Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Fußball-Bundesliga

Edu und Kurnayi schießen Schalke an die Spitze

13.03.2010 | 00:03 Uhr
Edu und Kurnayi schießen Schalke an die Spitze

Gelsenkirchen.Im Monat März stellt sich beim FC Schalke 04 gerne mal eine einfache Frage: Ja oder Nein? Im März vor 35 Jahren ging es um den brasilianischen Verteidiger Francisco Marinho, und der damals gerade wieder mal klamme Klub fragte seine Fans, ob sie bereit wären, eine Mark mehr für jede Eintrittskarte zu bezahlen, um den Brasilianer mitzufinanzieren. Klare Antwort: Nein. Gestern Abend war die Frage noch kürzer und prägnanter: Schafft der FC Schalke 04 durch einen Sieg über den VfB Stuttgart am 26. Spieltag den Sprung auf Platz eins? Klare Antwort: Ja.

Denn die Königsblauen schlugen den VfB nach einer starken zweiten Halbzeit mit 2:1 (0:0). Und nun muss sich Schalkes Trainer Felix Magath, der schon nach dem 4:1 in Frankfurt kräftig tiefstapelte und alle Vergleiche zu seinem überraschenden Meisterstück mit dem VfL Wolfsburg vor einem Jahr abwehrte, mit einem neuen Vergleich auseinandersetzen: Auch mit dem VfL stand Magath nach 26 Spieltagen erstmals an der Spitze, so wie jetzt mit Schalke. Auch wenn es vielleicht nur für 24 Stunden ist…

„Mit Manuel Neuer, da haben wir wohl den besten deutschen Torhüter.“

Gegen Stuttgart änderte Schalkes Trainer die Elf auf zwei Positionen. Jefferson Farfan und Marcelo Bordon kamen nach überstandenen Blessuren wieder in die Mannschaft zurück, dafür rutschten Carlos Zambrano und Vicente Sanchez nicht nur aus der Startelf, sondern gleich aus dem Kader für das VfB-Spiel. Und die Schwaben, mit der Empfehlung von 19 Punkten aus der Rückrunde angereist, machten Schalke das Leben schwer. Stuttgart spielte vor der Pause sogar offensiver als die Hausherren, schaltete vor allem schneller um. Trotzdem hatte Schalke die erste große Chance des Spiels. Nach 14 Minuten vertändelte Aliaksandr Hleb im Mittelfeld den Ball gegen Peer Kluge, dessen Pass bei Kevin Kuranyi landete. Schalkes erfolgreichster Torschütze setzte einen schönen Schlenzer aufs lange Eck an, VfB-Keeper Jens Lehmann streckte sich vergeblich, doch der Ball strich knapp am Tor vorbei.

Das war’s vor der Pause aber auch schon mit der Schalker Herrlichkeit. Der VfB hielt die Partie offen und hatte nach etwas über einer halben Stunde gleich zwei gute Chancen: Erst rettete Manuel Neuer mit dem Fuß gegen Pavel Pogrebnyak, dann fing er auch den Heber von Zdravko Kuzmanovic sicher ab. „Mit Manuel Neuer, da haben wir wohl den besten deutschen Torhüter“, lobte auch Schalkes Ex-Nationalspieler Olaf Thon.

Felix Magath jedenfalls war die Vorstellung vor der Pause wohl zu wenig. Er wechselte Alexander Baumjohann und Edu für Joel Matip und Farfan ein – und bewies damit ein goldenes Händchen: Viele Fans saßen noch gar nicht wieder auf ihren Plätzen, da schoss Edu mit seinem ersten Ballkontakt das 1:0 für die Platzherren (46.). Stuttgart allerdings konterte zunächst eiskalt: Nur vier Minuten später köpfte Serdar Tasci einen Freistoß zum 1:1 ein.

Doch auch die Königsblauen ließen sich vom Gegentreffer nicht schocken: Bei einem Freistoß von Ivan Rakitic funktionierte die Abseitsfalle des VfB nicht, der Ball kam so zu Heiko Westermann, der in der Mitte Kevin Kuranyi bediente – 2:1 und das 14. Saisontor des Stürmers. Mit dem Vorsprung im Rücken traute sich Schalke mehr zu, die Partie gewann an Fahrt und wäre entschieden gewesen, wenn Edu nach 64 Minuten freistehend das 3:1 erzielt hätte. Doch es reichte auch so – Schalke feiert und träumt…

Klaus Wille

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3443526/create

Umfrage
Wer schafft es auf die Raul-Position?

Wer schafft es auf die Raul-Position?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Huntelaar feiert Torjägerkanone
Bildgalerie
Torschützenkönig
Schalke siegt in Bremen
Bildgalerie
Schalke
Raúl verabschiedet sich
Bildgalerie
Schalke 04
Raul sagt "Adiós"
Bildgalerie
Schalke
Aus dem Ressort
Draxler muss zu Hause bleiben
FC Schalke 04
Bundestrainer Joachim Löw streicht den 18-jährigen Schalker und berücksichtigt ihn nicht für seinen EM-Kader. Benedikt Höwedes, der Kapitän der Königsblauen, ist dabei. „Natürlich wäre ich gern mit nach Polen und in die Ukraine geflogen. Es ist anders gekommen“, sagt Julian Draxler.
Text 1 Kommentare 1
Griechenlands EM-Hoffnungen ruhen auf Schalkes Papadopoulos
EM 2012
Wie schon unter Otto Rehhagel gilt auch bei Griechenlands Trainer Fernando Santos die Defensive als Prunkstück. Der 57 Jahre alte Portugiese hat bei der EM das Viertelfinale als Minimalziel ausgegeben. Dabei helfen könnten auch zwei Bundesliga-Profis: Kyriakos Papadopoulos und Sokratis.
Text 5 Kommentare 5