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Schalker Fan-Club

Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich

10.07.2009 | 06:46 Uhr

Gelsenkirchen. Ein Schalker Fan-Club soll Kontakte zur Nazi-Szene haben? Viele DerWesten-Nutzer können das nicht glauben: Unter dem DerWesten-Artikel über den Club "Blue Power Ückendorf" ist eine rege Diskussion entbrannt. Jetzt haben sich auch die Ückendorfer selbst zu Wort gemeldet.

Nachdem DerWesten über Kontakte des Schalker Fan-Clubs "Blue Power Ückendorf" zur Nazi-Szene berichtet hat, ist unter den Nutzern eine rege Diskussion zum Thema "Rechte Fußballfans" entbrannt: Mehr als 100 Kommentare sind unter dem Artikel "Schalker Fan-Club hält enge Kontakte zur Nazi-Szene" zu lesen.

Ückendorfer beziehen Stellung

Mittlerweile haben auch die Ückendorfer selbst reagiert - mit einer Stellungnahme auf ihrer Internet-Seite, die sie ansonsten quasi vom Netz genommen haben: Wer die Page http://www.blue-power-ueckendorf.de.tl/ anwählt, darf zwar "eintreten" und gelangt automatisch auf eine offizielle Erklärung des Clubvorstands, kann sich von hier aber nicht mehr auf die hinteren Seiten durchklicken.

In ihrer Stellungnahme schreibt der Fan-Club unter anderem: "Fakt ist, dass wir (…) uns für nichts rechtfertigen und für nichts entschuldigen müssen. Wir sind das, was wir schon seit fast zwei Jahrzehnten sind, nämlich eine Schalke Fan-Club aus einem Gelsenkirchener Stadtteil, der nicht nur für sein Ruhrpott-Flair, sondern auch für ein multikulturelles Zusammenleben und Miteinander bekannt ist."

"In nicht-deutschen Lokalitäten gern gesehen"

Als einen Grund dafür, dass Blue Power Ückendorf keine Kontakte zur rechten Szene unterhält, geben die Verantwortlichen die Tatsache an, dass man "schon seit fast zwei Dekaden ohne Probleme (im multikulturellen Stadtteil, Anm. d. Red.) Ückendorf 'überleben’ konnte, in den Lokalitäten mit 'nicht-deutschen' Wirten und multikulturellen Gästen immer gern gesehen" sei und auch nicht alle Clubmitglieder deutsche Staatsbürger seien.

Combat 18 ist der äußerst militante Arm des Neonazi-Netzwerks "Blood and Honour", das in Deutschland verboten ist.

Auch zu den weiteren Vorwürfen bezieht der Club-Vorstand Stellung. So erklärt man, man könne weder "bejahen" noch "bestreiten", dass – wie berichtet – in der Internet-Galerie des Clubs Fans zu sehen gewesen seien, die T-Shirts mit Aufschriften wie "Terroristen mit E-Gitarren" (ein Shirt der Neonazi-Kult-Band "Landser") oder "Combat 18 Actiongroup" (Combat 18 ist der äußerst militante Arm des Neonazi-Netzwerks "Blood and Honour", das in Deutschland verboten ist), getragen hätten. "Wenn dem so war, dann verurteilen wir das aufs Schärfste", so der Ückendorf-Vorstand.

Die fraglichen Fotos haben die Ückendorfer inzwischen von der Seite genommen. Wo sich früher eine ausführliche Bildergalerie mit Fotos zum Club-Leben fand, klickt sich der Nutzer jetzt "ins Leere": Das Navigationsmenü am linken Rand der Seite, über das man einzelne Alben anwählen konnte, ist mittlerweile offline gesetzt.

Rege Diskussion der Fußballfans

Unter dem Artikel ist indes eine rege Diskussion zum Thema rechte Fußballfans entbrannt:

"Wenn es gegen die hirnlosen Nazibanden geht, müssen wir zusammenstehen. Oberhausener und Duisburger, Essener und Bochumer und gerade auch Schalker und Borussen müssen da geschlossen auftreten, wo das Nazipack unseren Sport und unseren Glauben zu missbrauchen versuchen. Die Ruhrstadt ist bunt. Die Nazis sind blass", schreibt helgoo.

Nutzer Bob rät, "auch mal etwas über Gelsenszene und Borussenfront zu machen".

Uwe Große ist "wirklich betroffen" und hofft, "dass der Verein Schalke 04 entsprechend reagiert": "Es wäre töricht zu glauben, dass es im Schalker (Fan)Umfeld KEINE braune Brut gäbe. Das ist allerdings grade für den FC Schalke 04 kein Grund NICHTS zu tun. Von MEINEM Verein erwarte ich einfach, dass er gegen rechtsradikale Tendenzen vorgeht."

Michael04 klingt resigniert, wenn er fragt: "Bei welchem Verein gibt es diese rechte Pack nicht?"

Und ManniPuliert ist empört: "Zwei der Partygäste haben verräterische T-Shirts. Okay, das ist nicht in Ordnung, auch meine Meinung. Leider sterben diese unbelehrbaren Vollpfosten nicht aus. Nun gut, das ist die eine Sache, aber daraus so einen Bericht zu erstellen und den Verein Schalke in ein rechtes Fenster zu stellen, ist absout nicht nachvollziehbar, völligst daneben, unzutreffend und überflüssig wie ein Kropf."

Übrigens: Aktuell bemüht sich Der Westen um einen Interviewtermin mit dem Clubvorstand von Blue Power Ückendorf. Denn Redebedarf scheint es in diesem wichtigen Thema genug zu geben…

DerWesten

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Kommentare
13.08.2009
13:29
Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich
von raylok | #40

erst verhöhnen sie Mohammed, jetzt noch diese T-Shirts.
Wann hat da endlich mal ein Ende mit S04?
Blau und braun ein Leben lang

16.07.2009
12:57
Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich
von Ace T. | #39

@34 Dein Vergleich ist unqualifiziert und unangebracht!

Mal davon ab, ist das ja nicht verwunderlich, dass du einen Fan-Club verteidigst der dir Bier gegeben hat. Selbst heute sagen über 80 Jährige noch, ja der Krieg war schlimm, aber die Nazis haben Arbeitsplätze geschaffen. Genauso klingt dein Beitrag: Ich [...] hab einmal im Club-Heim mitgefeiert und außer Bier wurde mir nichts angeboten [...]

Wenn der Fan-Club rechtsradikal ist, was ich weder behaupten, noch bezweifeln möchte, weil ich nur ein paar Fotos gesehen habe, dann werden die das - gerade in Ückendorf - nicht jedem auf die Nase binden. Nach außen schön brav, aber wie sagt das Sprichwort: Stille Wasser sind tief.

12.07.2009
21:32
Blockierter Kommentar.
von rene.bogdanski | #38

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.07.2009
11:16
Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich
von Kurt_Schumacher | #37

#22 von Bob, am 10.07.2009 um 09:54
Sprich : Man kann zwar die Wahrheit schreiben, aber durch das Weglassen von Informationen dem ganzem eine ganz andere Richtung geben...

Genau so wird Politik gemacht!

Anschließend werden große Kampagnen in Auftrag gegeben und gestartet, und dazu über die Presse (TV, Zeitungen usw.) dem Bürger eingetrichtert.
Eine ausführliche Information findet bewusst nicht statt!

Würden dem Bürger gleichzeitig mehr Informationen über das Thema gegeben, würde die Zustimmung meist in Ablehnung um schlagen z.B. Afghanistan, Netzsperren, Hartz4, Billigjobs, Rente mit 67 usw. usw.

11.07.2009
23:44
Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich
von Andreas Winkler | #36

Hier wird Hetze gegen einen Fan-Club betrieben, wie einst 1933 gegen die Juden.
Ich konnte die Ueckendorfer schon kennenlernen und hab einmal im Club-Heim mitgefeiert und außer Bier wurde mir nichts angeboten z.B. Parteibuch, Hakenkreuzfahnen oder T-Shirts mit E-Gitarren.
Also bitte die Kirche im Dorf lassen und nicht gleich alle an die Wand stellen!!!

11.07.2009
15:08
Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich
von Kopfschüttler | #35

Die Zeiten, in denen kranke politische Geister das allgemeine Interesse am Volkssport Nr. 1 nutzen konnten, sind mittlerweile 10- 15 Jahre vorbei, da kein Verein im Profifussball mit einem braun behafteten Image finanziell überlebensfähig wäre. Sponsoren lassen sich für ein Umfeld, wo derartiges passiert, wohl kaum finden.
Aufgrund dieser Tatsache, wird bei einem Verein wie dem FC Schalke, der in seiner Satzung ganz klar Position zum Rechtsradikalismus bezieht, politisch Verwirrten erst gar keine Bühne geboten.

Rein Inhaltlich beschreibt #32 das, was bis Ende der 90er in der Literatur verbreitet wurde und ist gerade in GE schon lange nicht mehr aktuell.

Topaktuell ist allerdings, das freie Bürger eines freien Landes im Informationszeitalter immer noch völlig unreflektiert alles glauben, nur weil es in der Zeitung stand.
Beschämend oder besser peinlich wird es, wenn aufgrund eines solchen, sehr gefährlichen Halbwissens, verurteilt, ausgegrenzt oder beschimpft wird.

11.07.2009
11:12
Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich
von hskww | #34

Ich finde es für jeden Verein beschämend, dass die öffentliche Plattform Fußball für politische Zwecke genutzt wird. Jeder Bundesligakader verfügt über min. 50 % Spieler mit Migrationshintergund oder ausländische Spieler. Ein gutes Beispiel für Integration. Und trotzdem gibt es immer wieder in jedem Verein diese braunen ***********. Geht irgendwo hin, am besten zur VHS in einen Geschichtskurs, aber bitte in kein Stadion dieser Welt.

10.07.2009
20:51
Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich
von schalker_für_immer | #33

seit tagen verfolgen wir mit etlichen leuten, nicht wenige organisiert in fanclubs oder nahe an der aktiven fanszene, wie tief das niveau des journalismus der waz-gruppe gesunken ist. schlechte recherche und bei genauerer betrachtung behauptungen, die fern der realität sind.
viele, die kenntnisse der blauen fanszene haben, schütteln nur noch mit dem kopf, da jahrelange kontake oder beobachtungen bzgl. bpü- z.b. bei auswärtsspielen oder veranstaltungen der fanszene in der GAK- nicht ansatzweise rückschlüsse auf braunes gedankengut zulassen.

schlechte recherche zur hypothesenbildung zu nutzen, um anschliessend reisserische schlagzeilen zu erfinden sind mehr als schlechter stil und stehen dem niveau der boulevardpresse nichts nach.
diese erkenntnis sollte nicht nur vereinzelt zu kündigungen von abos führen sondern dazu, produkte der waz-mediengruppe grundsätzlich zu meiden.
alternativen auf diesem unterirdischen niveau gibt ja reichlich

wie findet das wohl hr. lange, mitglied der geschäftsführung besagter mediengruppe und frisch gewähltes mitglied des aufsichtsrats des fc schalke 04, dass die sommerpause mit schlechtem stil seiner mitarbeiter überbrückt wird?
irgendwie geistert mir noch durch den kopf, dass die aussendarstellung des clubs mit einem hr. lange im aufsichtsrat, zukünftig weniger diletantisch sein soll.
im moment stelle ich eher fest, das diletanz eine neue dimension bekommen hat.

10.07.2009
17:39
Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich
von schinderhans | #32

Der Artikel von vorgestern verstößt ganz klar gegen den Pressekodex. Die WAZ möchtegern Journalisten scheinen sich nicht an dieser Selbsverpflichtung der Presse zu halten:

Ziffer 2 – Sorgfalt
Recherche ist unverzichtbares Instrument
journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung
bestimmte Informationen in Wort, Bild und
Grafik sind mit der nach den Umständen
gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt
zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.
Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift
oder Bildbeschriftung weder entstellt noch
verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen,
Gerüchte und Vermutungen sind als solche
erkennbar zu machen.

Das ist der schlechte Stil der WAZ.

10.07.2009
16:05
Blue Power Ückendorf weist Nazi-Vorwürfe von sich
von bigvoice | #31

Eines ist wohl klar: rechtes Gedankengut wollen wir alle nicht im Stadion haben und auch sonst nicht. Eines ist aber auch klar: bei diesem Artikel wurde eine vorgefaßte Meinung reißerisch, billig und auf unterstem Niveau als Tatsachenbericht veröffentlicht, ohne gewissenhaft zu recherchieren, ohne im Vorfeld mit Mitgliedern des Fanclubs zu sprechen, ohne Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Das ganze hat auch nix mit Sommerloch zu tun, welches es zu füllen gilt. Sondern es ist schlichtweg Yellow-Press-Journalismus. Ich jedenfalls ziehe meine Konsequenz und werde die WAZ abbestellen. Wenn´s heute der FanClub BPÜ ist, dann ist es morgen vielleicht ein Dart-Club, ein Schach-Club, ein Schwimm-Verein oder was auch immer. Sowohl die Redakteure wie auch der verantwortliche Chef vom Dienst sollten sich schämen und eine eindeutige Stellungnahme zu diesem Artikel (und nicht wie geschehen Wischi-Waschi-Erklärung) abgeben.

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