Christian Heidel muss für Schalke 04 einen Leitwolf suchen

Bald ist er Manager auf Schalke: Christian Heidel.
Bald ist er Manager auf Schalke: Christian Heidel.
Foto: Christopher Neundorf / firo Sportphoto
Was wir bereits wissen
  • Der FC Schalke 04 scheint für höhere Aufgaben noch nicht reif genug.
  • Auf dem Weg nach Europa stehen dicke Brocken im Weg.
  • Am Freitag spielt der FC Schalke gegen Borussia Mönchengladbach.

Berlin.. Das Duell mit Hertha BSC hatte wegweisenden Charakter für Schalke 04 – und ging verloren. Nach der 0:2-Niederlage kommen Zweifel auf: Sind die Königsblauen reif genug, um sich in den bevorstehenden schweren Spielen gegen die Konkurrenten um das internationale Geschäft zu behaupten?

Wer das Berlin-Spiel als Maßstab nimmt, kommt zum Schluss, dass es Schalke an Mentalität mangelt. In solchen, vermeintlich vorentscheidenden Partien zeigt die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter oft nicht den nötigen Biss. Nicht nur der Ausfall von Kapitän Benedikt Höwedes schmerzt in dieser Hinsicht. Insgesamt stünde dem Kader mindestens ein weiterer Leitwolf gut zu Gesicht.

Den zu finden, ist eine der dringlichsten Aufgaben für Christian Heidel. Horst Heldts Nachfolger als S04-Sportvorstand hat unlängst bestätigt, sich bereits intensiv mit Schalke zu beschäftigen. Die Suche nach Führungsspielern und erfahrenen Haudegen dürfte auf seiner Agenda weit oben stehen.

Heidel Schon am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach muss die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen. „Berlin ist abgehakt, jetzt liegt der Fokus voll auf Gladbach. Das ist wieder ein ganz wichtiges Sechs-Punkte-Spiel. Wenn wir es gewinnen, sind wir wieder auf Platz vier – und das ist das Ziel“, sagte Max Meyer am Sonntag forsch.

Schalke-Trainer André Breitenreiter beklagt „Naivität“

Die Gladbacher allerdings haben gerade erst Eintracht Frankfurt aus den Schuhen gespielt. Jenes Team, gegen das Schalke lediglich ein mageres 0:0 zustande bekommen hatte. Auch wenn solche Quervergleiche oftmals hinken, vor der Partie sind die Fohlen wohl höher einzuschätzen als das Team von André Breitenreiter.

Die Borussia ist aber nur die nächste Hürde von vielen, denn in den kommenden Wochen folgen weitere dicke Brocken, die Schalke den Weg ins internationale Geschäft zu versperren drohen. Im April geht es nacheinander gegen den BVB, Bayern München und Bayer Leverkusen. In der Hinrunde sprang aus diesen drei Duellen für Schalke nur ein Punkt heraus.

Wenn es nun ein bisschen mehr sein soll, müssen sich die Gelsenkirchener steigern. Breitenreiter hatte schon vor dem Schlüsselspiel in Berlin angemahnt, dass seine Mannschaft nicht wieder so blauäugig auftreten dürfe wie in Köln, wo die Knappen zu viele Chancen zugelassen hatten. Nun beklagte er erneut zu große „Naivität“.

Heldt nannte noch die schlechte Chancenauswertung und taktische Cleverness. Auch den Willen, dieses Duell der Tabellennachbarn unbedingt zu gewinnen. Er hätte hingegen nichts auszusetzen, wenn Schalke demnächst frecher auftreten würde: „Brav ist in Ordnung, man darf aber auch nicht immer brav sein. Es gibt Phasen, in den man anders agieren muss.“ Eine solche ist das Saisonfinale definitiv.