auf!!!!!!!!!!!!!

20.06.2011
16:57
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von hape1904 | #19

@16

Nun, FM hatte neue Spieler, Metze, Raul, Huntelaar etc. geholt, die in die Truppe eingebaut werden mussten. RaRa übernahm die arbeitsfaule, aber eingespielte Truppe, schmeichelte sich nur ein und hätte somit eigentlich Kräfte freisetzen müssen, wie es bei anderen Trainerwechsel üblich ist. Gegen Mailand bot sich die Truppe beim neuen Trainer an und zeigte, was sie eigentlich drauf hat und es wurde andererseits überdeutlich, weshalb FM mehr Leistung von der Truppe forderte hatte. Gegen ManU zeigte die Truppe ihr wahres Gesicht, konfus und nicht bereit, die Taktikvorgaben RaRas umzusetzen. Die logische Folge waren diese Niederlagen in der BL, da RaRa m. E. die Truppe nicht gepackt bekommt. Wird er sie hart angehen, so werden sie gemäß Schalker Tradition wieder zum Tünnes laufen, ...Den Rest kennt man. Daher gehe ich mal davon aus, dass RaRa spätestens im Winter wieder freigesetzt werden wird, beginnt er die Hinrunde so, wie die letzte Rückrunde abgeschlossen werden konnte. Und danach sieht es für mich jedenfalls aus!

20.06.2011
15:18
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von DKWF12 | #18

Zwei absolute Neuigkeiten:

Im bezahlten Fußball gibt es wichtigeres als die Meisterschaft. Ein klares Signal an die Mannschaft. Leistungsdruck werdet ihr hier nicht bekommen.
(Womit geklärt ist, warum a: Neuer nicht verlängert hat und b: Topleute es sich es überlegen werden, zum S04 zu gehen)

Trainer, die deutscher Meister werden wollen, werden es sich überlegen, ob sie zum S04 zu gehen.

Eine Vereinsführung die derartige Sprüche von sich gibt, würde in jedem anderen Verein, auch nicht Fußballverein, aus ihren Ämtern gejagt.

20.06.2011
14:48
Einig Schalke bei der Jahreshauptversammlung
von Petrocelli | #17

- Der Umgang mit Felix Magath
- Der Rauswurf der Journalisten
- Die Buhrufe fuer Jens Lehmann

Schalke hat sehr viele Fans, diese peinlichen Aktionen zeigen, dass es leider auch sehr viele dumme Fans sind.

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