Da hat einer die Verletzungspause genutzt - So sorgte Schalkes Uchida für eine Überraschung

Atsuto Uchida musste zuletzt eine Zwangspause von 21 Monaten einlegen.
Atsuto Uchida musste zuletzt eine Zwangspause von 21 Monaten einlegen.
Foto: imago
  • Atsuto Uchida ist beim FC Schalke 04 wieder da
  • Seine Flanken schlägt er schon wie gewohnt
  • Allerdings fehlt dem Japaner noch Spielpraxis

Benidorm. Es gab eine Szene, die mehr über diesen kleinen Kerl sagt, als alle Worte. Die Begebenheit liegt ein paar Wochen zurück, sie ereignete sich im Dezember nach dem Schalker Europa-League-Spiel in Salzburg.

Da stand Atsuto Uchida in einer Ecke der Kabine und hatte glasige Augen - der Japaner hatte geweint vor lauter Rührung, weil er für sechs Minuten mitspielen durfte. Sechs Minuten auf dem Fußballplatz - nach 21 Monaten Pause.

„Uchi“ ist wieder da

Im Schalker Trainingslager in Benidorm wurde diese Geschichte erzählt, denn sie passte zu dem, was sich nun in der einen Woche unter spanischer Sonne fortgesetzt hatte: Atsuto Uchida ist wieder da - der Publikumsliebling des FC Schalke darf darauf hoffen, dass es doch noch einmal ein gutes Ende nimmt mit seiner schweren Knieverletzung.

Aus den sechs Minuten Spielzeit in Salzburg wurden beim Testspiel gegen den belgischen Klub KV Oostende (2:1) nun 45 Minuten, und am Samstag beim kommenden Testspiel in Chemnitz plant Trainer Markus Weinzierl den nächsten Einsatz von Uchida.

Erstes Interview auf Deutsch

Was diese Anreihung von schönen Erlebnissen aus dem 28 Jahre alten Japaner macht, konnte man in Benidorm erleben: Atsuto Uchida gab sein erstes Interview auf Deutsch - damit überraschte er selbst die Schalker Verantwortlichen.

Bisher hatte es immer geheißen, dass „Uchi” nach nun sechs Jahren in Deutschland zwar vieles versteht, sich aber öffentlich nicht in deutscher Sprache äußern möchte, um nichts falsch zu machen. Doch nun fasste er sein Glück in Worte.

Probleme mit der Patellasehne

Er habe „Muskelkater”, sagte Uchida, doch dies sei ein schönes Gefühl und „normal nach einer Woche Trainingslager”, in der er alle Einheiten von Anfang bis Ende mitmachen konnte. „Ein bisschen Angst” hat er noch, dass es keinen Rückschlag gibt mit dem Knie, in dem die Patellasehne über Monate entzündet war.

Und jeden Morgen vor dem Training absolviert er eine Stunde lang spezielle Übungen zur Vorbereitung auf das eigentliche Training mit der Mannschaft. „Heute ist es positiv”, sagt Atsuto Uchida - und lacht.

„Brauche noch mehr Fußballtraining“

Natürlich ist er längst noch nicht wieder so weit wie vor seiner Verletzung, als er einer der besten Rechtsverteidiger der Bundesliga war - und japanischer Nationalspieler.

„Ich brauche noch mehr Fußballtraining”, erklärt er, „und ich hoffe auf mehr Spielzeiten.” Wenn er auf dem Trainingsplatz die Flanken aus vollem Lauf schlägt, dann sieht man fast schon keinen Unterschied mehr.

Gesundheit ist das Wichtigste

Anders ist es wohl bei der Zweikampfführung, wie Markus Weinzierl festgestellt hat: „Ich habe beobachtet, dass er noch etwas mit Auge trainiert. Aber er ist auf einem guten Weg, und in den Härtetests werden wir sehen, wie weit er schon ist.”

Erst einmal ist die Gesundheit das Wichtigste, und die stimmt jetzt wieder.

45 Minuten gegen Oostende

Wann Atsuto Uchida wieder in der Bundesliga auftaucht, wird man sehen - aber es ist sein fester Vorsatz, wieder ganz der Alte zu werden. „Ich hoffe natürlich, wieder in der Bundesliga zu spielen. Aber ein Jahr und neun Monate Pause waren richtig lang.”

Das spürt er jetzt, wo er wieder so nah bei der Mannschaft ist, wie er sich das erträumt hatte. Und die 45 Minuten gegen Oostende, die fand er „nicht schlecht”.

Wie weit er sich selbst schon wieder einschätzt? Atsuto Uchida überlegt einen Moment. Und dann sagt er - selbstverständlich auf Deutsch: „Jetzt sind es vielleicht 80 Prozent. Aber ich hoffe bald wieder auf 100.”

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