Der Schalke-Nachwuchs musste sich im Profi-Lager strecken

Serkan Göcer aus der U23 der Königsblauen will auch einmal einen Profivertrag ergattern.
Serkan Göcer aus der U23 der Königsblauen will auch einmal einen Profivertrag ergattern.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Sieben Spieler aus Schalkes Jugendabteilung durften mit ins Trainingslager fahren. Einen Unterschied zu den Übungen mit Gleichaltrigen bemerkten alle.

Velden.. Den Unterschied haben sie schon gespürt, die sieben Jungs aus der Knappenschmiede, die das Trainingslager mit den Profis absolvieren durften. “Bei den Profis geht es einen Tick schneller zu. Man hat nicht mehr so viel Zeit vor dem Tor”, beschreibt Felix Schröter. Und Florian Pick ergänzt, dass auch die körperliche Robustheit eine ganz andere sei: “Hier geht es zur Sache. Da muss man sich erst dran gewöhnen, dass nicht mehr alles spielerisch gelöst wird.” Doch im Trainingslager in Velden hatten sie nun elf Tage Zeit, einen Crash-Kurs bei den Profis zu machen. Und Trainer André Breitenreiter findet: “Das sind alles dufte Typen.”

Training Gemeint sind Janik Schilder, Daniel Koseler, Hendrik Lohmar, Sven Köhler und Felix Schröter, die in der vergangenen Saison unter Norbert Elgert deutscher U19-Meister wurden, sowie Florian Pick und Serkan Göcer, die bereits seit einem Jahr in der U23 bei Jürgen Luginger spielen. Der Grund, dass sie mit nach Österreich durften, war in erster Linie der Personalmangel: Weil der Profikader noch nicht komplett ist, musste er aufgefüllt werden, damit im Training Spielformen geübt werden konnten. Doch die sieben Talente wollten diese Zeit natürlich auch nutzen, um sich beim Cheftrainer der Profis mal zu präsentieren: “Klar, dass die Jungs jetzt Blut geleckt haben”, sagt Breitenreiter: “Und wenn sie weiter Gas geben, steht ihnen die Tür offen."

Youngsters stoßen zunächst wieder zur U23

Zunächst aber werden sie jetzt wieder zur U23 stoßen - sonst hat Jürgen Luginger da keine Spieler mehr. Breitenreiter glaubt, dass die Talente in der Knappenschmiede in besten Händen sind - sowohl bei Norbert Elgert, als auch bei Jürgen Luginger. Auch den Trainern sei es zu verdanken, dass sich alle so gut präsentiert hätten: “Das sind alles Jungs mit einer guten Mentalität.” Sein einziger Ratschlag: In der Reserve dürften sie jetzt “nicht den Ober-Profi geben”. Dann wäre das Trainingslager nämlich für die Katz’ gewesen.

Eigentlich waren ja sogar noch mehr Knappenschmiede-Jungs mit in Österreich, denn auch Felix Platte wurde in der vergangenen Saison noch deutscher U19-Meister - der Stürmer hat aber bereits einen Profivertrag. Die Perspektiven der anderen sind unterschiedlich: Felix Schröter zum Beispiel, immerhin Torschützenkönig der U19-Bundesliga, hält es für möglich, dass er sich noch an einen Profiklub ausleihen lässt, wenn auf Schalke der Sprung für ihn zu groß ist. Doch erstmal wollen sie es hier versuchen.

Als sie gefragt werden, wer gerne mal einen Profivertrag hätte, da zeigen sie wie in der Schule auf: “Wir alle”, lacht Serkan Göcer, “sonst wären wir nicht hier.”