Di Matteo lobt Schalke-Joker Boateng nach Kurzeinsatz

Erst einmal auf der Schalke-Bank: Kevin-Prince Boateng.
Erst einmal auf der Schalke-Bank: Kevin-Prince Boateng.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Was wir bereits wissen
Der "Prince" schmorte 61 Minuten lang auf der Bank. "Er war sehr hilfsbereit und positiv", sagte Trainer Di Matteo. Wir haben die Stimmen zum Spiel.

Gelsenkirchen.. In der Hinrunde beantwortete Schalke-Trainer Roberto Di Matteo die Frage "Boateng oder Meyer?" meist mit "Boateng" - sofern beide gleichzeitig fit waren... Im ersten Rückrundenspiel gegen Hannover 96 (1:0) spielte nun Max Meyer. Kevin-Prince Boateng saß erst einmal auf der Bank, obwohl er in den letzten Tests neben Klaas-Jan Huntelaar gestürmt hatte. Di Matteo nannte für Boatengs Verbannung auf die Bank zwei Gründe: "Erstens die lange Fehlzeit in der Hinrunde, zweitens ist Eric Maxim Choupo-Moting unser Torjäger und hat ein gutes Verständnis mit Huntelaar. Das hat in den letzten Wochen der Hinrunde gut funktioniert."

In der 61. Minute ersetzte Boateng dann aber den nach dem Afrika-Cup ausgelaugten Choupo-Moting. Für die 29-minütige Leistung gab's ein dickes Trainer-Kompliment: "Kevin war sehr gut nach der Einwechslung, sehr positiv und hilfsbereit, hat gute Pässe zu Huntelaar und Barnetta gespielt, hatte selbst eine große Chance." Manager Horst Heldt sah die Diskussion um den neuen "Joker" Boateng eher nüchtern: "Es ist alles richtig gewesen, weil wir gewonnen haben."

Im Spiel beim FC Bayern am Dienstag (20 Uhr, live in unserem Ticker) dürfte Boateng von Beginn an spielen. Nach seiner Roten Karte ist Huntelaar gesperrt.

Huntelaar Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Roberto Di Matteo (Trainer FC Schalke 04): "Wir haben nervös angefangen, sind aber nach zehn Minuten ins Spiel gekommen, haben Chancen rausgespielt und das Tor geschossen. Auch danach haben wir gut nach vorn gespielt. Ron-Robert Zieler hat heute ein paar sehr, sehr gute Paraden gezeigt. In der zweiten Halbzeit haben wir eine Druckphase von Hannover ziemlich gut überstanden, wir haben gut gekontert. Wir hatten genügend Chancen, das zweite Tor zu schießen, um das Spiel in Ruhe zu Ende zu bringen. Aber das zweite Tor hat gefehlt. So hatte der Gegner immer noch Hoffnung und es war es spannend bis zum Schluss."

Di Matteo über die Debütanten Giefer und Nastasic: "Fabian hat eine sehr wichtige Parade gegen Joselu gezeigt und Sicherheit ausgestrahlt. Das war eine sehr gute Partie. Nastasic hat souverän verteidigt, keine Fehler gemacht. Deshalb bin ich zufrieden."

Horst Heldt (Manager FC Schalke 04): "In der ersten Halbzeit haben wir sehr ordentlich gespielt. Nach zehn Minuten haben wir die Nervosität abgelegt, sind verdient in Führung gegangen, hätten sogar zweimal nachlegen können. Es war aber auch gut, dass Benedikt Höwedes in einer Situation kurz vor der Pause gut verteidigt hat, sonst hätte es 1:1 stehen können. In der zweiten Halbzeit hatten wir in den ersten 15 Minuten Probleme. Daraus resultierte die eine oder andere Möglichkeit. Ab der 60. Minute hatten wir unsere Möglichkeiten. Beide Mannschaften haben sich eingeladen, um Tore zu machen, aber keiner hat’s mehr vollbracht. Man kann mit dem Auftakt zufrieden sein."

Heldt über Matija Nastasic: "Er hat mir sehr gut gefallen. Am Anfang war er nervös, aber es war klar, dass es in der einen oder anderen Situation nicht so gut funktionieren kann. Das sind dann Abstimmungsdefizite. Aber das wird von Spiel zu Spiel besser. Matija hatte auch eine gute Tormöglichkeit, das wäre ein perfekter Einstand gesehen."

Heldt über Fabian Giefer: "Er hat das sehr, sehr gut gemacht. Es war nicht einfach im ersten Spiel zu Hause. Er hat mehrere Eins-gegen-Eins-Situationen gut gehalten, Ruhe ausgestrahlt. Ich bin zufrieden, dass wir nicht nur einen guten Torhüter haben. Es zeigt sich wieder, dass man mehrere gute Spieler auf den Positionen haben muss."

Fabian Giefer (FC Schalke 04): "Ein Debüt ist immer etwas Besonderes. Es war ein sensationelles Gefühl. Wir haben über weite Strecken das gezeigt, was wir umsetzen wollten: klar und sicher stehen, Torchancen kreieren. Beides hat sehr gut funktioniert. Dass Hannover versucht, nach dem Rückstand Druck zu machen, ist auch normal. Ich denke, dass wir es größtenteils geschafft haben, wenig zuzulassen. Es war wichtig, dass wir die Null gehalten haben. Dazu hat jeder seinen Teil beigetragen. Da würde ich mich auch einordnen mit meiner Leistung."

Einzelkritik Giefer über seine Parade gegen Joselu: "Das war eine wichtige Aktion für die Mannschaft. Benedikt Höwedes hat uns in der ersten Halbzeit aber auch einmal das Ding vom Tor weggegrätscht."

Giefer über Ralf Fährmann, der in der Kabine war: "Es ist ganz normal, dass die verletzten Spieler in der Kabine sind. Da wünscht jeder jedem Glück. Wir sind ein Team."

Giefer über seine Gelbe Karte nach einem schlampigen Rückpass von Christian Fuchs: "Alles ist gut. Wir haben schon auf dem Platz kurz kommuniziert. Ich bin Christian nicht böse. Er hat ein gutes Spiel gemacht."

Marco Höger (FC Schalke 04): "Wir waren in den ersten zehn, 15 Minuten nervös. Danach haben wir das Spiel bis zur Halbzeit in den Griff bekommen. Die zweite Halbzeit war so la la. Wichtig ist, dass wir stabil in der Defensive gestanden, kein Gegentor bekommen haben und mit drei Punkten in die Rückrunde gestartet sind. Bei mir wurde es Zeit, dass ich wieder treffe. Seit meiner Verletzung habe ich kein Tor mehr gemacht, und das ist über ein Jahr her. Ich musste bei dem Schuss volles Risiko gehen, da ich den Schuss bei den Platzverhältnissen nach der scharfen Flanken nicht so genau planen konnte."

Matija Nastasic (FC Schalke 04): "Es war ein tolles Spiel mit großartigen Fans. Das erste Spiel nach einer langen Pause ist immer sehr schwierig ist. Wir haben das gut gemacht. Ich hatte selbst eine große Kopfballchance, habe den Ball gut getroffen - aber der Torwart hat ihn sehr gut pariert." (von Andreas Ernst, aufgezeichnet in der Mixed Zone)

So analysiert Hannovers Trainer Tayfun Korkut die 0:1-Niederlage

Tayfun Korkut (Trainer Hannover 96): "Wir hätten mindestens ein Unentschieden gehabt - jetzt nehmen wir gar nichts mit. Das ist zu wenig. Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns, da wir haben gegen eine sehr kompakte Mannschaft gespielt haben. Wir haben immer wieder versucht, die Schalker auseinander zu bekommen und uns mit Kombinationen durchzuspielen. Mit jeder Minute hatten wir mehr Platz und Raum. Allerdings haben wir es wie in einigen Spielen der Vorrunde nicht geschafft, unsere Möglichkeiten zu nutzen. Die Leistung war okay, die Idee war okay, es war alles so, wie wir uns das vorgestellt haben. Um einen Punkt mitzunehmen oder zu gewinnen, muss man Tore schießen."

Ron-Robert Zieler (Hannover 96): "Das Ergebnis ist enttäuschend. So wie wir uns präsentiert haben, blicke ich zuversichtlich in die Zukunft. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir eine gute Leistung gezeigt. Wenn wir ein bisschen cleverer und konzentrierter gewesen wären, hätten wir noch mehr Chancen kreiert."

Christian Schulz (Hannover 96): "Ich bin enttäuscht. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, gerade in der zweiten Halbzeit. Da hatten wir die Spielkontrolle, da hatten wir gute Ballstafetten. Bei uns fehlen zwei, drei Prozent, um Spiele, die auf der Kippe stehen, für uns zu entscheiden."