Kommentar

Der Ruhrgebietsfußball positioniert sich in Europa

Kopf an Kopf: Schalke und Dortmund (hier Matip und Lewandowski beim Derby) überzeugen in Europa.
Kopf an Kopf: Schalke und Dortmund (hier Matip und Lewandowski beim Derby) überzeugen in Europa.
Foto: Ralf Rottmann

Borussia Dortmund und Schalke 04 haben aus ihren Fehlern in der Vergangenheit gelernt. Beide Klubs wirtschaften seriös und sind sportlich gut aufgestellt. So gut, dass sie mittlerweile auch gegen europäische Top-Vereine konkurrenzfähig sind. Ein Kommentar.

Dortmund/London.. Erst wenige Minuten vor dem Anpfiff füllten sich die Ränge bei Schalkes Champions-League-Spiel beim FC Arsenal. Wenige Minuten vor dem Abpfiff waren sie schon wieder leer, und die wenigen Arsenal-Fans, die bis zum für sie bitteren Ende auf ihren Plätzen geblieben waren, sahen dann nur noch die Flucht ihrer geschlagenen Stars in den Spielertunnel. „Undenkbar“ wäre so ein Profiverhalten in Deutschland gewesen, stellte Schalkes Manager Horst Heldt fest, der die früher so oft gelobte englische Fußball-Atmosphäre an diesem Abend „emotionslos und langweilig“ fand. Nur die Schalker Fans hätten für Stimmung gesorgt.

Deutsche Revierklubs senden vorbildliches Signal in die Fußballwelt

Kommentar Heldt erklärte auf diese Weise, welch eine starke Marke die Bundesliga sei, und recht hat der Mann. England? Gehört Scheichs und Oligarchen, nicht mehr den Fans. Spanien? Ist reduziert auf den ewigen Zweikampf der beiden Superklubs. Italien? Kämpft gegen Korruption und Krawalle. Die attraktiven deutschen Vereine hingegen beweisen derzeit, dass auch bei wirtschaftlich verantwortungsvollem Handeln internationale Wettbewerbsfähigkeit möglich ist. Dieses Signal ging jahrelang nur vom FC Bayern aus – jetzt aber auch von Borussia Dortmund und Schalke 04. Das Revier positioniert sich in Europa. Eine Momentaufnahme? Eher eine prächtige Perspektive.