Das winterliche Transferkarussell dreht sich langsam auf Schalke

Schalkes Neuer, Matija Nastasic (re.), hat es im Training schon mit Klaas-Jan Huntelaar aufgenommen.
Schalkes Neuer, Matija Nastasic (re.), hat es im Training schon mit Klaas-Jan Huntelaar aufgenommen.
Foto: Imago Sportfotodienst
Was wir bereits wissen
Matija Nastasic ist in der Winterpause der bislang einzige Neue auf Schalke. Schalkes Manager Horst Heldt ist kein großer Freund von Wintertransfers. Die Statistik gibt ihm recht: echte Toptransfers waren im Winter noch nicht dabei. Matija Nastasic soll die große Ausnahme werden

Gelsenkirchen.. Paul will nichts dem Zufall überlassen, er will am Samstag beim Rückrundenstart des FC Schalke 04 gegen Hannover 96 auf jeden Fall passend gekleidet sein. Das aktuelle Schalke-Trikot besitzt er schon seit ein paar Wochen, doch jetzt weiß er auch, welche Beflockung es sein soll. Deshalb ist er am Dienstag extra nach Gelsenkirchen gefahren.

Die Rückennummer 31 soll drauf, die von Matija Nastasic. Paul glaubt fest daran, dass der serbischen Nationalspieler eine echte Verstärkung ist: „Ich gehe davon aus, dass der richtig Klasse mitbringt. Sonst wär’ der nicht mit 20 Jahren schon Stammspieler bei Manchester City gewesen.“ Paul erzählt, dass er einen serbischen Bekannten hat und sich auch bei ihm über Nastasic erkundigt hat. Und der Bekannte habe gesagt, dass Schalke „richtig Spaß“ mit ihm kriegen wird. Nach der gut einstündigen Trainingseinheit am Dienstag stellt Paul dann fest: „Sage ich doch. Das ist einer.“

Kirchhoff Das sagt auch Manager Horst Heldt, der die zähen Verhandlungen mit Manchester City vor gut zwei Wochen endlich zum Abschluss brachte und sich die Dienste des Verteidigers zunächst bis zum Saisonende sicherte – auf Leihbasis mit Kaufoption. „So eine Leihe ist immer an Eventualitäten geknüpft“, hatte Heldt im Trainingslager an Katar gesagt. Das heißt: Bestreitet Nastasic eine bestimmte Anzahl an Spielen, bleibt er ein Schalker. Nach Informationen der „Bild“ soll diese Option schon bei sieben Pflichtspielen über mindestens 45 Minuten greifen. Die Rede ist dann von einem Vertrag bis Sommer 2019. Schalke plant also langfristig mit seinem bislang einzigen Winter-Zugang.

Dabei ist Horst Heldt kein großer Freund von Wintertransfers. Denn man bekommt auf dem Markt nur Spieler, die andere Vereine abgeben wollen – sei es, weil man sie loswerden will, oder weil der Vertrag im Sommer ausläuft und man noch eine Ablösesumme kassieren möchte. Gute Spieler, die auf Dauer weiterhelfen, sind im Winterschlussverkauf selten dabei.

Raffael und Bastos kamen 2012/13

Die Statistik gibt Heldt recht: Im Winter 2012/2013, als Schalke durch die Verletzung von Ibrahim Afellay und den sich abzeichnenden Verkauf von Lewis Holtby handeln musste, holte er als Ersatz die Brasilianer Raffael und Michel Bastos – beide Spieler waren schon ein halbes Jahr später wieder weg. Und auch Jan Kirchhoff, den Heldt vor einem Jahr von den Bayern auslieh, bleibt nach derzeitigem Stand nur noch bis zum Sommer. Ganz zu schweigen von Chinedu Obasi, der im Januar 2011 kam und bis heute als teures Missverständnis gilt. Normalerweise macht Heldt die perspektivischen Transfers lieber im Sommer – dann, wenn genug Zeit bleibt, die Spieler eingehend zu scouten.

Höwedes Sein Vorgänger Felix Magath war, nicht nur in dieser Hinsicht, anders gestrickt: Unvergessen, wie er vor genau fünf Jahren im Winterschlussverkauf 2009/2010 gleich acht neue Spieler nach Schalke holte – es ging zu wie auf dem türkischen Basar. Seine Erklärung damals: Er wolle die Mannschaft schon jetzt für die Aufgaben, die im Sommer anstehen würden, verstärken. Aufgegangen ist die Rechnung nicht: Ein echter Top-Transfer war im Winter 2009/2010 nicht dabei.

Bei anderen Vereinen sieht die Statistik ähnlich aus: Die wirklich großen Transfers werden im Sommer gemacht. Auch Schalkes bisherige Abgänge in diesem Winter (Christian Clemens und Donis Avdijaj wurden ausgeliehen) passen in dieses Schema. Die große Ausnahme aber soll Matija Nastasic werden. Das hoffen nicht nur Paul und Horst Heldt.