Di Matteo hat als Schalke-Trainer keinen Bonus

Gescheiterter Heilsbringer? Schalke-Trainer Roberto Di Matteo.
Gescheiterter Heilsbringer? Schalke-Trainer Roberto Di Matteo.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Als Nachfolger von Jens Keller ist Roberto Di Matteo im Oktober auf Schalke verpflichtet worden. Doch er konnte die Erwartungen nicht erfüllen.

Gelsenkirchen.. Als Roberto Di Matteo im vergangenen Oktober das Traineramt beim FC Schalke 04 übernahm, wurde er gefeiert. Mit Ergebnissen hatte das natürlich nichts zu tun. Ergebnisse hatte Di Matteo schließlich noch nicht liefern können. Aber als Hoffnungsträger ging er durch, als möglicher Erlöser von allen Übeln, als Mensch gewordenes Heilsversprechen für Königsblau.

Ein paar Monate später lächelt dieser Di Matteo zwar noch immer wissender und weltmännischer, als es Jens Keller jemals gegeben sein wird. Doch die nüchternen Zahlen sprechen gegen ihn: Der in Sachen Außenrepräsentation wesentlich weniger talentierte Vorgänger hatte zum gleichen Saisonzeitpunkt 2014 mit seiner Mannschaft elf Punkte mehr erwirtschaftet. Und am Ende erreichte er mit dem FC Schalke die Champions League.

Wird das Di Matteo noch gelingen? Nach dem 0:0 bei den Augsburgern wurde von den Verantwortlichen des Revierklubs erklärt, man habe das Ziel weiterhin im Blick, man wolle weiterhin in die Königsklasse. Tatsächlich ist aber ein Sturz hinunter von den Europa-League-Rängen sogar wahrscheinlicher als die rasante Aufholjagd.

Acht Punkte Rückstand auf die Champions League

Acht Punkte trennen Schalke von Rang vier, dem Platz, der zumindest den Zugang zur Champions-Qualifikationsrunde beschert. Sieben Punkte sind es lediglich zu Platz zehn, dem Platz, auf dem Borussia Dortmund angelangt ist. Wer in dieser Situation den Optimisten herausstreicht, der verschließt sich entweder der Realität – oder aber er bemüht sich bewusst um Manipulation, darum, Haltungen zu beeinflussen, Meinungen zu machen.

Nach vielen mit unangenehmem Fußball kombinierten unangenehmen Ergebnissen ist das allerdings schwieriger als bei einer Trainer-Inthronisierung, bei der der Neue gegenüber dem Alten vor allem einen Vorteil hat: Er hat noch keine Schuld auf sich geladen. Jetzt dagegen zählt: Anders als der mit dem BVB durch die Saison wankende Jürgen Klopp hat Di Matteo keine glorreiche Vergangenheit mit Schalke vorzuweisen. Unter ihm ist nur die Hoffnung zusammengesackt, die Erlösung ausgeblieben, das Heilsversprechen nicht eingelöst worden.